Inhalt

 

Die Autorin

Laura_Heyer 68x68

Laura Heyer (25)
macht ein Volontariat bei bundestag.de und dem Parlamentsfernsehen

Die Wahl ausprobieren
Jetzt mit eurer Klasse bewerben!

21.03.2017 |

An der Bundestagswahl darf man erst mit 18 teilnehmen? Jein. Bei der Schüleraktion Juniorwahl könnt ihr die Abstimmung in eurem Klassenzimmer nachstellen – mit echten Stimmzetteln, Wahlurne und Wahlkabinen. Bewerbt euch mit eurer Klasse!

Mehrere Schüler heben die Hand.

Hände hoch: Bei der Juniorwahl müsst ihr über ein paar Dinge abstimmen. Ihr braucht zum Beispiel einen Wahlvorstand. – © dpa/picture alliance

Könnt ihr auf ein paar Stunden normalen Unterricht in der Schule gut verzichten? Wollt ihr stattdessen Wahlkabinen aufbauen, Plakate aufhängen, Wahlzettel studieren und selbst Kreuze bei Parteien und Politikern machen, die euch überzeugen? Im September habt ihr die Wahl – auch wenn ihr noch nicht 18 Jahr alt seid und daher nicht offiziell bei der Bundestagswahl am 24. September abstimmen dürft. Die sogenannte Juniorwahl macht es möglich. Bei diesem bundesweiten Schulprojekt können Schüler die Wahl im Klassenzimmer nachstellen. Schirmherr der Aktion ist Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert (CDU/CSU).

Zwei dicke Pakete

Euer Klassenlehrer erhält drei bis vier Monate vor der Wahl Informationen und Materialien für den Unterricht, die in der Klasse behandelt werden können. Danach geht es darum, das Ganze zu organisieren. Jede Klasse erhält einen Monat vor dem Wahltermin ein Paket mit Wahlberechtigungen, Wahlurnen, Wahlkabinen und Wahlzetteln des entsprechenden Wahlkreises. Genau wie bei jeder "echten" Abstimmung gibt es außerdem Plakate mit den Kandidaten. Ein Wahlvorstand, der von den Schülern bestimmt wird, leitet die Aktion und kontrolliert, dass alles mit rechten Dingen zugeht.

Ergebnis am Wahlabend

Sind die Wahlurnen aufgebaut kann es losgehen. Schüler und Lehrer entscheiden vorher, ob sie ganz klassisch auf Papier ihre Kreuze machen wollen oder lieber online abstimmen. Die Juniorwahl selbst findet eine Woche vor der Bundestagswahl statt, also am 17. September 2017. Die Stimmen werden schließlich von Kumulus e.V. ausgewertet und am "echten" Wahlabend der Bundestagswahl, also am 24. September, bekanntgegeben. Kumulus e.V. ist ein gemeinnütziger und überparteilicher Verein, der die Juniorwahl unterstützt.

Sich Gehör verschaffen

Durch die Juniorwahl soll man nicht nur den Ablauf einer Wahl kennenlernen, sondern auch ein Gefühl dafür bekommen, wie die Demokratie funktioniert und wie kostbar sie ist. "Wer einmal wählen geht, geht auch später wieder", ist Gerald Wolff von Kumulus e.V. überzeugt. Der Bundestagspräsident formuliert es so: "Wer wählt, entscheidet mit. Wer wählt, verschafft sich und seinen Interessen Gehör, wer wählt, übernimmt Verantwortung. Wer von seinem Wahlrecht keinen Gebrauch macht, überlässt anderen die Entscheidung über die eigenen Angelegenheiten."

Auch für Eltern

Das Probe-Wählen etwas bringt, lässt sich sogar statistisch beweisen. In Bremen stieg der Anteil der Erstwähler bei der Bürgerschaftswahl, wo ab 16 gewählt werden darf, deutlich an bei den Jugendlichen, die schon an einer Juniorwahl teilgenommen hatten. Und auch ihre Eltern wählten wieder häufiger.

Die Juniorwahl findet übrigens zum fünften Mal statt. Über 1,8 Millionen Jugendliche haben seit 1999 mitgemacht. Dabei ist die Wahlbeteiligung unter den Schülern mit 80 Prozent viel höher als bei jeder "normalen" Bundestagswahl.

Jetzt bewerben

An der Juniorwahl teilnehmen können alle Schulen in Deutschland und auch deutsche Schulen im Ausland von der siebten bis zur 13. Klasse. Und es muss nicht der Politikunterricht sein, es kann auch in jedem anderen Fach gewählt werden.

Viele Schulen starten zuerst nur mit ein paar Klassen und später ist die ganze Schule dabei. Bewerben kann man sich ab sofort online – man sollte aber schnell sein. Es gibt zwar keinen Bewerbungsschluss, insgesamt können jedoch nur 2.500 Schulen mitmachen. Die Teilnahme ist kostenlos.

Kommentare

 
 

Dein Kommentar



Artikel bewerten: