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Die Autorin

Ein braunhaariges Mädchen hält die Hände am Kopf und lächelt

Anne Juliane Wirth (25)
studiert Politikwissenschaft

Erasmus-Plus
Mehr Geld für die EU-Jugend

16.05.2017 |

Im EU-Ausland zur Schule gehen, studieren, jobben – Erasmus Plus macht's möglich. Das Programm für Studien- und Lernaufenthalte im Ausland soll nach dem Willen der Koalitionsfraktionen mehr Geld bekommen. Anne Juliane hat sich schlau gemacht.

Jugendliche schwenken Europa-Flagge vor römischem Collosseum

Fast 15 Milliarden Euro fließen in das Erasmus-Plus-Programm. – © dpa

Im EU-Ausland zur Schule gehen, studieren, jobben – Erasmus Plus macht's möglich. Das EU-Programm für Studien- und Lernaufenthalte im Ausland soll nach dem Willen der Koalitionsfraktionen mehr Geld bekommen, denn die Nachfrage ist riesig. Einen entsprechenden gemeinsamen Antrag von CDU/CSU und SPD hat der Bundestag kürzlich beraten.

Dass die EU-Jugend und auch immer mehr Erwachsene im Ausland Erfahrungen sammeln können, lassen sich Europas Steuerzahler viel kosten: Das Budget von "Erasmus Plus" für den Zeitraum von 2014 bis 2020 wurde gegenüber der Vorperiode um 40 Prozent auf 14,7 Milliarden Euro erhöht. Mehr als vier Millionen Menschen sollen bis 2020 von den EU-Mitteln profitieren.

Hauptsache mobil

Austausch- und Mobilitätsprogramme werden von der EU schon lange gefördert. Es gibt sie in unterschiedlichen Bereichen – von Kindergärten über Schulen bis hin zu Auslandssemestern. Das wohl bekannteste Programm heißt seit 2014 Erasmus+.

Der Begriff steht für die Abkürzung für "European Community Action Scheme for the Mobility of University Students". Was kompliziert klingt, bedeutet, dass durch die Zusammenarbeit von Hochschulen die grenzüberschreitende Mobilität von Studenten und Dozenten gefördert wird, um einen europäischen Hochschulraum zu schaffen. Dazu gehören unter anderem die Einführung gemeinsamer und vergleichbarer Studienabschlüsse und ein Leistungspunktesystem. Die verschiedenen Studienmodule können durch dieses System vergleichbar gemacht werden.

Jaques Delors gab den Anstoß

Geboren wurde die Idee in der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft. 1971 beabsichtigten die damaligen neun Mitglieder, im Bereich der Hochschulausbildung verstärkt zusammenzuarbeiten. Doch erst der französische Politiker Jacques Delors, ab 1985 EG-Kommissionspräsident, befeuerte die Gründung. Er wollte, dass zehn Prozent der Studierenden an dem Mobilitätsprogramm teilnehmen. Gesagt, getan: Am 15. Juni 1987 wurde das Erasmus-Programm im Ministerrat verabschiedet.

Sprungbrett fürs Auslandssemester

Heutzutage steht Erasmus+ für gemeinsames, grenzüberschreitendes Lernen. Erasmus-Semester sind gut geeignet für alle, die einige Monate ins Ausland wollen. An dem Programm beteiligen sich 33 Länder: die 28 Mitgliedstaaten der EU sowie Island, Norwegen, Liechtenstein, die Türkei und die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien. Junge Menschen können drei bis zwölf Monate im Ausland verbringen.

Das Programm deckt Praktika von zwei bis zwölf Monaten und Studienaufenthalte von drei bis zwölf Monaten ab. An der Gasthochschule muss man keine Studiengebühren zahlen, Leistungen werden für das eigene Studium anerkannt. Monatlich bekommt man bis zu 500 Euro fürs Studium. Für ein Praktikum gibt es bis zu 700 Euro. Das hängt unter anderem davon ab, wie hoch die Kosten für Lebensmittel und Wohnung im Gastland sind.

Shootingstar Erasmus

Dass junge Menschen das Erasmus-Programm gerne in Anspruch nehmen, zeigen die Zahlen: Von 1987 bis 2014 wurden rund 522.000 Auslandsaufenthalte gefördert.

Bis 2013 lief Erasmus als Teil des EU-Programms für lebenslanges Lernen. Seit 2014 läuft es unter "Erasmus+" weiter. Unter der neuen Bezeichnung werden das Studentenaustauschprogramm Erasmus, das Master- und Doktorandenprogramm Erasmus Mundus, Erasmus für Jungunternehmer, Comenius für Schulbildung, Leonardo da Vinci für Berufsbildung und Grundtvig für Erwachsenenbildung zusammengeführt. Damit hat die EU sämtliche Bildungs- und Jugendprogramme gebündelt und um den Bereich Sport ergänzt. Bis 2020 läuft die aktuelle Programmgeneration.

Weniger Papierkram

Der Antrag der Koalitionsfraktionen sowie ein Antrag von Bündnis 90/Die Grünen wurden inzwischen auch im Bildungsausschuss diskutiert. Dort fand Ende April ein Fachgespräch mit Experten statt. Sie machten einige Verbesserungsvorschläge und forderten unter anderem, dass Antrags-, Abrechnungs- und Berichtspflichten für schulische Projekte vereinfacht werden und es bessere Zugangsmöglichkeiten gibt für Jugendliche, die nicht studieren.

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