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Modelle
Jedem Kopf seinen Deckel

Man sieht aus der Vogelperspektive einen Radfahrer auf der Straße mit Helm.

Bisher ist es eine freiwillige Entscheidung, beim Radfahren einen Helm zu tragen. – © dpa/picture alliance

Hauben-Pflicht oder nicht?

Einen Fahrradhelm zu tragen oder nicht, das ist in Deutschland jedem selbst überlassen. Erst im Juni 2014 hat der Bundesgerichtshof einer verletzten Radfahrerin Schadenersatz zugesprochen, obwohl sie ohne Helm unterwegs war und in einen Unfall verwickelt wurde – unverschuldet. In einigen anderen europäischen Ländern sind Fahrradhelme, zum Teil altersabhängig, vorgeschrieben. Des Themas "Fahrradhelmpflicht für Kinder" hat sich nicht nur die Kinderkommission des Bundestages angenommen. Am Dienstag, 4. November 2014, 18.30 Uhr, könnt ihr hier außerdem mit Mitgliedern des Verkehrsausschusses im Bundestag chatten. Diskussionsbedarf gibt es beim Thema Helmpflicht – und bei der Suche nach dem passenden Modell. Blättert euch durch unsere Helm-Galerie!

Lord Helmchen aus dem Film Spaceballs

Als Fahrradhelm ungeeignet: die Kopfbedeckung von Lord Helmchen aus dem Film Spaceballs. – © picture-alliance/Mary Evans Picture Library

Das "Helmchen"

Das "Helmchen" von Lord Helmchen aus der Star-Wars-Parodie "Spaceballs" hat eine Verniedlichung eigentlich nicht verdient. Als fast so klobig und schwer zu verstauen wie dieses Prachtexemplar gelten gängige Fahrradhelme. Deswegen werden sie oft von Radfahrern abgelehnt. Einige Hersteller haben sich Gedanken über die Zukunft des Fahrradhelmes gemacht: von faltbar über unsichtbar bis ökologisch und recyclebar.

Für den Kopfschutz gibt es übrigens eine Norm: die Fahrradhelm-Norm EN 1078. Sie besagt, dass Helme unter anderem einen Aufprall auf einer Bordsteinkante bei 16,5 km/h oder auf einer Ebene bei 19,5 km/h bestehen müssen. Apropos müssen: Man darf rechtlich gesehen auch Helme tragen, die nicht der Norm entsprechen. Da es ja auch keine Fahrradhelmpflicht gibt, ist es egal, ob und womit man seinen Kopf schützt.

(alle Texte: sh)

Das Bild zeigt einen gefalteten Fahrradhelm, der halb in einer Tasche steckt.

Falten und ab in die Tasche ... – © Morpher Helmet Company Limited

Der Faltbare

Einfach zusammenfalten und in die Tasche stecken: Noch ist dieser Helm ein Prototyp, erdacht in Großbritannien. Das Erfinderteam suchte bis Ende 2013 via Crowdfunding, also dem Finanzieren durch eine (meist Online-)Menschenmenge, nach Unterstützern, um den Morpher nach internationalen Sicherheitsrichtlinien zertifizieren zu lassen und ihn produzieren zu können.

Eine Frau im Seitenprofil trägt einen Helm aus Pappmaché.

In London trägt man recyceltes Altpapier als Kopfschutz. – © Paper Pulp

Der Ökologische

Was aussieht wie eine Eierschachtel, ist ein günstiger und recycelbarer Fahrradhelm für den Kopf. Dieser besteht aus einer Masse aus Papier und Wasser, bei uns auch als Pappmaché bekannt. Drei britische Erfinder haben für ihre Kreation Londons Zeitungsmüll recycelt. Der Helm ist bis zu sechs Stunden wasserdicht, was durch einen organischen und lebensmittelechten Zusatzstoff möglich ist. Ansonsten, so versprechen die Erfinder, gebe es keinen Kleber und keine Zusatzstoffe im Material. Gedacht ist die Helm-Idee, die noch nicht in Serie produziert wird, für den einmaligen oder auch mehrmaligen Gebrauch, die Kopfbedeckung kann nach kurzer Benutzungszeit wieder recycelt werden – zu einem neuen Helm zum Beispiel.

Links steht eine Frau mit schwarzer Textilhalskrause an einem Fahrrad, rechts das Porträt eines Mannes mit einem Airbag als Helm.

Ein Helm, der keiner ist – aus der Halskrause wird bei Sturzgefahr ein Helm-Airbag. – © links: Hannes Söderlund; rechts: Jonas Ingerstedt

Der Unsichtbare

Diesen unsichtbaren Fahrradhelm trägt man als modische Halskrause, die sich wie ein Airbag aufbläst und den Kopf umschließt, sobald Sturzgefahr besteht. Sensoren in der Halskrause sorgen dafür, dass sich die Luftpolster füllen, bevor der Kopf auf dem Boden aufkommt.

Ein roter Woll-Fahrradhelm auf einem Modellkopf.

Dieses Modell ist eher Mütze als Helm. – © Ribcap

Die Wollmütze

Dieses Exemplar ist das Basecap unter den Fahrradhelmen. Statt kalt und hart wollte eine Schweizer Firma einen weichen und warmen Helm entwickeln und verzichtet dafür auf die Fahrradhelm-Norm EN 1078, wegen der die meisten Helme eine dicke Styroporschicht als Polsterung aufweisen müssen. Ein Helm für den Winter und zum Schlittenfahren, der so bereits seit einigen Jahren auf dem Markt ist.

Ein Fahrradhelm mit einem bunten Damenhut-Überzug

Der Helm versteckt sich unter einer austauschbaren Haube. – © Yakkay

Der Stilvolle

Der Fahrradhelm aus Dänemark ist sicherheitsgetestet und entspricht internationalen Standards. Die harte Schale versteckt sich unter einer weichen Haube: Auswechselbare Stoffbezüge machen den Helm zu Cappy, Sommermützchen oder Herrenhut. Für das Konzept haben die Hersteller einige Designpreise bekommen.

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