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Bundestags-Stipendiaten
Plaudern mit den neuen Chefs

Junge Menschen in schicker Garderober sitzen vor der Bundestagskuppel.

Das Warten hat ein Ende: Die Stipendiaten lernten beim Empfang am 9. März ihre Abgeordneten kennen. – © Michael Kuchinke-Hofer

Bei der Auftaktveranstaltung des Internationalen Parlaments-Stipendiums (IPS) lernen die Stipendiaten ihre Abgeordneten kennen, die sie 13 Wochen lang bei parlamentarischen Abläufen, Wahlkampfvorbereitungen und in den Wahlkreis begleiten. Zudem können sie auch an drei Berliner Universitäten einige Studienfächer belegen.

Bis zu 120 Hochschulabsolventen aus über 40 Ländern haben jährlich die Chance, im politischen Herzen Deutschlands zu hospitieren. Dabei lernen sie nicht nur das alltägliche und politische Leben hierzulande kennen, sondern auch die vielfältigen Ansichten und Kulturen ihrer Mitstreiter.

Ein Mann und eine junge Frau stehen vor der Ahnengalerie der CDU/CSU.

Deutschland zum Vorbild nimmt sich Suzana Nikic aus Bosnien-Herzegowina, hier mit ihrem Unionsabgeordneten Christian Haase. – © Michael Kuchinke-Hofer

"Frau Nikic wird eines Tages eine wichtige Aufgabe in ihrem Land übernehmen."

Christian Haase (CDU/CSU) möchte durch seine Stipendiatin Suzana noch mehr über die Situation in Bosnien-Herzegowina und dem ganzen Balkan erfahren, um dort die Demokratieprozesse zu stabilisieren und die wirtschaftliche Entwicklung zu unterstützen. "Ich bin mir sicher, dass Frau Nikic eines Tages eine wichtige Aufgabe in ihrem Land übernehmen wird und wenn sie sich dann positiv an Deutschland erinnert, habe ich viel geschafft", so Haase, der Abgeordneter des nordrhein-westfälischen Wahlkreises Höxter-Lippe II ist.

Suzana Nikic (25) kritisiert, dass die Demokratie in ihrem Heimatland Bosnien-Herzegowina bisher nicht richtig umgesetzt wird. Ihr Ziel ist es, einerseits zu sehen, wie Demokratie in Deutschland gelebt wird, und andererseits die erfolgreichen Modelle von hier in ihrem Land zu etablieren. In Hinblick auf die gemeinsame Zeit freut sich die Stipendiatin am meisten darauf, zu sehen, wie Abgeordnete mit ihren Wählern umgehen.

Eine Frau und ein Mann stehen vor einem Gemälde.

Die Bulgarin Vladislava Berbenkova engagiert sich in den nächsten Wochen im Büro des SPD-Abgeordneten Stefan Schwartze. – © Michael Kuchinke-Hofer

"Unsere Stipendiaten sind immer eine Belebung für das ganze Büro."

Stefan Schwartze (SPD) nimmt bereits zum vierten Mal am IPS-Programm teil. "Unsere Stipendiaten sind immer eine Belebung für das ganze Büro", sagter er und lacht. Er findet es sehr spannend, andere Eindrücke vom jeweiligem Land des Stipendiaten zu erhalten. Besonders mag Schwartze, dass Stipendiaten immer hinterfragen, was die Abgeordneten da eigentlich machen und warum Dinge so sind, wie sie sind. "Das sorgt dafür, dass man sich selbst noch einmal mit Dingen auseinandersetzt, die man vorher für selbstverständlich gehalten hat."

Seine jetzige wissbegierige Stipendiatin ist Vladislava Berbenkova (26). Für die junge Bulgarin ist mit dem Stipendium ein Traum in Erfüllung gegangen. Sie kann es kaum erwarten, sich im Büro zu engagieren, in die Universität zu gehen und Einblicke zu erhalten, wie eine Demokratie eigentlich funktionieren sollte.

Gemeinsam werden beide die anstehende Bundestagswahl und auch die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen vorbereiten.

Ein Mann und eine Frau stehen lachend nebeneinander.

Verstehen sich schon jetzt super: Der Kosovare Leke Batalli uns seine Grünen-Abgeordnete Kordula Schulz-Asche. – © Michael Kuchinke-Hofer

"Ich habe mit den jungen Leuten immer bombastische Erfahrungen gemacht."

Kordula Schulz-Asche (Bündnis 90/Die Grünen) versucht nach Möglichkeit jedes Jahr einen Stipendiaten des IPS-Programms zu betreuen. Strahlend sieht sie Leke Batalli (23) an: "Ich habe mit den jungen Leuten immer bombastische Erfahrungen gemacht!" Leke Batalli kommt aus Pristina, Kosovo. Er hat sein Jurastudium beendet und sich dann für das Internationale Parlaments-Stipendium entschieden, "weil es eine sehr gute Möglichkeit ist, mit der parlamentarischen Arbeit in Deutschland vertraut zu werden."

Die Grünen-Abgeordnete Schulz-Asche will ihren neuen Stipendiaten mit zu den Sitzungen des Gesundheitsausschusses sowie in den Unterausschuss "Bürgerschaftliches Engagement" nehmen und außerdem mit ihm in ihren hessischen Wahlkreis fahren. Dieses Jahr möchte sie auch wieder zur Bundestagswahl antreten. Leke Batalli freut sich sehr darauf, seine Mentorin bei ihrer Kandidatur zu unterstützen.

Zwei Frauen und ein Mann sitzen auf einer gepolsterten Bank und unterhalten sich.

Der Linksabgeordnete Alexander Ulrich (rechts) lernt beim Gespräch mit mitmischen-Autorin Beatrice seine Stipendiatin Taissiya Sutormina (links) aus Kasachstan kennen. – © Michael Kuchinke-Hofer

"Man muss jungen Leuten zeigen, dass es sich lohnt, sich für Demokratie zu engagieren."

Alexander Ulrich (Die Linke) findet die 13 Wochen unglaublich spannend, weil er jedes Mal junge Leute aus Ländern bei sich hat, über die er selbst noch nicht so viel weiß. Wichtig ist ihm auch, dass "man jungen Leuten zeigt, dass es sich lohnt, sich für Demokratie zu engagieren."

Alexander Ulrich reist jedes Jahr ins Ausland, um Stipendiaten auszusuchen. Dieses Jahr traf er in Kasachstan Taissiya Sutormina (23). Sie hat an der Deutsch-Kasachischen Universität "Internationale Beziehungen" studiert und sich darin auf politische Forschungen spezialisiert.

Der Abgeordnete möchte sie mit in den Europa-Ausschuss nehmen, sie kommt für ein paar Tage mit in seinen Wahlkreis nach Kaiserslautern. Dort erhält sie dann Einblicke, wie ein Abgeordneter die Bundestagswahl vorbereitet. Taissiya Sutormina freut sich sehr auf die Vorbereitungen der Wahlen und möchte zukünftig auch gerne bei Plenarsitzungen als Zuschauerin dabei sein.

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