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Alleskönner
Bohrinseln und Hollywood

Drohnen sind geeignet, um große technische Anlagen auf Schäden zu kontrollieren - wie hier beim Offshore-Windpark Amrumbank West. – © dpa

Drohnen sind vor allem als Kriegsgerät oder Spielzeug bekannt. Doch ihre Technik ist vielseitig und so gibt es auch zahlreiche weitere Einsatzgebiete: Filmproduktionen, Landwirte oder auch Sicherheitskräfte profitieren beispielsweise vom Einsatz der ferngesteuerten Helfer. Ines hat ein paar interessante Beispiele für euch zusammengetragen.

Technische Anlagen überwachen

Der große Vorteil einer Drohne: Sie kann Bereiche, die für einen Menschen schwer zugänglich sind, sehr einfach einsehen. Sie eignet sich also perfekt zur Überwachung von großen technischen Anlagen wie Stromleitungen, oder Öl- und Gaspipelines. Man lässt die Drohne einfach an den Objekten entlang fliegen und kann dabei Video- oder Fotoaufnahmen machen.

Die Aufnahmen werden danach ausgewertet und man weiß sofort, wo es Probleme gibt – ohne dass jemand, unter Umständen mit schwerem Gerät und auf unwegsamem Gelände, tatsächlich vor Ort sein muss. Das wird auch bei großen Solarfeldern so gemacht. Anstatt Techniker alle Solarmodule nacheinander überprüfen zu lassen, schickt man Drohnen, die technisch so weit entwickelt sind, dass sie beim Überfliegen des Solarfelds erkennen können, wo etwas kaputt ist. Das ist nicht nur bei weitläufigen Flächen von Vorteil, sondern auch bei großen Höhen. So werden Drohnen beispielsweise eingesetzt, um Windkraftanlagen auf Risse zu überprüfen.

Alles im Blick: Auch in der Landwirtschaft kommen Drohnen zum Einsatz. – © dpa

Drohne gegen Ungeziefer

Den Vorteil, mit einer Drohne eine große Fläche schnell überfliegen zu können, nutzt man auch in der Landwirtschaft: Ackerland kann ohne viel Aufwand großflächig überwacht werden. Zum Beispiel gibt es Drohnen, die in der Lage sind, den Krankheitsbefall von Pflanzen frühzeitig zu erkennen, sodass der Landwirt genau weiß, wo er Schädlingsbekämpfungsmittel einsetzen muss und wo nicht.

Drohnen können mittlerweile sogar erkennen, ob die Pflanzen ausreichend Wasser bekommen haben. Der Bauer hat durch diese Technik die Möglichkeit, seine Felder gezielter zu bewässern. Und auch wenn Saatkrähen über ein Feld herfallen, muss ein Landwirt heutzutage nicht mehr auf eine altmodische Vogelscheuche vertrauen – er kann mit Drohnen die Vögel abschrecken.

Dreharbeiten ohne Drohnen zählen heute schon fast zur Ausnahme. Hier eine Drohne mit Filmkamera beim Dreh des Films "Das Mädchen mit dem indischen Smaragd". – © dpa

Ein neuer Blickwinkel

Aus dem Werbe- und Filmgeschäft sind Drohnen heute schon kaum mehr wegzudenken. Ob Hotelanlagen, Festivals, Messen, Konzerte, Landschaften, Ferienparks oder Sehenswürdigkeiten: Sie alle werden mittlerweile aus den höchsten Höhen und in ihrer vollen Pracht gefilmt und gezeigt.

Reiseunternehmer zeigen ihren Kunden einen virtuellen Eindruck von der Hotelanlage und Festivalveranstalter werben mit den riesigen Menschenmengen bei Konzerten. Dass man mit Drohnen ohne allzu großen Aufwand ungewöhnliche Blickwinkel einnehmen kann, wird auch bei der Filmproduktion genutzt. Ob Hollywood-Blog-Buster oder Tierdokumentation – die Drohne ist heute immer mit dabei. Auch bei der Übertragung von Sportereignissen wird auf Drohnen gesetzt. Besonders praktisch sind sie bei Extremsportarten wie Downhill Mountain Biking, Klettern oder Parkour. Mit einer Drohne kann der Kameramann live dabei sein, ohne selbst ins Schwitzen zu kommen.

Drohnen werden bereits erfolgreich als "Postboten" eingesetzt - diese Drohne soll Medikamente auf die ostfriesische Insel Juist bringen. – © dpa

Schneller zählen, schneller liefern

Was draußen funktioniert, funktioniert auch drinnen: Drohnen werden in Lagerhallen eingesetzt, um den Lagerbestand zu kontrollieren. Wer schon einmal als Inventurhelfer sein Taschengeld aufgebessert hat, weiß, wie aufwendig so eine Zählung des Bestandes sein kann. Deswegen wurden Drohnen entwickelt, die selbstständig Aufgaben für die Inventur übernehmen können. Viele Online-Händler und Logistikunternehmen experimentieren außerdem mit der Paketzustellung per Drohne. Wer etwas im Internet bestellt, möchte das Produkt am liebsten noch am gleichen Tag geliefert bekommen. Ein Postbote, der unter Umständen im Stau steht, kann das nicht schaffen – eine Drohne in Zukunft vielleicht schon. In einem Forschungsprojekt wurde beispielsweise erfolgreich erprobt, wie man die Nordseeinsel Juist mit dringend benötigten Gütern und Medikamenten beliefern kann.

Polizisten nutzen seit längerem Drohnen zu Überwachungszwecken. – © dpa

Alles im Blick

Die Möglichkeit, große Flächen und große Menschenmengen schnell überblicken zu können, macht Drohnen auch für die Polizei interessant. So werden sie beispielsweise zur Suche nach vermissten oder verfolgten Personen und zur vorübergehenden Überwachung von Gebäuden und Plätzen eingesetzt. Hier spielen vor allem die niedrigen Kosten und ihre schnelle Einsetzbarkeit eine Rolle – Drohnen sind sehr viel günstiger und einfacher zu bedienen als beispielsweise Hubschrauber.

Eine Drohne kann auch vor einer Durchsuchung helfen, Informationen über das Gelände zu bekommen und mögliche Verstecke und Hindernisse ausfindig zu machen. Bei großen Verkehrsunfällen werden Drohnen genutzt, um Beweisfotos und Rundumaufnahmen zu machen. Auch die Feuerwehr nutzt Drohnen, um eine Gesamtübersicht über die Einsatzstelle zu bekommen, was vor allem bei Großbränden sehr hilfreich ist.

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