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Pro und Contra
Burka und Niqab im Dienst?

13.12.2016 |

Die Bundesregierung will ein Burka-Verbot für Soldaten, Beamte, Wahlvorstände und Wahlausschussmitglieder einführen. Eine gute Sache? Constantin und Daniel sind da geteilter Meinung.

Constantin Germann

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Contra

Daniel, 20: Das ist Symbolpolitik

Zunehmend werden meiner Meinung nach Stimmen laut, die sich gegen "kulturfremde" Traditionen und Praktiken richten. Kritik ist wichtig. Aber geht es hier um konstruktive Kritik oder nur um ein Feindbild? "Den Islam" gibt es schon mal gar nicht. Es handelt sich dabei – wie auch im Christentum – um eine sehr vielfältige Religion mit unterschiedlichsten Ausrichtungen. Schließlich wird auch nicht über "das Christentum" gesprochen, wenn wieder ein Missbrauchsskandal publik wird.

Es geht um Hetze

Worum es eigentlich gehen sollte: antimuslimischer Rassismus. Die doppelten Standards, was Christen und Muslime betrifft, zeigen, dass es beim Verhüllungsverbot nicht um die Emanzipation der Schleierträgerinnen, sondern in meinen Augen um Hetze geht. Schließlich dürfen auch christliche Symbole im öffentlichen Dienst getragen werden. Die Kirchen werden mit Steuern finanziert und keiner meckert dort mit demselben Maß. Kirchenbesuche, Segnungen und christliche Symbole gehören oft zu festlichen Veranstaltungen des Staates.

Selbstbestimmung der Frau

Viele Kritiker der Verschleierung betonen, wie wichtig es doch sei, die Frauen zu schützen. Lustig, dass die selbsternannten Feministen nur bei diesem Thema auf Frauenrechte schauen. Wenn es um andere Themen geht, sind sie es oft, die von einem Gender-Wahn sprechen. Es sollte jeder Person selbst überlassen sein, was sie trägt. Ob es nun die Haube einer Nonne ist oder aber das Kopftuch oder der Gesichtsschleier einer gläubigen Muslima. Wer sich an der Kleidung anderer stört hat das Prinzip von Selbstbestimmung nicht verstanden.

Rechtliche Grenzen

Es ist gibt Situationen, in denen ein Gesicht erkannt werden muss. Aber auch hier gibt es bereits Regelungen. So darf man in der Bundesrepublik Deutschland zum Beispiel nicht maskiert Auto fahren oder in Gerichtsverhandlungen erscheinen. Es gibt keine Notwendigkeit, dies noch weiter auszubauen. Im Gegenteil: Es wäre förderlich für unsere Vielfalt, wenn auch solche Menschen den Zugang zum öffentlichen Dienst hätten. Es würde zeigen, dass Deutschland ein buntes Land ist. Auch würde es der Integration anderer helfen und Vorbilder schaffen.

Symbolpolitik

Ich sehe in diesem Gesetzentwurf nichts weiter als Symbolpolitik. Es gibt nur wenige vollverschleierte Personen in Deutschland. Wie wahrscheinlich ist es, dass eine Person, die sich religiös motiviert verschleiert, den Dienst an der Waffe antritt? Abgesehen davon, dass Soldaten ebenfalls oft maskiert sind, scheint dies unwahrscheinlich.

Diese Debatte dient lediglich dem Abbau von Druck, der in den letzten Jahren aufgekommen ist. Anstatt dem nachzugeben, sollten wir stark bleiben und zeigen, dass die Freiheit für uns an erster Stelle steht. Und wenn diese Freiheit bedeutet, ein säkularer Staat zu sein, der mit religiösen Symbolen nichts zu tun haben will, dann lasst und bitte auch die christliche Identität aufgeben.

Gesichtsschleier für Soldaten und Beamte verbieten?





Kommentare

 

Helmut schrieb am 16.04.2017 08:45

Ich bin der Meinung,Sie können in ihrer Heimat Vollverschleierung tragen,da sie dort erzogen wurden und es auch in ihr Land passt. Sie sind aber zu uns geflohen,also müssen sie sich unseren Gegebenheiten anpassen. Wenn wir in ihrem Land wären und um Asyl bitten,hieße es sofort Verschleierung anlegen,sonst droht euch Ausweisung.Toleranz ist gut,aber nicht immer nachvollziehbar.

 

 

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