Die SPD hatte die Regierung aufgefordert darzulegen, wo es im Sport und in dessen Umfeld extremistische Bestrebungen gibt. In deren Sportberichten sollte es künftig ein extra Kapitel dazu geben. Außerdem wollte die Fraktion ein Gütesiegel für Vereine einführen, um für extremistische Gefahren zu sensibilisieren.
CDU/CSU: "Anliegen richtig"
Der parlamentarische Staatssekretär Dr. Christoph Bergner (CDU/CSU) bezeichnete das Anliegen des Antrages als "durchaus berechtigt". Sein eigener Sportverein habe kürzlich seine Satzung geändert: Hinzu gekommen sei das Bekenntnis des "gegen jede Form von Rassismus, Chauvinismus, Extremismus und politischer Willkür". Er bemängelte jedoch "die Anknüpfung an entsprechende Bemühungen" und kritisierte "unpräzise formulierte Finanzierungsmaßnahmen". Die Aufnahme eines Kapitels zum Extremismus in künftigen Sportberichten sei mit dem zwölften Sportbericht bereits erfüllt.
SPD: "Die Politik darf nicht wegsehen"
Seit Jahren sei bekannt, dass Rechtsextremisten gezielt versuchen, "den Sport vor ihren ideologischen Karren zu spannen" und die ehrenamtliche Tätigkeit im Sportverein nutzten, "um ganz nebenbei ihre rechtsextreme Propaganda zu verbreiten", mahnte Martin Gerster (SPD). "Die Politik darf dabei nicht wegsehen", forderte das Sportausschuss-Mitglied. Diejenigen, die sich in Fanprojekten engagieren und Arbeit an der Basis leisten, erhielten "oftmals nicht die notwendige Unterstützung". Er kritisierte, dass der Innenminister laut Presseberichten die Finanzierung solcher Projekte infrage stelle.
FDP: "Auch Homophobie großes Problem im Sport"
Dass Rechtsextremisten Sportvereine gezielt zur Verbreitung ihres antidemokratischen und menschenverachtenden Gedankenguts nutzten, bezeichnete Dr. Lutz Knopek – ebenfalls Mitglied im Sportausschuss – als "ernstzunehmende Gefahr". "Wir brauchen noch stärker eine Kultur des Hinsehens und der Zivilcourage", forderte er und lobte Fan-Initiativen gegen Diskriminierung im Allgemeinen. Denn "auch Homophobie stellt ein großes Problem im Sport dar". Seine Fraktion lehne den Antrag jedoch ab, da die Initiativen seitens der Regierung bereits existierten, "sogar konkreter und zielgerichteter als nun geforder".
Die Linke: "Schritt in die richtige Richtung"
Jens Petermann (Die Linke) sagte, in den letzten 20 Jahren hätten 137 Menschen ihr Leben durch rechtsextremistische Straftaten verloren. Der Antrag der SPD-Fraktion sei daher "ein Schritt in die richtige Richtung", den die Linksfraktion unterstütze. Allerdings müsse der bedingungslose Einsatz gegen den Rechtsextremismus "über Konzepte auf geduldigem Papier“ hinausgehen, so das Mitglied des Sportausschusses.
Grüne: "Viele Projekte nur befristet"
Monika Lazar (Bündnis 90/Die Grünen) begrüßte den Antrag der SPD und bekräftigte, dass Sport einen hohen Stellenwert in der Gesellschaft habe. Sie verwies darauf, dass viele Förderprogramme nur befristet seien: "Dort wurden tolle Sachen gemacht, aber das Programm läuft aus; alles wird abgeheftet, und es folgt leider nichts." Auch die sozialpädagogische Arbeit müsse in dem Bereich erweitert werden, hier dürfe es keine Kürzungen geben: "Wir sollten uns endlich alle zusammensetzen und nachhaltige Konzepte entwickeln, inklusive Finanzierung."









