Inhalt


Happy Birthday, BAföG!

Eine gute Ausbildung ist teuer – und oft können Eltern ihren Kindern finanziell nicht so unter die Arme greifen, wie sie es gerne würden. Darum ermöglicht das sogenannte Bundesausbildungsförderungsgesetz – kurz BAföG – nun schon seit 40 Jahren gleiche Bildungschancen für Studenten und inzwischen auch Schüler und Auszubildende.

Ein Geburtstagskuchen mit brennenden Kerzen

40 Jahre auf dem Buckel und noch immer heiß begehrt: Alles Gute, BAföG! – © dpa/ Image Source Emmerich Webb


"Ohne BAföG würde es bei mir wegen der Miete in meiner neuen WG ziemlich knapp werden", sagt Caro. Die 19-Jährige studiert Medienforschung an der TU Dresden und bezieht wie 592.000 andere Studenten in Deutschland Geld vom Staat. Bei ihr sind es 242 Euro im Monat, der Höchstsatz liegt aktuell bei 670 Euro.

Früher gab's BAföG geschenkt

1971 führte die damalige sozial-liberale Koalition aus SPD und FDP, unter der Kanzlerschaft von Willy Brandt, das BAföG als Vollzuschuss ein. Bedeutet: Die Studenten mussten nichts zurückzahlen. Ziel der Einführung war das Erreichen einer realen Chancengleichheit im Bildungssystem.

Der Kreis der Förderungsberechtigten wurde im Laufe der 70er Jahre erweitert: Neben Studierenden hatten nun auch Auszubildende und Schüler Anspruch auf die finanzielle Förderung. Doch schon im Jahr 1974 gab es die erste Änderung im Bundesausbildungsförderungsgesetz: Der Staat verlangte nun einen Teil der Förderung zurück: 70 Deutsche Mark mussten Studenten zunächst für jeden Monat zurückzahlen, in dem sie BAföG bekommen hatten.

Fast ausgeBAföGt in den 80er Jahren

Von 1983 bis 1990 wurde der Darlehensanteil auf 100 Prozent erhöht. Damit zog sich der Staat komplett aus der bezuschussten Förderung zurück. Auch die Förderung von Schülern wurde weitgehend abgeschafft. Ab 1990 galt schließlich immerhin fifty-fifty: 50 Prozent gab's als Zuschuss, die andere Hälfte als zinsloses Darlehen.

Anpassungen im neuen Jahrtausend

1998 hatte die Ausbildungsförderung nach zahlreichen Änderungen schließlich ihren Tiefpunkt erreicht: Nur noch 13 Prozent der Studierenden nutzten es als Finanzierungsquelle. Doch im Jahr 2001 gab es unter der rot-grünen Regierung eine weitreichende Reform, bei der die Förderbeträge angehoben wurden. Das machte das BAföG wieder attraktiv: Nur zwei Jahre später bezogen wieder fast doppelt so viele Studenten diese finanzielle Unterstützung, nämlich ganze 25 Prozent.

Das Einkommen der Eltern spielt eine große Rolle

Auch heute – unter Gültigkeit des 23. BAföG-Änderungsgesetzes – bekommen förderungsberechtigte Studenten 50 Prozent ihres individuellen BAföG-Satzes vom Staat geschenkt, die anderen 50 Prozent als zinsloses Darlehen. Doch nicht nur Studenten profitieren von den Sozialleistungen: Auch Schüler und Auszubildende können unter bestimmten Bedingungen gefördert werden, je nach Schulart, persönlicher Wohnsituation und Entfernung der Schule vom Elternhaus.

In Caros Freundeskreis sind viele BAföG-Empfänger: "Ich würde schätzen, so knapp die Hälfte." Jeder von ihnen musste einen aufwändigen Antrag stellen, bei dem das Einkommen der Eltern, Geschwister und eigene Vermögenswerte geprüft wurden. "Es ist anstrengend, schließlich muss man sein komplettes Finanzleben einreichen", sagt Caro. Gerecht findet sie es aber schon: "Warum auch sollte jemand BAföG bekommen, dessen Eltern genug Geld haben?"


Kommentare

 
 

Dein Kommentar



Artikel bewerten: