Das Ausüben von Gewalt vermittelt den Tätern das Gefühl, Macht über die Opfer zu haben. Das gilt nicht nur für körperliche Gewalt, sondern auch für psychische. Faustschlag, Messerstich und Schwitzkasten sind nicht die einzigen Mittel, mit denen Täter ihre vermeintliche Stärke demonstrieren. Schikanieren Schüler ihre Klassenkameraden für längere Zeit, ohne sie körperlich anzugreifen, sprechen Fachleute von Mobbing. Mobbing kommt sogar häufiger vor als körperliche Gewalt. Bei einer Umfrage des Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) gaben 11,4 Prozent der Schüler und Schülerinnen an, im letzten Jahr, Opfer einer Gewalttat geworden zu sein, aber 19,1 Prozent wurden gemobbt. Im Klartext: Etwa jeder zehnte Schüler wurde schon einmal Opfer einer Gewalttat, aber etwa jeder fünfte Schüler bereits einmal Opfer von Mobbing. Und Mobbing kann schlimm enden: Opfer von Mobbingattacken denken laut des KFN häufiger an Selbstmord.
Alles andere als selten
Beim Mobbing kennen sich übrigens Opfer und Täter meistens. Mädchen wurden mit rund 22 Prozent häufiger gemobbt als Jungen (etwa 17 Prozent). Dafür spielt sich aber körperliche Gewalt eher zwischen Jungen ab. Und Mobbing ist Schulsport: 80 Prozent aller Mobbing-Taten finden nach den Erkenntnissen des KFN im schulischen Umfeld statt.
Auch im Internet
Noch recht neu ist das sogenannte "Cyberbullying". Eine extreme Form, die durch neue Medien entstand. Die Täter nutzen soziale Netzwerke, Chatrooms, Foto- und Video-Funktionen von Handys, SMS und E-Mails, um andere Jugendliche zu demütigen, bloßzustellen und zu bedrohen. Das Problem: Was einmal öffentlich im Netz kursiert, lässt sich kaum mehr entfernen.
Björn Bossmann






