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Pro und Contra
Helmpflicht für alle?

29.10.2014 |

Sollten Jugendliche und Kinder beim Radfahren einen Helm tragen müssen? Ja, meint Vanessa (16), der es lieber ist, wenn es alle machen. Nein, meint Adrian (17), und spricht sich für mehr Sicherheit aus, bevor der Unfall passiert. Stimmt auch ihr ab!

Man sieht einen jungen und ein Mädchen nebeneinander.

Schutz ist wichtiger als seinen Freunden zu gefallen, denkt Vanessa und argumentiert für die Helmpflicht. Adrian ist dagegen: Dann bräuchte es auch eine Pflicht für Halskrausen. – © privat

Contra

Adrian, 17: Den Bürger nicht entmündigen

Ich bin gegen eine Helmpflicht auf deutschen Straßen. Das hat nichts damit zu tun, dass ich nicht daran glaube, dass ein Helm zwischen Leben und Tod entscheiden kann. Trotzdem macht es sich die Politik meiner Meinung nach mit einer Helmpflicht zu einfach.

Es ist unstrittig, dass ein Helm den Kopf nachhaltig schützt. Doch nicht nur Kopfverletzungen können tödlich sein. Auch die Wirbelsäule und das Rückenmark sind hochsensible Körperteile. Die Helmpflicht würde also nur das überschaubare Risiko mindern, von einer Kopfverletzung Schaden zu nehmen. Um die Gefahr einer tragischen Verletzung jedoch allumfassend zu minimieren, bedürfte es folglich etwa einer Pflicht für Rücken-, Arm-, Beinprotektoren und Halskrause. Also immer mehr Vorschriften wären die Folge.

Hier vernachlässigt man, dass Fahrradfahren auch Spaß machen soll. Glaubt man dem Statistischen Bundesamt, so besitzen etwa 80 Prozent der deutschen Haushalte mindestens ein Fahrrad. Viele Leute ziehen dem Auto also das unmotorisierte Fortbewegungsmittel vor. Und das ist auch gut so – denn das Strampeln ist gesund.

Was aber, wenn jeder einen Helm tragen müsste? Gerade für junge Leute stellt dieser ein modisches Hindernis dar. Eine Folge der Helmpflicht könnte ein spürbarer Rückgang der Fahrradnutzung sein. Das ist nicht unrealistisch: Erfahrungen in anderen Ländern zeigen, dass nach Einführung der Helmpflicht die Anzahl der Radfahrer abnahm.

Hier wird deutlich, dass eine Helmpflicht am Ziel vorbeischießen könnte. Denn ich kann es nur gutheißen, dass immer mehr Leute auf den Sattel steigen. Damit das auch so bleibt, sollte man den Bürger jedoch nicht entmündigen. Vielmehr sollte die Politik mit Aufklärungskampagnen an die Vernunft des Einzelnen appellieren. Auch ist es Aufgabe der Politik, Rahmenbedingungen für ein sicheres Radfahren zu schaffen. Daran scheitert es bis jetzt jedoch. Eine Helmpflicht wäre nur dazu da, den Schaden nach einem Unfall möglichst gering zu halten. Dann ist es aber schon zu spät. Echte Sicherheit würden mehr Fahrradwege, verkehrsberuhigte Straßen und Fahrradschutzstreifen bieten.

Mit der Idee, die Helmpflicht einzuführen, scheinen Politiker jahrelange Versäumnisse aufholen zu wollen. Doch das ist meiner Meinung nach nicht der richtige Weg. Der wäre nämlich, Präventivmaßnahmen zu treffen, um das Fahrradfahren wirklich sicherer zu machen und Unfälle zu verhindern, bevor sie passieren!

Soll das Helmtragen beim Radfahren für Kinder zur Pflicht werden?




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Kommentare

 

Mr Monat schrieb am 14.06.2016 18:13

Wenn man eine Helmpflicht für Radfahrer einführt dann müsst man auch für Fußgänger eine Helmpflicht einführen da sie auch am Verkehr teilnehmen

 

 

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