Voll dabei im Schulhaus
"In der Schule habe ich eh nicht viel zu sagen." Quatsch mit Soße! Mit schulischem Engagement könnt ihr viel erreichen. Wer euch dabei unterstützt und wer für was zuständig ist:
Mitspracherecht: Schüler, Lehrer und Eltern
Wie können Schulwege sicherer gemacht werden? Wohin führt der nächste Wandertag? Sind die Bewertungsmaßstäbe angebracht? Lehrer, Schüler und deren Eltern können Komitees bilden, sich für ihre Interessen einsetzen und gemeinsam Antworten auf solche Fragen finden. In der Regel ist die Schulkonferenz das oberste Mitwirkungsgremium. Sie berät in grundsätzlichen Angelegenheiten der Schule. Mitglieder der Schulkonferenz sind meist der Direktor sowie die gewählte Vertretung der Lehrerinnen und Lehrer, Eltern, Schülerinnen und Schüler.
Klassensprecher: Führungsqualitäten beweisen
Schule und Bildung sind Ländersache. Daher werden Schulgesetze und -verordnungen von den Länderparlamenten und -ministerien ausgetüftelt. Somit gibt es in Deutschland 16 verschiedene Bildungssysteme und damit auch 16 verschiedene Gesetze und Verordnungen, die die Schülervertretung betreffen.
Trotzdem lassen sich Parallelen in allen Bundesländern feststellen. So bilden alle Klassensprecher die Schülervertretung einer Schule. Deren Mitglieder wirken an der Gestaltung des Schullebens mit und beraten beispielsweise über folgende Fragen: "Sollten Streitschlichter ausgebildet werden?" oder "Wie können wir die Mittagsbetreuung verbessern?"
Mehr Infos zur Demokratie in der Schule findet ihr auf bildungsserver.de
Was mit Politik!
Politisches Interesse bedeutet Neugier, Aufmerksamkeit und Wachheit gegenüber politischen Angelegenheiten. Wer all das hat und Gleichgesinnte sucht, der kann sich politisch engagieren – etwa in Jugendorganisationen von Parteien. Debattiert wird hier über Themen, die speziell junge Menschen betreffen: Schule, Kinderarmut oder das Wahlrecht ab 16. Ziel ist die Mitgestaltung und damit die aktive Teilnahme an der Politik. Ihr politischer Einsatz reicht dabei von Podiumsdiskussionen, Seminaren und Kongressen über Workshops bis hin zur Teilnahme oder gar Ausrichtung von Demonstrationen.
Die Junge Union ist die gemeinsame Jugendorganisation der beiden Parteien CDU und CSU. Sie geht von einem christlich geprägten Menschenbild aus, tritt für den freiheitlichen Rechtsstaat ein und will die soziale und ökologische Marktwirtschaft. Die Junge Union ist mit rund 130.000 Mitgliedern der größte politische Jugendverband in Deutschland und Europa.
Die Jugendorganisation der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) titelt sich kurz Jusos. Ihre Mitglieder setzen sich besonders für die Werte Solidarität, Freiheit und Gerechtigkeit ein. 70.000 Mitglieder zählen die Jusos.
Die Jugendorganisation der Freien Demokratischen Partei Deutschlands (FDP) setzt sich für Liberalismus, also die Förderung der Freiheit des Einzelnen, und für Bürgerrechte ein. Bundesweit gehören rund 11.500 Mitglieder den "JuLis“ an.
Linksjugend Solid lautet der Name der Jugendorganisation der Partei Die Linke. Die Linksjugend ist ein "sozialistischer, antifaschistischer, basisdemokratischer und feministischer Jugendverband.“
Wer es politisch eher grün mag, der könnte sich bei der Grünen Jugend engagieren, die derzeit 8.500 Mitglieder zählt. Das ist die Jugendorganisation der Partei Bündnis 90/Die Grünen. Nachhaltiger Umweltschutz und die gewaltfreie Lösung von Konflikten liegen den Anhängern besonders am Herzen.
Bedürftige unterstützen, Selbstbewusstsein stärken
Neben schulisch und politisch könnt ihr euch noch zivilgesellschaftlich engagieren. Zahlreiche Jugendorganisationen bieten entsprechende Programme – nicht nur vor der eigenen Haustür! Einige Beispiele.
Erste Hilfe von Djrk
Das Deutsche Jugendrotkreuz, kurz DJRK, ist der eigenverantwortliche Jugendverband des Deutschen Roten Kreuzes. Über 113.000 junge Mitglieder engagieren sich hier für Gesundheit, Umwelt, Frieden und internationale Verständigung. "DJRK-ler" treffen sich regelmäßig zu Gruppenstunden, beschäftigen sich mit Themen wie Erste Hilfe, Soziales, Gesundheit, Berg- oder Wasserrettung und helfen im Schulsanitätsdienst aus.
Natur schützen mit NAJU
Die Naturschutzjugend, kurz NAJU, ist die Jugendorganisation des Naturschutzbundes Deutschland. Mit rund 75.000 Mitgliedern im Alter von sechs bis 27 Jahren ist es der größte Jugendumweltverband Deutschlands. NAJU bietet viele Möglichkeiten, sich für Natur und Umwelt zu engagieren. So treffen sich in lokalen Jugendgruppen Schüler, Azubis und Studierende und kümmern sich etwa in Naturschutzzentren um Biotope, bedrohte Pflanzen und Tiere.
Weit weg mit "weltwärts"
weltwärts ist der Freiwilligendienst des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Der Lerndienst richtet sich an junge Menschen von 18 bis 28 Jahren. Mithelfen in einer Gehörlosenschule in Uganda oder Computerunterricht in Mexiko: Die Arbeitsbereiche sind vielfältig und umfassen etwa Bildung, Jugendbeschäftigung, Gesundheit, Umwelt- und Ressourcenschutz, Demokratisierung und Menschenrechte. Langfristig werden pro Jahr etwa 10.000 Freiwillige in Projekte der deutschen Entwicklungszusammenarbeit entsendet. Mindestens sechs Monate Aufenthalt sind Pflicht, ein längerer Aufenthalt ist erwünscht.
Horizont erweitern mit IJFD
Der Internationale Jugendfreiwilligendienst, kurz IJFD richtet sich an Jugendliche im Alter von 18 bis 26 Jahren, die ein Jahr fernab von Deutschland verbringen möchten. Die Freiwilligenarbeit im Ausland dauert zwischen sechs und 18 Monaten und findet in gemeinnützigen Einrichtungen statt, also etwa Kinder- und Jugendeinrichtungen, Altenheimen oder Bildungsinstitutionen, aber auch im Umwelt- und Naturschutz. Der Jugendfreiwilligendienst wird teilweise vom Ministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Unterkunft und Verpflegung wird kostenfrei zur Verfügung gestellt, auch ein Taschengeld gezahlt. Dabei kommt es übrigens nicht darauf an, welche Schullaufbahn eingeschlagen wurde oder abgeschlossen ist.