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Das Rückgrat der deutschen Wirtschaft

Kleine und mittlere Unternehmen bekommen oft nicht die Aufmerksamkeit, die sie verdienen. Denn sie bilden den Mittelstand – zu dem fast alle Unternehmen in Deutschland zählen. Anlässlich einer Großen Anfrage der SPD-Bundestagsfraktion an die Bundesregierung liefert mitmischen-Autorin Milena Zahlen, Daten und Fakten zum Mittelstand.

Junge Schornsteinfeger in Arbeitskleidung

© dpa-Report


Ende Mai stellte die SPD-Fraktion eine Große Anfrage an die Bundesregierung. Darin finden sich zahlreiche Fragen zu mittelständischen Unternehmen, etwa zur Entwicklung, ebenso wie zum Fachkräftebedarf. Doch wer zählt überhaupt zum Mittelstand?

Früher bezeichnete der Mittelstand das Bürgertum. Also eine gesellschaftliche Schicht, die gemessen an Einkommen, Vermögen oder Beruf eine mittlere Stellung einnahm. Heute bezieht sich der Begriff auf kleinere und mittlere Unternehmen (KMU) aus Wirtschaftsbereichen wie Industrie, Handwerk und Handel, die nach Definition der Europäischen Kommission einen Jahresumsatz von höchstens 50 Millionen Euro machen und in denen nicht mehr als 249 Mitarbeiter angestellt sind.

Kleinst-, kleine und mittlere Unternehmen

Unter den Mittelstand fallen auch Kleinstunternehmen, die – wie der Name schon verrät – die kleinste Unternehmensform darstellen: Nach Einteilung der Europäischen Kommission gibt es dort nicht mehr als neun Mitarbeiter und der Umsatz beschränkt sich auf maximal zwei Millionen Euro im Jahr. Zum Mittelstand gehören außerdem Betriebe, die im Jahr unter zehn Millionen Euro erwirtschaften und in denen zehn bis 49 Angestellte arbeiten, die sogenannten kleinen Unternehmen. Mittlere Unternehmen haben einen Umsatz von weniger als 50 Millionen Euro und höchstens 249 Beschäftigte. Firmen mit mehr Beschäftigten und höherem Umsatz gelten als Großunternehmen.

Dieser Definition nach zählen 99,5 Prozent der Unternehmen in Deutschland zu den kleinen und mittleren Unternehmen. Sie erwirtschaften 37,8 Prozent aller Umsätze. 55,1 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten aller Unternehmen arbeiten in mittelständischen Betrieben.

Wer beim Mittelstand außerdem an Familienbetriebe denkt, liegt nicht ganz falsch. Denn viele mittelständische Unternehmen sind auch gleichzeitig Familienunternehmen. Allerdings zeichnen sie sich nicht durch ihre Größe, sondern durch ihre Geschäftsführung aus. Gehört zwei Personen oder ihren Familienangehörigen mindestens die Hälfte einer Firma, handelt es sich um ein Familienunternehmen. So können aber auch Konzerne mit mehr als 249 Beschäftigten ein solches sein.

Konstante Entwicklung

In Deutschland zählen rund 3,6 Millionen Unternehmen zum Mittelstand. Daran hat sich in den vergangenen 20 Jahren nichts geändert. Auch in anderen Ländern sieht es ähnlich aus: Innerhalb der EU ist der Anteil kleinster, kleiner und mittlerer Unternehmen vergleichbar hoch, nämlich 99,8 Prozent.

2009 waren in Deutschland in den kleinen und mittleren Unternehmen 13,9 Millionen Menschen beschäftigt. Davon arbeiteten rund 3,9 Millionen Beschäftigte in kleinsten, 4,7 Millionen in kleinen und 5,2 Millionen in mittleren Unternehmen. Insbesondere im Bau- und Gastgewerbe sowie im Handel finden sich viele mittelständische Unternehmen.

Doch auch große Unternehmen sind für die deutsche Wirtschaft enorm wichtig. Zu ihnen zählen etwa 16.700 Betriebe, bei ihnen arbeiten aber mit etwa 11,3 Millionen überproportional viele Menschen, nämlich rund 45 Prozent aller Beschäftigten. Vor allem in der Energieversorgung haben Großunternehmen die Nase vorn: Dort haben rund 195.000 Mitarbeiter eine Stelle – also etwa 87 Prozent der Menschen, die in diesem Wirtschaftszweig beschäftigt sind.

Arbeitgeber für viele Auszubildende

In mittelständischen Unternehmen arbeiteten 2006 bis 2010 jährlich jeweils rund 72 Prozent der Auszubildenden, 2010 waren es exakt 72,6 Prozent. 26,6 Prozent von diesen absolvierten ihre Ausbildung in mittleren, 25,6 Prozent in kleinen und 20,3 Prozent in Kleinstbetrieben. In ganzen Zahlen: Von insgesamt rund 1,7 Millionen Auszubildenden waren etwa 1,2 Millionen im Mittelstand beschäftigt, die übrigen in Großunternehmen.


Kommentare

 

Maria schrieb am 18.08.2012 18:11

Nun, ich sehe bundesweite keine vgcaleirhbere Veranstaltung nicht eine.Beim Innovationstag Mittelstand des BMWi trifft man fcber 200 Firmen- und Forschungschefs, branchenfcbergreifend aus se4mtlichen Bundesle4ndern; allesamt vertreten sie kleine, hoch innovativen Unternehmen. Ffcr Studierende eine spannende Gelegenheit zum direkten Dialog. Allgemein gelten ja Konzerne als attraktive Arbeitgeber. Aber Hand aufs Herz, wer weiss schon, wie es in den kleinen Le4den zugeht, wo die entscheidenden Unterschiede hinsichtlich Ffchrungshierachien, Verantwortungsfcbernahme, Spielraum ffcr die Mitarbeiter liegen? Und wann hat man schon mal die Gelegenheit, sich auf einen Schlag aus erster Hand fcber An-, Herausforderungen und inhaltliche Schwerpunkte in nahezu jeder Industriebranche zu informieren? Kostenfrei zumal.Im Grunde mfcsste auch die Industrie dort mit ihren Vertretern Schlange stehen. Schliedflich werden nicht nur sehr konkrete neue Produkte und Verfahren geboten, sondern man trifft konzentriert auch die, die sie ermf6glichten und in ihren Forschungsbereichen meist Kf6nige der Nische sind, hf6chstens regional bekannt, aber als Dienstleister oder Entwicklungspartner audferordentlich kompetent Und genau die vom Autor geforderte Ff6rderung sinnvoller, aussichtsreicher Ideen bis zur realen Innovation findet ja statt etwa durch das Programm des BMWi, das all den gezeigten Neuentwicklungen zugrunde liegt. ((Allein in den letzten zwei Jahren wurden fcber diese Schiene rund 13.000 (!) konkrete Projekte geff6rdert mit 1,6 Milliarden Euro ))Genau deshalb ist diese Innovationsschau ja auch ffcr Vertreter solcher Unternehmen spannend, die vielleicht selbst noch nicht Forschung und Entwicklung betreiben, es aber gern te4ten. Denn die finden in Berlin kostenlose, sehr konkrete Beratung zu den ZIM-Ff6rdermf6glichkeiten

 

 

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