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EU
Geht wählen!

Auf den Boden ist ein Pfeil gesprüht.

Welches das richtige Wahllokal ist, steht in eurer Wahlbenachrichtigung. – © picture alliance/chromorange

Soll man (18+) sich wirklich am kommenden Sonntag, den 25. Mai, aufraffen, und zur Europawahl gehen? Na klar! mitmischen.de hat Abgeordnete des Bundestages gebeten, die Zögerlichen von euch auf den letzten Drücker zu überzeugen. Gute Gründe für's Wählen gibt es viele, meinen die Parlamentarier und argumentieren mit Handygebühren, grenzenlosem Studieren und einer charmanten Portion Unperfektheit.

Eine junge blonde Frau lächelt in die Kamera.

Europa ist kein Beamtenprojekt, sagt Katrin Albsteiger. – © Presse

Katrin Albsteiger, CDU/CSU, Mitglied im Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union:

In Deutschland leben 81 Mio. Menschen. In China sind es 1,3 Milliarden – in Indien 1,2 Milliarden. Dieser Vergleich lässt einen vorausahnen, wer künftig in dieser Welt verstärkt die Standards setzen wird. Machen wir uns nichts vor: Es ist eine Illusion, dass wir Deutschen die große Weltpolitik allein stemmen werden. Für junge Menschen ist das besonders wichtig: Wie wir künftig leben, was wir uns leisten können, welche Chancen wir haben – das wird weltweit entschieden. Und deshalb brauchen wir Partner. Solche, die ähnliche Interessen und ein ähnliches Wertesystem haben. Deshalb ist der Staatenverbund Europa unverzichtbar. Aber: Die Bürger müssen mitreden können. Europa ist kein Beamtenprojekt. Die Bürgervertretung, in der der Willen der Menschen zum Ausdruck kommt – das ist das Europäische Parlament!

Portait einer Frau.

Triftige Gründe, zur EU-Wahl zu gehen, nennt Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD). – © Presse

Sabine Bätzing-Lichtenthäler, SPD, Mitglied im Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union:

Warum du das Europaparlament wählen gehen sollst?

Weil du einen Führerschein machen willst. Die EU hat in ihrer Führerscheinrichtlinie etwa über Regeln zur Erteilung der Fahrerlaubnis entschieden.

Weil du ein Handy hast. Die EU sorgt mit einer entsprechenden Telekommunikationsrichtlinie dafür, dass dein Mobiltelefon eine gute Qualität hat.

Weil du vielleicht in England studieren oder in Belgien arbeiten oder einen Schüleraustausch nach Polen machen möchtest. Die EU sichert in der Freizügigkeitsrichtlinie, dass du dir aussuchen kannst, wo du leben, wohnen und arbeiten möchtest.

Und weil du entscheiden kannst, wer über dich entscheidet, solltest du wählen gehen – und dich vorher über deine Alternativen informieren.

tefan Liebich steht vor einer Brücke, im Hintergrund fährt eine Straßenbahn vorbei.

Die EU-Wahl ist keine Selbstverständlichkeit, weiß der Linksabgeordnete Stefan Liebich. – © Presse/Uwe Steinert

Stefan Liebich, Die Linke, Obmann seiner Fraktion im Auswärtigen Ausschuss:

Wenn Ende Mai Millionen Menschen aus 28 Staaten in Europa ein gemeinsames Parlament wählen, dann ist das für junge Leute Normalität. Das war vor 25 Jahren undenkbar. Quer durch Europa zog sich eine unüberwindbare Grenze, zwei hochgerüstete Militärbündnisse, NATO und Warschauer Vertrag, standen sich hier gegenüber. Der Abbau des Stacheldrahts an Ungarns Grenze zu Österreich, die friedlichen Demonstrationen in Leipzig, Gdansk, Prag und anderen Orten Mittel- und Osteuropas haben dieser Teilung ein Ende bereitet. Sie schufen die Voraussetzung für die Einigung Europas. Deshalb ist diese Wahl keine Selbstverständlichkeit. Sie ist eine erkämpfte Möglichkeit, die Zukunft Europas demokratisch mitzugestalten.

Porträtfoto von Manuel Sarrazin

Beschreibt die Vorzüge der EU: Grünen-Abgeordneter Manuel Sarrazin. – © Presse

Manuel Sarrazin, Bündnis 90/Die Grünen, Sprecher für Europapolitik, Mitglied im Unterausschuss zu Fragen der Europäischen Union und im Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union:

Europa prägt unser Leben, wir erleben es täglich. Wir reisen, ohne den Pass vorzuzeigen oder Geld umzutauschen. Wir lernen und studieren grenzüberschreitend in den 28 Mitgliedsländern der Europäischen Union. Es erscheint uns mittlerweile selbstverständlich, doch das Projekt Europa garantiert uns Frieden und Wohlstand. Die europäische Idee wird derzeit durch rechte und antieuropäische Parteien bedroht, die auch wegen der geringen Wahlbeteiligung erschreckend hohe Chancen haben, viele Sitze im Parlament zu sichern. Am 25. Mai 2014 haben WIR die Möglichkeit über die Zusammensetzung des Europäischen Parlaments zu entscheiden. Deshalb wählen gehen – bei der Europawahl am 25. Mai zählt jede Stimme!

Ein junger Mann mit dunklen Haaren in Anzug schaut in die Kamera.

Martin Pätzold verlässt sich bei der Europawahl nicht allein auf Plakate. – © Laurence Chaperon

Martin Pätzold, CDU/CSU, ist Mitglied im Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union

Die Europawahl wird uns zeigen, wie zukünftige Herausforderungen angegangen werden, wie beispielsweise die Weiterentwicklung des Verbraucherschutzes im Internet, die Regelung eines nachhaltigen und verantwortungsbewussten Rohstoffverbrauchs, der Umgang mit den Folgen der Wirtschaftskrise. Die Aussagen auf den Plakaten an unseren Laternen können nicht im Geringsten zeigen, was hinter Europa steht und was die Wahl der unterschiedlichen Parteien auslöst. Das Wichtigste jedoch ist der Frieden in Europa und dass wir uns alle dafür einsetzen sollten, diesen zu schützen. Denn er ist unser wichtigstes Gut. Informiere dich. Geh wählen. Am 25. Mai 2014 in deinem Wahllokal.

Peer Steinbrück lehnt an einem Geländer im Bundestagsgebäude.

Peer Steinbrück von der SPD sagt, was euch die Europawahl angeht. – © Presse/Daniel Biskup

Peer Steinbrück, SPD, Mitglied im Auswärtigen Ausschuss:

Am 25. Mai habt ihr es in der Hand. Ihr entscheidet, welche Richtung Europa nimmt. Und ihr bestimmt erstmals mit, wer das Gesicht Europas, wer Präsident der Europäischen Kommission wird. Einige von euch werden sich vielleicht fragen, was geht mich das an? Klar, die EU steht für Frieden und den Euro – das ist recht abstrakt. Europa ist aber auch konkret: Wenn ihr im Ausland bald keine Roaming-Gebühren mehr für Telefonate bezahlen müsst, dann ist das Europa. Wenn ihr problemlos ein Semester im Ausland studieren könnt, dann ist das Europa. Und wenn ihr im Internet ungebremst surfen könnt, dann ist auch das Europa. Kurzum: Die EU geht uns alle an, gehen wir ihre Zukunft am 25. Mai gemeinsam an!

Auf einer Veranstaltung der Linken steht Sevim Dağdelen auf einer Bühne hinter dem Redepult.

Sevim Dağdelen (Die Linke) plädiert dafür, wählen zu gehen für eine Neugründung Europas. – © Presse

Sevim Dağdelen, Die Linke, Sprecherin ihrer Fraktion für Internationale Beziehungen, Mitglied im Auswärtigen Ausschuss:

Die Unterstützung einer Regierung in der Ukraine, an der Faschisten beteiligt sind, durch die EU mit milliardenschweren Finanzhilfen zeigt deutlich, dass die EU dabei ist, neben der NATO, die das atomare Aufrüstungsprojekt "Raketenschild" gegen Russland vorantreibt, zur Gefahr für den Frieden in Europa zu werden. Auch die verheerende Kürzungspolitik à la Merkel im Süden Europas spaltet die EU. Mit den Bankenrettungen sorgt die EU dafür, dass die Reichen immer reicher werden. Deshalb brauchen wir eine Neugründung Europas: Für ein Europa des Friedens und der Umverteilung durch eine Millionärssteuer. Denn die Grenze verläuft nicht zwischen den Völkern, sondern zwischen oben und unten.

Porträtfoto einer Frau mit braunen, schulterlangen Haaren und blauem Pullover

Sie will Europa nicht den Rechtspopulisten überlassen: Annalena Baerbock von den Grünen. – © Presse

Annalena Baerbock, Bündnis 90/Die Grünen, Mitglied im Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union:

Europa sind wir alle. Am 25. Mai entscheidest du über mehr Klimaschutz, mehr soziale Gerechtigkeit, über ein offeneres und friedliches Europa. Eine starke Wahlbeteiligung sorgt für ein starkes Parlament, das nicht im Interesse der Nationalstaaten, sondern im Interesse der Bürger und Bürgerinnen Europas – also in deinem und meinem Interesse – agiert. Auch hier gilt: Wer nicht entscheidet, über den wird entschieden.

Die EU ist – wie Deutschland – noch nicht perfekt. Statt dieses einzigartige Friedensprojekt aber in Frage zu stellen, sollten wir uns gegen konservative und neoliberale Mehrheiten durchsetzen, um europäische Politik zu verbessern. Keinesfalls sollten wir Europa den Rechtspopulisten überlassen.

Kommentare

 

Harry schrieb am 22.05.2014 14:48

Eine hohe Wahlbeteiligung schwächt die extreme Rechte und Linke. Allein diese Tatsache sollte Grund genug sein zur Wahl zu gehen.

 

 

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