Die rote Rose ist ihr Markenzeichen. Jede Seife, die das Chemie-Labor der Betty-Staedtler-Mittelschule im bayrischen Wassertrüdingen verlässt, hat eine solche Blume auf der Verpackung. Auch beim Finale des Bundes-Schülerfirmen-Contest im Fraktionssaal der CDU/CSU im Deutschen Bundestag ist die Rose dabei. Jeder der zehn Vertreter der Schülerfirma Betties trägt eine an Hemd oder Bluse. Als eine der zehn besten Schülerfirmen in ganz Deutschland haben sich die Betties gegen 152 Mitbewerber aus 15 Bundesländern durchgesetzt.
Über welchen Platz genau sie sich freuen dürfen, das wissen die beiden Geschäftsführerinnen Manja Beitz, 16, und Tabea Pfanne, 15, noch nicht, als sie vor der Preisverleihung von ihrer Idee erzählen, zusammen mit ihrem Chemielehrer Naturseifen und Badekugeln herzustellen. "Betties hat vor zwei Jahren als Projekt begonnen und lief so gut, dass wir inzwischen mehr als 380 Kilo Seife hergestellt und verkauft haben“, sagt Tabea Pfanne. Jeder, der mitmacht, hat in der Firma bestimmte Aufgaben. Alle ziehen an einem Strang. "Wir übernehmen füreinander Verantwortung, bisher habe ich damit nur positive Erfahrungen gemacht“, erzählt Manja Beitz.
Politiker und Wirtschafts-Bosse machen Mut
Die Erfahrungen, die Manja und Tabea mit ihrer Schülerfirma im Kleinen machen, teilt auch Michael Oschmann von Müller Medien. Er ist einer der Mitbegründer des Bundes-Schülerfirmen-Contests, der vergangenes Jahr in Nürnberg gestartet ist: "Wichtig ist, dass man auf seine innere Stimme hört und das macht, was einem gut liegt.“
Das haben auch die Gründer der WBS Schatzjäger von der Wilhelm-Busch-Schule in Meßstetten, Baden-Württemberg, beherzigt und eine Geo-Caching-Agentur gegründet – sie werden dafür später mit einem zweiten Platz belohnt werden. Als für eine Klassenfahrt das Geld knapp war, haben sich die Schüler mit ihrer Geschäftsidee einfach etwas dazuverdient. Pascal Eppler, 14, und seine Partner organisieren Schatzsuchen für Firmen und Kindergeburtstage und kümmern sich auch um das Catering. Inzwischen machen die Schatzsucher einen Jahresumsatz von 600 Euro.
Die erfolgreiche Umsetzung einer Idee ist etwas, was Helge Braun, parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung, besonders wichtig ist. Er vertritt bei der Veranstaltung die Schirmherrin Annette Schavan und sagt: "Erfunden hat den MP3-Player ein deutsches Fraunhofer-nstitut, das Geld verdienen damit hauptsächlich die Japaner.“
Das Preisgeld? Wird investiert!
Mit einer Idee überzeugen, Menschen dazu zu bringen, in Produkte zu investieren, das ist etwa Beate Westphal von Keksbank und Thomas Jaenisch von Myboshi gelungen. Sie sind zur Preisverleihung gekommen, um den Schülern Mut zu machen. Sie haben sich mit einem Keks-Lieferservice und einem Mützen-Versand selbstständig gemacht. Mützen-Mann Thomas Jaenisch versteht sich dabei nicht als Geschäftsmann, sondern eher als "Chancen-Seher“ – eine Eigenschaft, die auch auf Tabea und Manja von Betties zutrifft. Was sie mit den 1.800 Euro Preisgeld machen, die sie am Ende mit ihrem ersten Platz absahnen? "Davon werden wir neue Rohstoffe und Geräte kaufen“, sagt Manja – ganz Unternehmerin.








