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Aktionstag
Gegen Kinder im Krieg

15.02.2017 |

Hunderttausende Kinder und Jugendliche werden weltweit gezwungen, als Soldaten in den Kampf zu ziehen. Der "Red-Hand-Day" am 15. Februar macht alljährlich auf das Problem aufmerksam – auch im Bundestag.

Kindersoldat im Kongo

Besonders in Afrika aber auch in anderen Regionen werden Kinder als Soldaten eingesetzt. – © picture-alliance / dpa

Es sind 250.000. Eine ganze Armee – eine Kinderarmee. 250.000 Kindersoldaten, oder sogar mehr, kämpfen weltweit in bewaffneten Konflikten. Jungen und Mädchen. Der Missbrauch dieser Kinder ist nicht darauf beschränkt, dass sie gezwungen werden, zu töten. Vor allem die Mädchen dienen älteren Kämpfern auch als Sex-Sklavinnen. Am 15. Februar ist weltweit "Red-Hand-Day", ein Aktionstag gegen den Einsatz von Kindern und Jugendlichen in Kriegen und anderen bewaffneten Konflikten. Die Kinderkommission des Bundestages ist mit dabei.

In der Heimat geächtet

Kindersoldaten werden zum Beispiel in Burma, Jemen, im Kongo, im Südsudan, in der Zentralafrikanischen Republik, in Burma und in Somalia eingesetzt – also vor allem in Staaten, die in Bürgerkriege oder sonstige Konflikte verwickelt sind. Auch in Syrien und Afghanistan sind Minderjährige mit der Waffe in der Hand unterwegs. Gerade versucht Deutschland, afghanische Flüchtlinge wieder loszuwerden und in ihre Heimat abzuschieben. Das könnte auch ehemalige Kindersoldaten treffen. Solange sie minderjährig sind, bleiben sie zwar meist von der Ausweisung verschont, sobald sie jedoch das 18. Lebensjahr erreichen, können auch sie zurückgeschickt werden. Keine gute Idee, wenn man bedenkt, dass ehemalige Kindersoldaten in ihrer Heimat oft als Täter und nicht als Opfer von skrupellosen Warlords betrachtet werden. In ihre Dörfer können sie deshalb oft nicht zurück, dort sind sie geächtet.

Auch Deutschland in der Kritik

Laut Kinderrechtskonvention der UN gelten Menschen unter 18 Jahren als Kinder und haben ein Recht auf besonderen Schutz. In einem Zusatzprotokoll zur Konvention verpflichten sich die Vertragsstaaten auch, Minderjährige generell nicht als Soldaten zu rekrutieren. Rebellen und Milizen ist das aber ziemlich egal. Für Deutschland allerdings ist die Sache heikel – denn auch die Bundeswehr greift auf Bewerber zurück, die noch nicht volljährig sind. Zwar schicken die deutschen Streitkräfte keine 17-Jährigen nach Afghanistan oder in andere Auslandseinsätze, de facto aber sind sie (Kinder-)Soldaten. Kinderrechtsaktivisten und auch die Opposition im Bundestag machen seit Jahren vergeblich auf das Problem aufmerksam.

Rote Hände im Bundestag

Die Kinderkommission (Kiko) setzt dennoch am "Red-Hand-Day" auch in diesem Jahr mit einem eigenen Stand ein Zeichen gegen den Missbrauch von Kindern und Jugendlichen als Soldaten. Das Symbol der Aktion, die rote Hand, steht dabei für das "Nein" zur Rekrutierung und zum Einsatz von Kindersoldaten. Abgeordnete, Beschäftigte und Gäste des Bundestages werden ermuntert, ihre roten Handabdrücke abzugeben und damit gegen den Einsatz von Kindern als Soldaten zu protestieren. Die gesammelten Handabdrücke leitet die Kinderkommission dann an die Vereinten Nationen weiter. Die Kiko weißt übrigens in diesem Zusammenhang auch noch mal speziell auf die vielen jungen Geflüchteten aus Bürgerkriegsländern hin, die bei uns (vorerst) Zuflucht gefunden haben. Ob sie bleiben können, ist nicht sicher.

(DBT/ah)

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