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Freundschaft über den großen Teich

Seit Ende des Kalten Krieges vor über 20 Jahren und seit Obamas angekündigtem außenpolitischen Schwenk nach Asien könnte man davon ausgehen, dass die deutsch-amerikanischen Beziehungen in Zukunft kaum noch Priorität hat. Warum Bryce Lednar, IPS-Stipendiat im Büro von Dagmar Freitag (SPD), dennoch überzeugt ist, dass diese  wichtig für die Außenpolitik der USA sind, hat der 22-jährige Amerikaner für mitmischen.de aufgeschrieben.

Die Deutsche und Amerikanische Flagge

Deutschland und die USA sind seit Jahrzehnten enge Partner - mit Höhen und Tiefen. – © dpa


Die deutsch-amerikanische Partnerschaft hat sich im Laufe der letzten 60 Jahre gefestigt, trotzdem ist sie nicht selbstverständlich. Angesichts des steigenden Einflusses der asiatischen Länder hat Obama im November 2011 einen Schwenk, einen sogenannte "Pivot" gen Osten in der US-Außenpolitik angekündigt. Dementsprechend gab es Spekulationen, welche Rolle die transatlantische Beziehung zu Deutschland in der künftigen US-Außenpolitik spielen wird: nämlich eine geringe.

Ich stimme dieser Abwertung nicht zu, sondern bin überzeugt, dass diese Beziehung eine dauerhafte bleiben wird. Den Grund sehe ich in der gemeinsamen außenpolitischen Wertorientierung, die beide Länder durch ihre jahrzehntelange Zusammenarbeit haben.

Die Beziehung wird enger

Im Herbst 2001, als ich meine ersten deutschen Wörter in der Schule lernte, begann auf politischer Ebene eine neue, engere Phase der transatlantischen Zusammenarbeit: Als Antwort auf einen der schlimmsten Terroranschläge aller Zeiten haben die USA und Deutschland zusammen mit den anderen Mitgliedern der Nato dem Terror den Krieg erklärt. Heute, mehr als zehn Jahre nach dem Anfang dieses Krieges, gibt es unterschiedliche Meinungen darüber, was er gebracht hat. Für mich ist eindeutig, dass der Einsatz deutscher Soldaten in Afghanistan eine noch engere Partnerschaft zur USA auszeichnet.

Neuer Vertrauensaufbau

Die Geschichte der jüngsten deutsch-amerikanischen Zusammenarbeit geht zurück bis in die Nachkriegszeit, als vor allem die Alliierten sicherstellen wollten, dass so ein Krieg niemals wieder passieren dürfe. Nach und nach sind die im Krieg zerstörten Städte Europas mit Hilfe des Marshallplans – dem Wiederaufbauprogramm der USA, benannt nach dem damaligen Außenminister – wiederaufgebaut worden.

Auch das Vertrauen in die ehemaligen Feinde wurde wiederaufgebaut. So entwickelte sich im Kalten Krieg die diplomatische Zusammenarbeit zwischen den USA und Deutschland weiter, auch um im Folgenden die Bedrohung durch den Kommunismus einzudämmen. Diese Entwicklung dauerte bis zum Fall des Eisernen Vorhangs 1989 an.

Partner auch in der Wirtschaft

Neben dieser historisch gewachsenen Verbindung gibt es noch einen Grund, die Beziehung der USA und Deutschland zu pflegen: Deren Wirtschaftsbeziehung ist eine der größten der Welt. Deutschland ist der größte europäische Handelspartner der USA, mit einem bilateralen Warenhandel im Wert von insgesamt 147,5 Milliarden Dollar im Jahr 2011. Trotzdem: Derzeit liegt die Gefahr in der Eurokrise, die eine globale Wirtschaftskrise und dementsprechend eine Minimierung des deutsch-amerikanischen Handelsvolumens auslösen könnte.

Die Zukunft gestalten junge Menschen mit

Neben allen politischen und wirtschaftlichen Verbindungen ist für eine dauerhafte Partnerschaft ein Austausch zwischen Bürgern im jeweils anderen Land ebenso wichtig. Und genau das ermöglichen die Partner: Die vom Staat geförderten Austauschprogramme wie das Parlamentarische Partnerschafts-Programm (PPP) – in Amerika Congress-Bundestag Youth Exchange Program (CBYX) genannt – sowie das Internationale Parlaments-Stipendium (IPS) bieten Schülern, Studenten und Berufstätigen die Möglichkeit, die Menschen und die Kultur des anderen Landes näher kennenzulernen.

Als amerikanischer Teilnehmer des IPS-Programms im Bundestag schätze ich die deutsch-amerikanische Partnerschaft ganz besonders. Ich möchte insbesondere junge Menschen dazu bewegen, selbst einen Austausch zu machen, und damit die Zukunft der transatlantischen Beziehungen mitzugestalten.


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Der Autor

Ein junger dunkelhaariger Mann mit Rucksack

Bryce Lednar (22)
IPS-Stipendiat aus den USA





 

Partystimmung als Dankeschön

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© Silvio Duwe


Mit Schauspiel- und Tanzeinlagen haben sich die 115 IPS-Stipendiaten aus aller Welt bei "ihren" Abgeordneten für die Zeit in Berlin bedankt. Silvio war mit der Kamera dabei.