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Dafür geben wir Geld aus

Porträtfoto einer jungen Frau mit blondem Zopf und schwarzer Brille.

– © privat

Anna, Constantin, Carolina, Lisa und Lilly haben unterschiedlich viel Geld zur Verfügung. Und sie geben es für unterschiedliche Sachen wieder aus. Ob sie dabei auch noch sparen können, verraten sie in der Umfrage.

Lilly, 16: Sparen fällt mir schwer

Wenn man meine Familie fragt, zählte Sparen wohl nie wirklich zu meinen Stärken. Schon als Kind habe ich mein Taschengeld meist sofort in Süßigkeiten und Sammelbildchen gesteckt. Oder ich bin damit zur nächsten Eisdiele gelaufen. Auch heute noch fällt es mir schwer, Geld für längere Zeit nicht auszugeben.

Von den 30 Euro Taschengeld, die ich monatlich bekomme, fließen zehn Euro direkt in das Spotify-Premium-Abonnement, dass ich seit gut einem Jahr besitze. Weitere acht Euro kostet mein Handyvertrag. Alle paar Monate muss ich außerdem das Prepaid-Guthaben, ohne das der Vertrag nicht funktioniert, um 15 Euro aufladen. Mit dem Rest des Taschengeldes kaufe ich alltägliche Dinge wie Shampoo, Kaugummis oder ab und zu eine Zeitschrift.

Obwohl meine Eltern mich unterstützen, wenn ich etwas brauche, oder mir auch mal den Kinoeintritt bezahlen, habe ich schnell gemerkt, dass für mich das Taschengeld als einzige Einnahmequelle nicht reicht. Denn was, wenn ich zum Beispiel mit Freundinnen shoppen gehen oder ein Konzert besuchen möchte?

Mit 13 Jahren habe ich mir deshalb meinen ersten Minijob als Babysitter gesucht, ein Jahr später habe ich angefangen, Zeitungen auszutragen. Seit etwa einem Jahr nehme ich außerdem regelmäßig an Marktforschungsumfragen teil.

Obwohl ich also monatlich vergleichsmäßig viel Geld zur Verfügung habe, fällt es mir schwer, nicht alles sofort auszugeben. Ich könnte ja zumindest einen Teil davon für den Führerschein und die Zeit nach dem Abi sparen. Durch die Minijobs habe ich aber gelernt, dass man Geld nicht so einfach verdient, wie man es wieder ausgibt. Deshalb denke ich jetzt mehr darüber nach, was ich kaufe.

Selfie einer jungen Frau mit rötlichen Haaren.

– © privat

Carolina, 20: Ich achte immer auf den Preis

Ich bezahle weder Miete, noch Internetanschluss oder Essen, da ich noch bei meinen Eltern wohne. Als Volontärin verdiene ich immerhin mein eigenes Geld, doch wirklich viel sparen kann ich nicht.

Der Grund dafür ist mein Auto. Man kann sich kaum vorstellen, wie viele Hundert Euro ich bereits in meinen fahrbaren Untersatz gesteckt habe. Mir bleibt auch nichts anderes übrig, da ich wegen meines Jobs und den schlechten Busverbindungen auf den Wagen angewiesen bin. Die Spritkosten von etwa 100 bis 200 Euro im Monat sind das Eine, das Andere sind Reparaturen. Bei meinem Gebrauchtwagen waren schon die Bremsen kaputt, die Lichtmaschine war angeschlagen und die Handbremse war zu locker. Dazu kommen dann noch etwa 800 Euro Versicherung und über 150 Euro Kfz-Steuer im Jahr.

Seit einigen Monaten habe ich ein Konto bei Netflix und für Spotify bezahle ich mittlerweile auch. Ich nutze jeweils die günstigsten Abonnements. Einen Handyvertrag habe ich gar nicht. Ich bin mit meiner Prepaidkarte und monatlich zehn Euro Guthaben ganz gut aufgestellt, da ich eh wenig telefoniere.

Shoppen kann mit mir langweilig werden, weil ich immer auf den Preis achte. Manchmal warte ich ab, bis bestimmte Artikel reduziert sind oder es ein Angebot gibt. Wenn es um Kosmetik oder Pflegeprodukte geht, dann achte ich zwar darauf, dass es sich um vegane und umweltfreundliche Produkte handelt, aber versuche trotzdem möglichst preiswert einzukaufen.

Schulden hatte ich noch nie, da ich immer etwas Geld zurücklege. Wenn unerwartete Kosten auf mich zukommen, kann ich darauf zurückgreifen.

Ein junger Mann in grünem Poloshirt.

– © privat

Constantin, 17: Ich lande am Monatsende bei Null

Geld spielt in meinem Leben keine große Rolle. Das hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass ich noch nie wirklich darauf angewiesen war, Geld zu verdienen oder irgendetwas dringend zu bezahlen.

Ich bin 17 Jahre alt, Schüler eines Gymnasiums und wohne noch zu Hause. Einen wirklich festen Job habe ich, so wie die meisten meiner Freunde, nicht. Ich kriege von meinen Eltern pro Monat 25 Euro Taschengeld, arbeite als Autor bei mitmischen.de und helfe gelegentlich im hiesigen Pfarrbüro beim Kopieren oder Verschicken von Briefen aus. Insgesamt erhalte ich damit circa 100 Euro pro Monat. Öfters kriege ich auch zu Geburtstag und Weihnachten Geld geschenkt.

Auf den ersten Blick sieht das nach nicht sehr viel Geld aus. Ich gebe allerdings auch recht wenig aus. Kleidung und andere Dinge, die ich brauche, kriege ich in den meisten Fällen von meinen Eltern gezahlt. Der Hauptteil meines "Monatsverdienstes" fließt in Essen gehen mit Freunden, abends ausgehen oder in Sachen wie Handyhüllen, Fahrradlampen oder ähnliches, was ich über das Internet bestelle. Das alles sind kleine Ausgaben, wirklich große Ausgaben oder Ratenzahlungen habe ich noch nie getätigt. Trotzdem gebe ich pro Monat meist um die 80 bis 100 Euro aus und lande damit eigentlich wieder bei null.

Bald ziehe ich wahrscheinlich für das Studium in eine andere Stadt und spätestens dann will ich ein wenig Gespartes auf der Seite haben. Ich merke oft, dass schnell einmal 20 Euro vom Konto abgehoben oder irgendwelche Dinge per Klick über das Internet bestellt sind. Deshalb überlege ich mir in der letzten Zeit oft, ob ich zum Beispiel den Kaffee wirklich in der Schule kaufen muss oder ob es nicht sinnvoller wäre, welchen von zu Hause mitzunehmen.

Junge Frau mit Dreadlocks und blauen Augen

– © privat

Anna, 22: Ich will endlich richtig Geld verdienen

Ich habe mir schon mehrmals vorgenommen, einen Finanzplan für jeden Monat aufzustellen, aber es klappt einfach nicht. Mir fällt es unheimlich schwer zu verzichten. Ich verschleudere mein Geld nicht, aber vor allem was Reisen oder Feiern angeht, ist mir die Erfahrung oder das Erlebnis wichtiger, als ein noch gut gefülltes Konto am Ende des Monats.

Auf der anderen Seite versuche ich trotzdem unabhängig von meinen Eltern zu sein. Ich habe während meines gesamten Studiums immer gejobbt und mich auch, abgesehen von Kindergeld und Unterhalt, weitestgehend selber finanziert. Als Studentin in Leipzig sind meine Lebenshaltungskosten nicht allzu hoch und ich lege keinen Wert auf teure Klamotten oder Essen. Trotzdem gehen ungefähr 250 Euro für meine Miete drauf, weitere 30 für meinen Handyvertrag und 20 Euro für mein Fitnessstudio. Mit den Jahren summierten sich außerdem die Fixkosten: Da kam ein Spotify-Premium-Konto dazu, außerdem habe ich mir einen Ruck gegeben und auch schon an etwas ernstere Dinge wie eine Berufsunfähigkeits- und Haftpflichtversicherung gedacht.

Mit Essen, Trinken und allem anderen bin ich bei circa 600 Euro Fixkosten. Wenn ich dann aber für ein Wochenende im Monat Freunde in anderen Städten besuchen möchte, oder öfter feiern gehe, dann wird es gegen Ende des Monats immer knapp. Es ist mir sehr unangenehm, aber in solchen Fällen muss ich dann doch meine Eltern fragen. Ich kann es kaum erwarten, nach dem Studium mit einem Job richtig Geld zu verdienen.

Porträtfoto einer jungen Frau mit Schal, im Hintergrund das Meer.

– © privat

Lisa, 20: Beim Reisen macht Geld glücklich

Seit ich vor einem Semester mit meinen 20 Jahren bei meinen Eltern ausgezogen bin und mein Studium begonnen habe, trage ich allein die Verantwortung. Und zwar für meine finanzielle Situation und mein alltägliches Wirtschaften.

Die Quelle meines mir monatlich zu Verfügung stehenden Geldes entspringt nicht nur den Taschen meiner Eltern und dem deutschen Staat (Kindergeld), sondern auch meinen Ersparnissen aus einer kurzzeitigen Vollzeitstelle und einigen kleinen Nebenjobs.

Der größte Geldbatzen "verbrennt" Anfang des Monats. 350 Euro warm zahle ich für mein kleines WG-Zimmer in Münster, nicht wenig, jedoch leider eine übliche Miete. Zum täglichen Überleben benötige ich außerdem um die 200 Euro monatlich für Lebensmittel, sechs Euro pro Tag.

Bücher und Material für die Uni verschlingen nochmals etwa 30 Euro, ebenso wie Kleidung und Drogerieartikel. 25 Euro kostet mein Handy mit Vertrag, meine digitale Erreichbarkeit. Etwa 50 Euro kosten mich meine Abendaktivitäten. Fünf Euro bezahle ich für Uni-Sport und um die 20 Euro investiere ich in Geschenke und andere Kleinigkeiten, die Freunden und Verwandten ein Lächeln auf die Lippen zaubern.

Schulden habe ich zum Glück noch nie gemacht. Und seit ich alleine lebe, überlege ich mir auch immer genau, was ich brauche oder nicht, obwohl das nicht heißt, dass ich mir nicht auch mal etwas gönne. Alle paar Wochen gebe ich wirklich gerne Geld aus. Immer dann, wenn ich reisen kann. Oft so günstig wie möglich zu Freunden nach Berlin oder ein paar Tage ans Meer, weil mich Geld damit auch indirekt glücklich machen kann.

Kommentare

 

Opa schrieb am 21.03.2017 16:06

Hi Lilly, schönes Foto, gelungener Beitrag, vernünftige Ansicht, darum Glückwunsch !!!!

 

 

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