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Entwicklungszusammenarbeit
Lehrer für Afrika

10.02.2017 |

Die Bundesregierung will helfen, in Afrika Lehrer auszubilden, damit afrikanische Kinder in Zukunft was lernen. Die Opposition hält wenig von einem entsprechenden Antrag. Wieso denn das?

afrikanische Lehrerin

Voraussetzung für gute Bildung: gute Lehrer – © picture alliance/robertharding

Bildung ist wichtig, das wiederholen Zeitungen, Fernsehen und natürlich auch die Online-Medien gebetsmühlenartig. Denn wer Kinder bildet, bekommt in der Zukunft schlaue Erwachsene, die Wirtschaft und Gesellschaft voranbringen. Das sollte auch in Afrika gelten. Was kann man also tun, um dem Kontinent zu helfen? Richtig: etwas für die Bildung tun.

Die Koalitionsfraktionen haben genau das vor und formulierten deshalb einen Antrag, in dem sie unter anderem fordern, die Kooperationen zur Lehrerbildung und zur Fort- und Weiterbildung für schulische, berufsschulische und hochschulische Einrichtungen in Afrika auszubauen. Am 27. Januar stimmte die Mehrheit der Abgeordneten für den Antrag, die Opposition enthielt sich.

Union: Andere Bilder

Dr. Claudia Lücking-Michel (CDU/CSU) sagte, der Blick auf Afrika wäre oft zu einseitig, meist würden nur die Krisen gesehen. "Ich bin aber überzeugt, dass unsere Afrikapolitik in Zukunft ganz andere Bilder liefern kann", sagte die Unionsabgeordnete – und damit das passiert, sei eben auch Bildung wichtig. Vor allem deshalb, weil mehr als die Hälfte der Afrikaner südlich der Sahara jünger als 18 Jahre sei. "Diese jungen Menschen brauchen alle gute Bildung", erklärte Lücking-Michel. Damit es die geben kann, seien auch Hochschulen wichtig, schließlich sei eine gute Lehrerbildung eine Voraussetzung für gute Schulen.

Linke: Ganz falsche Prioritäten

Die Linke hält wenig von dem Antrag. Christine Buchholz erklärte für ihre Fraktion, dass sie die Sache mit der Bildungskooperation für "mehr als erbärmlich" hält. In Afrika sei ja schon der Kampf gegen Analphabetismus zum Scheitern verurteilt, wenn der Fonds für Globale Bildungspartnerschaft 2018 von sieben auf gerade mal neun Millionen Euro steigen solle. "100 Millionen Euro wären nötig", erklärte die Abgeordnete. Für den Bundeswehreinsatz im afrikanischen Mali aber habe die Bundesregierung 163 Millionen übrig, erinnerte Buchholz und kritisierte, das seien "ganz falsche Prioritäten".

SPD: Bildung = Voraussetzung für Arbeit

Dr. Daniela De Ridder (SPD) erklärte, Ziel der Zusammenarbeit sei es, der afrikanischen Bevölkerung eine Zukunftsperspektive aufzuzeigen. Bildung, so die SPD-Abgeordnete, sei eine wichtige Voraussetzung, um Arbeit zu finden. Auch sie hält als Voraussetzung für Bildung die Ausbildung von Lehrern vor Ort sehr wichtig. "Es gilt, eine Qualifizierung von Hochschullehrern zu betreiben und unser Know-how anzubieten, ohne es überzustülpen", so De Ridder.

Grüne: "Wohlfühlantrag"

Kai Gehring (Bündnis 90/Die Grünen) sprach von einem "Wohlfühlantrag". Der Bundesregierung warf er ein "konfuses Durcheinander in der Afrikapolitik" vor. Statt Egotrips der Kabinettsmitglieder werde eine wirklich schlüssige Afrikastrategie benötigt, "die Partnerschaft auf Augenhöhe und auf Herzenshöhe bringt". In den Antrag gehöre wenigstens das Ziel, dass in Afrika alle Kinder zur Schule gehen, so Gehring. Dieses Ziel fehle aber.

(DBT/ah)

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