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Bundesversammlung
Die Promis kommen

09.02.2017 |

Sportler und Schauspieler kommen – und natürlich auch Politiker. Wenn der Bundespräsident am 12. Februar gewählt wird, wird es proppenvoll im Bundestag. Laura hat sich über die Vorbereitungen des Mega-Events schlau gemacht.

Sitze werden umgebaut

Alles muss raus! Zumindest die blauen Sitze. – © Deutscher Bundestag, Achim Melde

Ob Techniker, Veranstaltungsplaner oder der Brandschutz, seit einem halben Jahr bereiten sich die Mitarbeiter des Deutschen Bundestages auf die Wahl des Bundespräsidenten vor. Denn damit am Sonntag, dem 12. Februar, die 1260 Wahlmänner und Wahlfrauen über das Staatsoberhaupt abstimmen können, muss alles perfekt organisiert sein. Diese Mega-Veranstaltung nennt man Bundesversammlung. Und zu der kommen nicht nur Bundestagsabgeordnete und Landespolitiker, sondern auch Pressevertreter sowie Sportler, Schauspieler und Komiker. Schließlich dürfen die Bundesländer Delegierte nach Berlin entsenden und manche setzen da auf den Glamour-Faktor.

Kabel bändigen

Wo normalerweise die 630 Abgeordneten des Bundestages im Plenarsaal sitzen, müssen bei der Bundesversammlung doppelt so viele Wahlmänner und -frauen Platz finden. Heißt also: Raus mit den bekannten "bundestagsblauen" Sesseln und fast allen Tischen, rein mit einfachen schwarzen Stühlen. Und weil dabei unzählige Kabel gebändigt werden müssen, dauert die Prozedur fünf Tage.

Mit der Vorbereitung des Mega-Events sind über zwei Dutzend Referate betraut. In einer großen Koordinationsrunde saßen in den vergangenen Monaten mehr als 70 Mitarbeiter immer wieder zusammen und hakten kontinuierlich die 73 Punkte des Ablaufplans ab.

Das Hochsicherheits-Event

Ob Blumengestecke, Busse für den Fahrdienst, Hausausweise oder Essen und Getränke – die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Weil das Ganze ein Hochsicherheits-Event ist, bei dem über 2500 Menschen inklusive vieler Promis sicher zum Reichstagsgebäude und wieder davon weg transportiert werden müssen, sind auch Bundestagspolizei und die Berliner Polizei involviert.

Was läuft wie?

Der Tag läuft in etwa so ab: Um 9 Uhr findet eine Andacht in einer Kathedrale statt, um 11 Uhr starten die Fraktionen mit ihren Sitzungen, um 12 Uhr eröffnet der Bundestagspräsident die Veranstaltung, bis etwa 14 Uhr läuft der erste Wahlgang. Dabei werden übrigens alle Wahlfrauen und -männer einzeln aufgerufen, damit sie zur Urne schreiten können. Dann werden die Stimmen ausgezählt, der neu gewählte Bundespräsident hält eine kurze Ansprache. Bei einem Empfang klingt die Wahl des Staatsoberhauptes aus. Sollten mehrere Wahlgänge nötig sein, zieht sich das Ganze in die Länge.

Unterirdische Gänge

Die Mitarbeiter des sogenannten Parlamentsdienstes vervielfältigen und sortieren derzeit tausende Blätter und stellen Informationsmaterial zusammen – schließlich soll sich keiner der Gäste im Reichstagsgebäude oder einem der anderen damit unterirdisch verbundenen Bundestags-Gebäude verirren. Falls ein Delegierter zum Beispiel seinen Wahlausweis vergisst, gibt es für alle einen zweiten auf Vorrat.

Ein riesiger Aufriss findet für die Medienvertreter statt, die live berichten werden. 860 Journalisten, Techniker und Kameraleute wollen am 12. Februar perfekt arbeiten können. So gibt es Ministudios in der Westlobby des Reichstagsgebäudes, über ein Dutzend Aufsagerplätze und zwei große Pressearbeitsräume, in die aus dem Plenarsaal live übertragen wird. Niemand soll dort über ein Kabel stolpern, alle Fluchtwege müssen frei sein – über all dies wachen Spezialisten des Bundestages.

Überall Journalisten

Im Paul-Löbe-Haus, dem Bundestagsgebäude, in dem normalerweise die Ausschüsse tagen, werden am Tag der Bundesversammlung alle nicht im Bundestag vertretenen Parteien einen Platz finden, also all jene, die in Landesparlamenten sitzen und Vertreter in die Bundesversammlung entsandt haben. Auch dort tummeln sich auf mehreren Etagen Medienvertreter.

Sollte die Wahl länger dauern als gedacht, gibt es den Reise-Infopoint, bei dem man Zugfahrten und Flüge umbuchen kann. Kinder von Abgeordneten werden in der Bundestagskita betreut, die extra am Sonntag öffnet.

188 Stehtische

Wenn am Abend über 2500 Gäste – Delegierte, Mitarbeiter, Journalisten und so weiter – die 188 Stehtische geräumt haben und die letzten Gläser ausgetrunken sind, wird es erst einmal wieder still in den Bundestagsgebäuden. Aber nur bis zum nächsten Tag, denn dann müssen die blauen Stühle wieder rein in den Plenarsaal. Am Mittwoch, dem 15. Februar, versammelt sich schließlich schon wieder der Bundestag.

(lh)

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