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Planspiel Politik
Wofür und wogegen bin ich?

18.06.2015 |

Nerven bewahren, streiten, Kompromisse suchen: 315 Jugendliche haben am Planspiel "Jugend und Parlament" im Bundestag teilgenommen. Das Los hat entschieden, wer zu welcher Fraktion gehört. Die Jungparlamentarier debattierten im Plenarsaal und brachten vier Fake-Gesetze auf den Weg.

JuP_2015_Fraktionssitzung

So schnell kann´s gehen: Nur wenige Stunden nach Planspiel-Beginn herrscht in den fiktiven Fraktionen schon absolutes Einvernehmen. – © Lukas J. Herbers


Schüler Julian ist plötzlich stellvertretender Fraktionsvorsitzender und die junge CDU-Anhängerin wird zur Abgeordneten einer linken Oppositionsfraktion: Rollentausch war in diesen Tagen angesagt im Bundestag. Vom 13. bis 16. Juni fand dort das Planspiel "Jugend und Parlament" statt. 315 Jugendliche aus ganz Deutschland schlüpften in die Rolle von Bundestagsabgeordneten und diskutierten vor laufenden Plenarsaal-Kameras.

Klickt euch live rein!

Zu Beginn des Planspiels erhielt jeder Teilnehmer zunächst eine neue Identität. Über politische Ausrichtung und Fraktionszugehörigkeit hat das Los entschieden. Nicht selten müssen dabei einige über ihren Schatten springen, um beispielsweise als politisch Linksorientierte(r) in die Rolle eines/einer eingefleischten Konservativen zu schlüpfen oder umgekehrt.

Die fiktiven Fraktionen

Es gab vier fiktive Fraktionen: die der Christlichen Volkspartei (CVP), die der Arbeitnehmerpartei Deutschlands (APD), die der Partei der sozialen Gerechtigkeit (PSG) und die der Ökologisch-Sozialen Partei (ÖSP).

In ihren Rollen erlebten die Jugendlichen die parlamentarische Arbeit hautnah. Sie saßen im echten Plenarsaal, haben diskutiert, überzeugt, gezankt und Kompromisse gesucht. Dabei sprachen sie auch am Rednerpult direkt unter dem Bundesadler – ganz wie echte Politiker.

Wo liegt Illyrien?

Ihr rhetorisches und diplomatisches Geschick haben die Planspiel-Teilnehmer an folgenden fiktiven Gesetzentwürfen getestet: an einer Gesetzesvorlage zur Einführung chancengleicher Bewerbungen für die Behörden des Bundes, einer zur Verbesserung des Tierschutzes in der Landwirtschaft, einer dritten zur Aufnahme von EU-Beitrittsverhandlungen mit dem fiktiven Balkanstaat Illyrien und auch zur Einwanderung stand ein Gesetzentwurf auf der Tagesordnung. Nach welchen Kriterien soll Einwanderung bewilligt werden?

Sitzungen, Treffen, AG's

Die Nachwuchsabgeordneten erlebten einen wahren Crashkurs in Sachen Fraktionen, Arbeitsgruppen und Ausschüsse. So standen Fraktions- und Ausschusssitzungen auf dem Tagesplan, gefolgt von zwei abschließenden Debatten im Plenarsaal. Zum Abschluss folgte dann eine Plenarsitzung unter Leitung von den Bundestagsvizepräsidenten Petra Pau (Die Linke), Edelgard Bulmahn (SPD), Claudia Roth (Bündnis 90/Die Grünen), Peter Hintze (CDU/CSU), Ulla Schmidt (SPD) und Johannes Singhammer (CDU/CSU) – die echten. Die Mitschnitte davon könnt ihr euch online anschauen.

Echte Fraktionschefs treffen auf Fake-Politiker

Auch echte Abgeordnete aus den Fraktions-Spitzen nahmen die Arbeit der Jung-Parlamentarier unter die Lupe: die stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Nadine Schön (CDU/CSU) und Dr. Carola Reimann (SPD) sowie die Fraktionsvorsitzenden Dr. Gregor Gysi (Die Linke) und Katrin Göring-Eckardt (Bündnis 90/Die Grünen). Moderiert wurde die Auswertung übrigens von der bekannten Journalistin Bettina Schausten aus dem ZDF-Hauptstadtstudio. Dienstag, Punkt 14 Uhr, war dann alles vorbei und die fiktiven Fraktionen zerfielen wieder zu Grüppchen "normaler" Jugendlicher. Nach vier anstrengenden Parlaments-Tagen ehrte der echte Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert (CDU/CSU) die Teilnehmer in einer Rede, bevor sie wieder in ihren Alltag zurückkehrten. (iw)



Kommentare

 

Werner Zinke schrieb am 13.06.2015 13:55

Wie groß war und ist der tatsächliche Einfluss der Bilderberg-Meetings auf die Politik der westlichen Schein-Demokratien ? Nach meinen Erkenntnissen : Ganz gewaltig ! Hier trifft sich alljährlich eine sogenannte Weltelite aus Finanz und Wirtschaft und erteilt den geladenen Politikern Anweisungen, was zu tun und zu lassen ist. Auch personelle Weichenstellungen werden von dieser eigentlichen Weltregierung eingefädelt. Durch diese seit 1954 geschaffene NEUE WELTORDNUNG haben alle Staatsregierungen und Parlamente nur noch Marionetten-funktion zur Sicherung von Absatzmärkten, Ausbeutung und Versklavung.

 

 

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