Bis Ende Juli werden die Stipendiaten die meiste Zeit in Büros von Abgeordneten arbeiten. Sie kommen vor allem aus mittel- und osteuropäischen Ländern, aber auch aus den USA, Frankreich und Israel sowie aus der Südkaukasus-Region. 1986 startete das Programm mit elf jungen Akademikern aus den USA. Seit 1990 sind mittel-, südost- und osteuropäische Länder vertreten, 2009 kam Israel dazu. Und auch in diesem Jahr feiert das IPS eine Premiere: Zwei Stipendiaten kommen aus Montenegro, der ehemaligen jugoslawischen Teilrepublik.
Nebenbei an den Berliner Unis studieren
Das Ziel des Programms ist, die Beziehungen zwischen Deutschland und den Teilnehmerländern sowie demokratische Werte zu stärken. Es soll das Verständnis für kulturelle Vielfalt vertiefen und das friedliche Zusammenleben in der Welt sichern. Unterstützt wird der Bundestag dabei von der Humboldt-Universität, der Freien Universität und der Technischen Universität (TU) Berlin, wo die Stipendiaten nebenbei auch Lehrveranstaltungen besuchen können.
Am 13. März fängt das Praktikum in den MdB-Büros an. Offiziell begrüßt werden die Stipendiaten dann am 22. März von Bundestagsvizepräsident Eduard Oswald (CDU/CSU) und TU-Präsident Prof. Dr.-Ing. Jörg Steinbach. Einer der Höhepunkte wird Ende Juni der Empfang bei Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert (CDU/CSU) sein. Daneben stehen unter anderem Seminarreisen, Workshops, Besuche der politischen Stiftungen und ein Treffen mit ehemaligen IPSlern auf dem Programm.
Pilotprojekt für arabische Stipendiaten
Im Herbst kommen außerdem zum ersten Mal Stipendiaten aus arabischen Ländern nach Berlin. Damit will der Bundestag die Entwicklung parlamentarischer Demokratien und der Zivilgesellschaften im arabischen Raum unterstützen. Die Pilotphase dauert vier Wochen: vom 8. September bis zum 7. Oktober. Geplant sind unter anderem eine Einführung in die Grundlagen des politischen Systems und die parlamentarischen Abläufe im Bundestag, Kurzpraktika in den Büros von Abgeordneten sowie Ausflüge nach Weimar und zur Gedenkstätte Buchenwald.
Die Voraussetzungen sind ein abgeschlossenes Hochschulstudium, sehr gute Deutschkenntnisse, Interesse an politischen Zusammenhängen sowie gesellschaftliches und politisches Engagement. Bis zu 20 Akademiker aus Ägypten, Jemen, Jordanien, Katar, Kuwait, Oman, Libyen, Marokko, Tunesien, Libanon, den Vereinigten Arabischen Emiraten und den Palästinensischen Gebieten können sich noch bis 30. April bei der Bundestagsverwaltung bewerben. Dafür ist auch ein aktuelles Empfehlungsschreiben eines Hochschulprofessors oder eines Arbeitgebers nötig (auf Deutsch oder Englisch).
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