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Quiz
Mit Wahl-Fragen Berlinreise gewinnen

17.03.2017 |

Was ist das freie Mandat und wozu brauche ich eine Zweitstimme? Wir erklären die wichtigsten Begriffe rund um die Bundestagswahl. Löst am Ende unser Quiz und gewinnt eine Berlin-Reise!


© Deutscher Bundestag / Simone M. Neumann

Erststimme, Zweitstimme, Koalition, Bundeswahlleiter – in den nächsten Wochen und Monaten werden euch Begriffe wie diese um die Ohren fliegen, denn am 24. September ist Bundestagswahl. Was es mit dem Wahl-Chinesisch auf sich hat, erfahrt ihr in unserem Glossar und im Lexikon. Und das Beste: Alles, was ihr dort erfahrt, hilft euch, die Fragen aus unserem Wahl-Quiz am Ende des Artikels zu beantworten. Wenn ihr eure richtigen Antworten bis 15. Mai an redaktion@mitmischen.de schickt, könnt ihr einen Platz bei der mitmischen-Berlin-Reise im Sommer gewinnen.

  • Erststimme

Mit der Erststimme kann man quasi einen Politiker liken. Wer in einem Wahlkreis die meisten "Likes" erhält, dem ist ein Platz im Bundestag sicher. Damit ist garantiert, dass beliebte Politiker auf jeden Fall einen Stuhl im Parlament bekommen, unabhängig davon, wie viele Fans ihre Partei hat oder ob er oder sie überhaupt Mitglied einer Partei ist.

Formal erklärt: Jeder Wähler hat zwei Stimmen, eine Erststimme und eine Zweitstimme. Die Erststimme dient dazu, einem Kandidaten, den man gut findet, eine direkte Eintrittskarte in den Bundestag zu verschaffen. Der Politiker, der in einem Wahlkreis die meisten Erststimmen erhält, zieht in den Bundestag ein.

Deutschland ist in 299 Wahlkreise aufgeteilt. Das heißt, dass 299 Parlamentarier per Direktwahl über die Erststimme der Bürger ins Parlament gewählt werden, sie bekommen ein sogenanntes Direktmandat. Insgesamt werden bei einer Bundestagswahl mindestens 598 Bundestagsmandate vergeben.

Die Zweitstimme ist dann ausschlaggebend dafür, wieviel Prozent der Sitze die Parteien im Bundestag erhalten.

  • Zweitstimme

Die Zweitstimme entscheidet über die Mehrheitsverhältnisse im Bundestag – also darüber, wie viele der insgesamt 598 Sitze im Bundestag jeweils einer Partei zustehen. Ein Beispiel: Hat eine Partei 23 Prozent der Zweitstimmen erhalten, bekommt sie 23 Prozent der Sitze im Bundestag.

Die Zweitstimmen zählen jedoch nur, wenn Parteien mindestens fünf Prozent aller Zweitstimmen oder drei Wahlkreise gewonnen haben. Wenn nicht, verfallen die Zweitstimmen.

Mit der Zweitstimme entscheiden sich die Wähler nicht für eine bestimmte Person, sondern für die Landesliste einer Partei. Auf dieser Liste stehen die Kandidaten, die eine Partei für das Bundesland nach Berlin schicken möchte. Um die Zweitstimmen geht es auch bei den Hochrechnungen an den Wahlabenden.

  • Bundeswahlleiter

Der Bundeswahlleiter passt auf, dass bei den Bundestagswahlen alles korrekt läuft. Dabei bekommt er Unterstützung vom Bundeswahlausschuss, dessen Chef der Bundeswahlleiter ist. Der Bundeswahlleiter wird vom Bundesinnenminister ernannt, meist ist aber eh klar, wer es wird: Traditionell übernimmt der Präsident des Statistischen Bundesamtes diesen Job.

Er organisiert die Wahlen auf Bundesebene und überwacht ihren Ablauf. So erfasst er unter anderem alle wahlberechtigten Bürger in einem Wählerverzeichnis – sein Zweit-Job als Chef des Statistischen Bundesamtes ist dabei von Vorteil. Außerdem ermittelt er das vorläufige und das endgültige Wahlergebnis und gibt beide bekannt. Der Bundeswahlausschuss, den er leitet, stellt fest, welche Parteien überhaupt an der Wahl teilnehmen (dürfen).

  • Koalition

Bei der Frage "Was ist eine Koalition?" hilft der Blick ins Latein-Wörterbuch: "coalescere" bedeutet "zusammenwachsen". Und genau das geschieht mit Parteien, die koalieren – zumindest für die Dauer einer Wahlperiode. Sie schließen ein Bündnis auf Zeit.

In einem Mehrparteiensystem wie unserem sind meist Koalitionen nötig, um stabile Mehrheiten und Regierungen bilden zu können. Dass eine Partei allein über die im Parlament notwendige absolute Mehrheit der Mandate verfügt, ist fast ausgeschlossen. Aber nicht unmöglich: Auf Landesebene ist das auch bei uns schon vorgekommen, in Bayern ist es fast normal.

Im Bundestag verfügen selbst die traditionellen Volksparteien wie Union und SPD einzeln nicht annähernd über mindestens die Hälfte der Sitze. Deshalb müssen sich mindestens zwei zusammenraufen und miteinander koalieren, um die für Mehrheiten notwendige Anzahl an Stimmen zusammenzubekommen. Dazu schließen sie ein Bündnis, die Einzelheiten sind im Koalitionsvertrag geregelt.

  • Kanzlerkandidat/-in

Die Kanzlerkandidaten sind so etwas wie die Superstars im Bundestagswahlkampf. Die Spitzenkandidaten der großen Parteien werden in der Regel als Kanzlerkandidaten bezeichnet. Sie wollen Regierungschef oder -chefin werden und die Politik hierzulande maßgeblich bestimmen. Doch wie werden sie Kanzler oder Kanzlerin? Es sind nicht die Bürger, die sie wählen. Bei der Bundestagswahl entscheiden diese "nur" über die Zusammensetzung des Bundestages.

Die Mitglieder des Bundestages, die Abgeordneten, wählen dann den Bundeskanzler oder die Bundeskanzlerin – nachdem der Bundespräsident einen Kandidaten vorgeschlagen hat. In der Regel ist das der Spitzenkandidat der Partei, die bei der Bundestagswahl die meisten Sitze im Parlament gewonnen hat. Denn diese Kandidatin beziehungsweise dieser Kandidat hat dann ja gute Chancen auf eine Mehrheit im Parlament.

  • Fünf-Prozent-Hürde

Nicht jede Partei, die auf dem Wahlzettel steht, kommt in den Bundestag. Dafür sorgt die Fünf-Prozent-Sperrklausel: Jede Partei muss bundesweit mindestens fünf Prozent der Zweitstimmen erhalten, um im Bundestag vertreten zu sein. Direktkandidaten, die ihren Wahlkreis gewinnen, kommen zwar unabhängig von der Fünf-Prozent-Klausel ins Parlament. Die Zweitstimmen, die ihre Partei unterhalb von fünf Prozent errungen hat, werden dann aber nicht in Mandate umgemünzt. Einzige Ausnahme: Die Partei erhält bei den Erststimmen mindestens drei Direktmandate. Dann wird auch das Zweitstimmenergebnis der Partei unterhalb von fünf Prozent bei der Sitzvergabe berücksichtigt.

  • Direktmandat

Politiker, die über ein Direktmandat in den Bundestag einziehen, haben einen großen Fan-Club in ihrer Heimat. Dort haben sie mehr Stimmen bekommen als andere Kandidaten, die im Wahlkreis gegen sie angetreten sind.

Für die Direktmandate ist die Erststimme entscheidend: Wer in seinem Wahlkreis die meisten Erststimmen bekommt, also die relative Mehrheit erringt, hat für die kommende Legislaturperiode einen Sitz im Bundestag sicher. Dieser Politiker ist "direkt" von den Menschen gewählt, daher der Name "Direktmandat". Ganz unabhängig davon, wie die eigene Partei bei den Zweitstimmen abschneidet oder ob der Kandidat überhaupt Mitglied einer Partei ist.

  • Ausgleichsmandate

Ausgleichsmandate gibt es erst seit einer Änderung des Wahlrechts 2013. Sie sollen etwas ausgleichen, wie der Name schon sagt. Um sie zu verstehen, müsst ihr euch, sorry, erst einmal über die Überhangmandate schlau machen.

Grundsätzlich gilt: Über die Erst- und Zweitstimmen werden insgesamt 598 Bundestagsmandate vergeben. Dazu können aber noch die sogenannten Überhangmandate kommen. Sie entstehen, wenn eine Partei in einem Bundesland mehr Direktkandidaten in den Bundestag entsenden darf, als ihr nach dem Zweitstimmenergebnis eigentlich zustehen würden. Würde eine Partei nach ihrem Anteil an Zweitstimmen in einem Bundesland zum Beispiel 15 Sitze bekommen, hat aber in 17 Wahlkreisen des Bundeslandes mit ihren Kandidaten die Mehrheit der Stimmen gewonnen, bekommt sie nicht nur 15, sondern eben 17 Sitze im Parlament – macht zwei Überhangmandate.

Das Problem mit den Überhangmandaten ist: Gewinnt eine Partei nach dieser Regelung zusätzliche Sitze, eine andere jedoch nicht, entspricht die Sitzverteilung im Bundestag nicht mehr dem Wahlergebnis über die Zweitstimmen. Beispiel: Partei X erhält bei der Bundestagswahl 20 Prozent der Zweitstimmen, bekommt aber fünf Überhangmandate. Im Bundestag hätte sie damit nicht nur 20 Prozent der Sitze, sondern mehr. Die Parteien, die keine Überhangmandate haben, wären damit im Nachteil. Sie bekommen nur genauso viele "Sitzprozente" wie "Zweitstimmenprozente", Partei X bekommt aber mehr "Sitzprozente" als "Zweitstimmenprozente".

Um dies wettzumachen, bekommen nun die Parteien ohne Überhangmandate so viele Ausgleichsmandate, bis die Verhältnisse wieder stimmen.

Ihr könnt gewinnen!

Wer das Glossar aufmerksam gelesen hat und sich sonst auch gut auf mitmischen.de auskennt (Stichwort "Lexikon"), der kann einen Platz bei der diesjährigen dreitägigen mitmischen-Berlin-Reise gewinnen – ihr müsst lediglich folgende Fragen richtig beantworten:

1) Was macht der Bundeswahlleiter?

a) Er wählt die Bundeskanzlerin/den Bundeskanzler.

b) Er überwacht die Bundestagswahl.

c) Er schreibt den Koalitionsvertrag.

2) Was ist die Erststimme?

a) Mit der Erststimme wählt man eine Partei, die man gut findet.

b) Mit der Erststimme wählt man die Bundeskanzlerin/den Bundeskanzler.

c) Mit der Erststimme wählt man einen Politiker, den man gut findet.

3) Laut Artikel 38 des Grundgesetzes haben alle Abgeordneten des Bundestages ein freies Mandat. Was bedeutet das?

a) Sie dürfen während ihres Mandats frei zwischen den Fraktionen wechseln.

b) Sie dürfen ihr Mandat jederzeit frei an eine andere Person vergeben.

c) Sie sind niemandem verpflichtet, außer ihrem Gewissen.

4) Deutschland ist in 299 Wahlkreise eingeteilt, in denen ungefähr gleich viele deutsche Bürger wohnen. Wie viele in etwa?

a) 250.000

b) 350.000

c) 450.000

5) Wer wählt den Bundeskanzler/die Bundeskanzlerin?

a) Die deutschen Bürger

b) Die Direktkandidaten

c) Die Abgeordneten des Deutschen Bundestages


Und so macht ihr mit

Schickt eine Mail mit dem Betreff "Wahlquiz", den richtigen Antworten zu allen Fragen, eurem Namen und eurem Geburtsdatum bis 15. Mai an redaktion@mitmischen.de – unter allen richtigen Einsendungen losen wir zwei Gewinner für die dreitägige mitmischen.de-Berlin-Reise im Juni.

Die Reise

Ab geht es in die Polit-Metropole Berlin: Im Parlamentsviertel werft ihr einen Blick hinter die Kulissen der Demokratie und diskutiert mit echten Parlamentariern. Außerdem stehen ein Besuch beim Parlaments-TV und eine Führung durch das Reichstagsgebäude, inklusive Kuppel, auf dem Plan. Ihr könnt sogar eine Plenarsitzung live erleben! Und eine Stadtführung darf natürlich auch nicht fehlen.

Für die Reise, die vom 21. bis 23. Juni 2017 stattfinden wird, solltet ihr mindestens 16 und höchstens 29 Jahre alt sein. Minderjährige müssen von einem Erziehungsberechtigten begleitet werden. Falls ihr aus dem Ausland anreist, können leider nur die Fahrtkosten ab der deutschen Grenze übernommen werden.

(DBT/kk/ah)

Kommentare

 

Ich schrieb am 03.04.2017 11:19

Mache gerne mit, will mal nach Berlin mit meiner Freundin

 

 

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