"Ich war überglücklich, als ich seinen Namen auf dieser Wand gesehen habe." Anar Najafov schickte sofort Fotos zu seiner Familie in Aserbaidschan. Die war mindestens so stolz wie der 27-Jährige, der an der Uni Eichstätt seine Doktorarbeit schreibt. "Mein Großvater hat immer diese Geschichte erzählt." Doch seine Familie glaubte ihm damals nicht.
Anar Najafovs Opa lebt nicht mehr. Aber ein Porträt, das dieser damals in Potsdam malen ließ, hat im Hause Najafov bis heute einen Ehrenplatz. 31 Jahre alt war er beim Sieg der Alliierten über Nazideutschland.
"Und heute stehen wir beide hier und machen Politik"
Von März bis Juli arbeitete der Teilnehmer am Internationalen Parlamentsstipendium (IPS) im Büro von Rüdiger Kruse (CDU/CSU). Im Innenhof des Reichstagsgebäudes füllte er gemeinsam mit "seinem" Abgeordneten und Besuchern aus dessen Wahlkreis Erde in das Kunstprojekt "Der Bevölkerung", eine "Inschrift" aus Leuchtbuchstaben. Bei einem dieser Besucher-Rundgänge stieß er auf die 66 Jahre alte kyrillische Inschrift seines Großvaters.
Anar Najafovs parlamentarische Höhepunkte waren Sondersitzungen zum Atomausstieg und die Rede des japanischen Botschafters zu den Ereignissen in Fukushima im Umweltausschuss. Später will der IPSler in die Politik, sein Land gestalten.
Auch Rüdiger Kruse hat diese "Familienzusammenführung" berührt. Sein Vater war als junger Mann ebenfalls Soldat, allerdings auf "der anderen Seite". "Und heute stehen wir beide hier und machen Politik." Für seine Besuchergruppen hat der Parlamentarier nun eine ganz besondere Anekdote in petto.






