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USA-Stipendiatin
Marisa, 21, Warrenville

09.02.2017 |

12 Tage Urlaub im Jahr, Montag bis Donnerstag Stoffhose und freitags Jeans – die Arbeitswelt in Amerika ist ungewohnt. Nach ihrer College-Zeit startet Marisa dort nun durch.

Arbeitswelt: Verblüffende Unterschiede

Marisa

Marisa arbeitet jetzt. Vorher musste sie zum Drogentest. – © privat

Kaum zu glauben, aber nun bin ich bereits seit mehr als 180 Tagen in den USA. 180 Tage voller Erlebnisse, voller Eindrücke und vor allem Erfahrungen, die mich geprägt und vielleicht sogar verändert haben. Okay, wahrscheinlich habe ich mich mehr verändert, als ich mir zum jetzigen Zeitpunkt noch eingestehen mag, aber das ist auch gut so, denn noch befinde ich mich mitten in meinem Abenteuer, das gerade mit 180 weiteren Tagen lockt.

Der Ernst des Lebens hat wieder begonnen

Halbzeit bedeutet auch, dass ich von der Studienphase wieder ins Arbeitsleben gewechselt bin. Das Parlamentarische Patenschaftsprogramm für junge Berufstätige sieht in der Regel im zweiten Halbjahr für seine deutschen Teilnehmer ein Praktikum in dem Bereich vor, in dem man vorher seine Ausbildung absolviert hat. Für mich bot mir mein Abschluss als Industriekauffrau da einige mögliche Wege an und so hieß es erneut: Ideen sammeln, Leute ansprechen, Bewerbungen losschicken, bangen und hoffen.

Jackpot

Ich hatte da mit knapp 20 Bewerbungen noch Glück, andere Teilnehmer berichten von deutlich höhren Zahlen. Was vor allem daran liegt, dass wir zwar in Deutschland als ausgebildete Fachkräfte gelten, in Amerika dieses Ausbildungssystem aber nur bedingt bekannt und dementsprechend auch nicht immer gleichermaßen geschätzt wird. Für mich jedenfalls kam nach einem vorangegangenen Telefoninterview und persönlichem Vorstellungsgespräch bereits Anfang November der erlösende Anruf und die Zusage eines Praktikumsplatzes im Einkauf eines deutschen Unternehmens mit amerikanischer Niederlassung nur 20 Minuten von meinem jetzigen zu Hause entfernt – Jackpot.

Gleich und doch ganz anders

Da ich bereits in meiner Ausbildung gute acht Monate in der Einkaufsabteilung eingesetzt war, war ich mir sicher, den für mich richtigen Platz gefunden zu haben. Mittlerweile arbeite ich seit einem Monat und bin dankbar für die Möglichkeit, weitere Berufserfahrungen sammeln zu können. Auf meinen Beruf bezogen sind die meisten Dinge (Anforderungen, Aufgaben, Abläufe) vergleichbar mit denen in meiner Ausbildung, aber von dem gesamten Arbeitsumfeld her sind doch Unterschiede bemerkbar:

  • Dresscode: Anders als in meiner Ausbildungsfirma, wo wir damit sehr locker umgegangen sind, wird in meiner jetzigen Firma sehr darauf geachtet, was man zur Arbeit trägt, wohl nicht untypisch für Amerika. Montags bis Donnerstags heißt es somit Business Casual (Stoffhose und Shirt), Freitags casual in Jeans.

  • Anrede: Alle reden sich mit Vornamen an, egal ob intern oder Lieferanten betreffend. Ein Mr. oder Mrs. am Anfang einer Mail habe ich hier, wenn überhaupt, nur selten gesehen.

  • Formalien: Vor meinem Beginn musste ich tatsächlich zu einem Drogentest. Nein, nicht wie in manchen deutschen Großkonzernen üblich zu einem kompletten Gesundheitscheck, sondern speziell nur zu einer Urinabgabe zwecks Drogenkonsumkontrolle. Interessante Erfahrung, zumal man selbst von den Ergebnissen nichts sieht, die gehen direkt an den Arbeitgeber. Dieser prüft zudem auch zu Arbeitsbeginn die Arbeitserlaubnis online, was bei uns Stipendiaten gerne mal zu einer Fehlermeldung und Nervenkitzel führt bedingt durch eine spezielle Visumsart.

  • Gehalt, Urlaub und Arbeitsschutzgesetze: Die Dinge, die deutschen Arbeitnehmern wohl überwiegend besonders wichtig sind, sind hier deutlich anders geregelt. Mein Gehalt wird zweiwöchentlich und um eine Woche nach hinten verschoben bezahlt. Urlaub habe ich als Praktikantin keinen, Vollzeitmitarbeiter auch nur um die 12 Tage im Jahr. Arbeitsschutzgesetze: Ich glaube, wenn ich erwähne, dass Illinois ein "at will"-Staat ist, das heißt, dass beidseitig ohne Einhaltung einer Frist gekündigt werden kann, wisst ihr, was unsere deutschen Arbeitnehmerrechte eigentlich bedeuten.

  • Umgang: Im Arbeitsleben sind Amerikaner sehr höflich und zuvorkommend miteinander. Telefonate werden mit "How are you today" oder einem "Thank you for calling us" begonnen, Kollegen wird nach dem Erledigen einer Aufgabe mit einem "Thank you. I really appreciate your help" gedankt. Nicht, dass Deutsche das nicht machen, aber die Form ist ein wenig anders. Besonders sind auch Geburtstage, denn in Amerika ist es üblich, dass nicht das Geburtagskind selbst etwas ausgibt, sondern von seinen Kollegen bedacht wird. Sehr süße Idee.

  • Freiwilligenarbeit: Wie generell in Amerika wird auch im Berufsleben Wert darauf gelegt, dass Mitarbeiter sich für ihre Mitmenschen engagieren. Viele Firmen, so auch meine, bieten deshalb bezahlte Arbeitsfreistellung zum Ableisten von Ehrenämtern an. So bringt man seine Mitarbeiter dazu, einen Beitrag zur Gesellschaft zu leisten.

Viele Dinge sind gleich, viele anders, aber für mich definitiv eine wertvolle Erfahrung in vielerlei Hinsicht.

Fröhliche Feiertage

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Willkommen to the Weihnachtsmarkt! – © privat

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Schwarzwällder Thanksgiving-Torte – © privat

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Marisa und das leibhaftige Christkind – © privat

Lasst uns "Danke" sagen

Amerikaner müssen in der kalten Jahreszeit nicht bis Weihnachten warten, um mit der Familie bei gutem Essen zusammenzukommen, denn Ende November wird hier traditionell ein großes anderes Fest gefeiert: Thanksgiving. Für mich war das erste Thanksgiving, dessen Tradition bis zu den ersten englischen Siedlern zurückgeht, definitiv eine tolle Erfahrung. Meine Gastfamilie hat das Fest des Dankes mit insgesamt 13 Familienmitgliedern und Freunden bei uns zu Hause mit einem Buffet, voll mit Truthahn, Ham (Schinken), Mashed Potatoes (Kartoffelbrei) und Pumpkin Pie (Kürbispastete), um nur die Klassiker zu nennen, zelebriert. Ich selbst konnte ein wenig deutsche Tradition einschmuggeln, indem ich eine Schwarzwälder Kirschtorte der amerikanischen Art beisteuerte (was man halt so zaubert, wenn man nicht alle gewünschten Zutaten im Supermarkt finden kann). Wir hatten ein gemütliches und angenehmes Familienfest.

Ein tannengrünes Puzzle

Da für Amerikaner mit Beenden des Thanksgiving-Festes direkt die Weihnachtszeit beginnt, hat meine Familie es sich nicht nehmen lassen, direkt nach dem Verabschieden der Gäste das Christbaumaufstellen in Angriff zu nehmen. Ich staunte nicht schlecht, als sich statt einer wohlduftenden Nordmanntanne, wie ich sie kenne, auf einmal eine Papp-Box mitsamt eines zusammensteckbaren Plastiktannenbaums in unserem Wohnzimmer befand. Nun ja, Weihnachten auf amerikanisch eben, denn die Plastiktannen sind hier keine Seltenheit, wenngleich es auch echte Tannen gibt, von denen meine Familie aufgrund ihrer Haustiere aber absieht.

Schlauerweise hatte ich in meine Bewerbung geschrieben, dass ich puzzeln mag – und da lag es nun vor mir: ein tannengrünes, knapp eineinhalb Meter großes Puzzle. Und es wartete auf seine Fertigstellung. Nach ein paar Orientierungsversuchen habe ich das System verstanden und kurze Zeit später war das Exemplar fertig, damit meine Gastschwester es schmücken konnte. Ich muss sagen, dass es doch deutlich anders als zu Hause ist, aber schön anzusehen ist es trotzdem.

Rabbatte locken überall

Nach all dem gemütlichen Miteinander wollte meine Familie sich und mir eine weitere "Tradition" an Thanksgiving nicht entgehen lassen: den so genannten Black Friday. Die Händler locken an diesem Tag mit unschlagbaren Rabatten, 70 Prozent hier, buy one – get one free (zwei zum Preis von einem) da und weitere Eye-Catcher, die gekauft werden wollen. Im Grunde genommen startet das Ganze schon am Donnerstag Abend, nach dem Essen.

Ja, richtig gelesen, nachdem man mit der gesamten Familie zusammensaß, um für alles was man besitzt zu danken, fährt man los, um noch mehr Dinge zu kaufen, für die man noch dankbarer sein kann – so auch wir. Wal-Mart, KOHLs, Target, alles wurde mitgenommen und die Einkaufswagen mit Weihnachtsgeschenken für alle Familienmitglieder vollgestopft, so günstig sind sie sonst das ganze Jahr über nicht. Ich muss sagen, die Schnäppchen waren teilweise wirklich beeindruckend (ich selbst habe unter anderem ein Nackenkissen für vier Dollar und einen Ring für 15 Dollar anstatt 50 absahnen können). Aber die Menschenmassen standen dem in Nichts nach: Die Schlangen waren enorm und fast schon beängstigend. Alles, was in den Wagen passte, schien gekauft zu werden, meine Gastfamilie besitzt nun sage und schreibe 16 Marken-Thermo-Kaffeebecher (jeweils unter 5 Dollar), wovon die meisten aber auch als Weihnachtsgeschenke fungieren werden. Wir waren am Donnerstag von 18 bis 22 Uhr unterwegs und freitags nochmal von 6 bis 10 Uhr morgens. Verrückt, aber definitiv eine Erfahrung wert.

Das Christkindl in Amerika

Nun ist bereits Weihnachtszeit, für mich eine der schönsten Zeiten im Jahr, da ich sowohl Weihnachts-Filme und -Musik, als auch – und vor allem – Märkte besonders mag. In der Chicago-Region hat man, zu meinem Glück, die Tradition eingeführt, mitten im Downtownbereich einen großen, originalen Christkindlmarkt mit Glühwein, gebrannten Mandeln und Kartoffelpuffern mit Apfelkompott (die besten, die ich in Amerika bisher hatte) aufzubauen. Einen kleineren, aber ebenso atmosphärischen gibt es seit diesem Jahr direkt in meinem Nachbarort Naperville. Ich habe beide besucht und war begeistert, wie viel von der traditionellen Atmosphäre rüberkommt. Für mich bedeutet es vor allem viel, da es meiner Meinung nach eine Menge Offenheit und Gastfreundschaft einer Stadt (Chicago ist hierbei nur als Beispiel anzusehen, auch andere Städte pflegen diesen Brauch) zeigt, wenn sie Feste und Traditionen anderer Kulturen fest im Jahresplan integriert.

In diesem Sinne wünsche ich auch allen Bloglesern hier:
Happy Holidays und Merry Christmas – Frohe Weihnachten und einen guten Start ins neue Jahr!

Stipendiaten engagieren sich

Marisa Ausweis

Marisas "Besucher"-Ausweis: Sie hilft Kindern einer Junior High School bei den Hausaufgaben – © privat

Heute möchte ich euch von einem Teil des Programms berichten, der momentan neben College und Privatleben die größte Rolle in meinem Alltag spielt: Ehrenamt. Jeder von uns 75 Stipendiaten soll mindestens 40 Stunden Freiwilligenarbeit während des Jahres leisten mit der Idee, unser Gastgeberland noch besser kennenzulernen und etwas zurückzugeben.

Um Kinder kümmern

Da ich nicht weiß, wie mein Zeitplan ab Januar (dann beginnt die Praktikumsphase) aussieht, hatte ich mir vorgenommen, bereits früh mit meiner Freiwilligenarbeit (auch Community Service genannt) zu beginnen. Angebote gibt es in meinem Umfeld genug, von Arbeit mit Kindern über Unterstützung älterer Menschen bis hin zur Mithilfe bei College-Veranstaltungen. Zu Beginn des Semesters fand an meinem College zudem eine Messe statt, bei der sich verschiedene Organisationen vorgestellt und um Freiwillige geworben haben. Bei eben dieser Messe bin ich auf die lokale Organisation "Glen Ellyn Children's Resource Center" aufmerksam geworden, die für Kinder aus einkommensschwächeren Familien Hausaufgabenbetreuung an zwei Elementary und einer Junior High School anbietet.

Tanzen und Spaß haben

Mich hat die Arbeit mit Kindern und das Thema Bildung schon immer fasziniert, weshalb ich mich entschlossen habe, mich für diese Organisation zu engagieren. Seit Mitte September helfe ich nun mindestens zweimal pro Woche an einer Junior High School bei der Hausaufgabenbetreuung und biete zusätzlich freitags einen Tanzkurs an einer der beiden Elementary Schools an. Die Arbeit mit den Kindern ist herausfordernd, aber sehr bereichernd und ein Kinderdankeschön, wenn die Arbeit erfolgreich erledigt ist, kann nichts übertreffen. Mir macht es Spaß, etwas zurückgeben zu können und den Kindern zu helfen beziehungsweise ihnen mit dem Tanzkurs auch eine meiner eigenen großen Begeisterungen weitergeben zu können.

Carepakete für hungernde Kinder

Mir hat die Freiwilligenarbeit definitiv gezeigt, dass nicht jeder die gleichen Startchancen hat auf dieser Welt und wir dafür kämpfen sollten, dass es nicht davon abhängt, wo man herkommt, sondern was man kann, um etwas zu erreichen. Die Kinder, die ich betreue, kommen aus einkommensschwächeren Familien und haben größtenteils einen lateinamerikanischen Hintergrund, weshalb sie teilweise mehr Spanisch als ich Englisch sprechen. Sie sind dankbar, wenn jemand mit ihnen an den Hausaufgaben arbeitet oder ihnen einfach nur Aufmerksamkeit schenkt, da die Familien verständlicherweise wohl oft andere Alltagssorgen haben. Viele Freiwillige im High-School- und College-Alter erfüllen genau diese wichtige Funktion und helfen an der Basis der Community aus.

Mahlzeiten verpacken

Volunteer Work spielt in den USA meiner Erfahrung nach generell eine große Rolle und wird sehr wertgeschätzt. Meine Host-Family engagiert sich zum Beispiel bei "Feed my Starving Children", einer Organisation, die Veranstaltungen plant, bei denen die Freiwilligen Mahlzeiten für Kinder in Dritte-Welt-Ländern zusammenstellen und verpacken. College-Freunde von mir unterstützen ebenfalls Glen Ellyn Children's Resource Center und bekommen dafür sogar Credits an der Uni. Ich hoffe, dass auch Deutschland mehr und mehr realisiert, wie wichtig Gemeinschaft und Engagement sind.

Willkommen im Club

Bildung in den USA

Marisa gefällt die Collegezeit in den USA sehr, nur wie teuer alles ist, hat sie schockiert. – © Marisa Wulf

Kaum zu glauben, aber mittlerweile darf ich mich bereits seit über einem Monat als Studentin bezeichnen. Im Rahmen des Parlamentarischen Patenschaftsprogramms besuche ich im ersten Halbjahr meines Austauschjahres das College of DuPage in Glen Ellyn, Illinois. Es ist ein Community College mit etwa 29.000 Studenten, wobei von Vollzeit über Teilzeit bis hin zu Einzelkursbesuchern alles dabei ist. Auch hinsichtlich Alter und Nationalität ist es sehr durchgemischt, was das besondere Flair dieses Colleges ausmacht.

"Kleine Schwester"

Viele von uns Stipendiaten besucht ein sogenanntes Community College, was bildlich gesehen als die "kleine Schwester" einer Universität betrachtet werden kann. Diese Bildungseinrichtungen bieten hauptsächlich Zweijahres-Programme an, nach denen die Studenten entweder in den Arbeitsmarkt oder auf eine Universität zur Absolvierung eines Bachelor-Abschlusses wechseln. Einer der Hauptgründe, zunächst ein Community College zu wählen, liegt im finanziellen Bereich, da es oft deutlich günstiger ist, als eine Universität zu besuchen. Im Vergleich zu Deutschland ist es aber immer noch ziemlich teuer.

500 Dollar für Bücher

Da bei mir glücklicherweise die Organisation für meine Studiengebühren aufkommt, kann ich dazu nicht viel berichten, aber alleine meine Materialien (Bücher und Online-Zugänge) hätten sich im Neuzustand zusammen locker auf über 500 Dollar belaufen (nur für dieses Semester wohlgemerkt). Durch Leihplattformen konnte ich das auf einen Bruchteil reduzieren, schockierend war es trotzdem.

Meine Gastmutter, die bei einer der größten Banken der USA arbeitet, hat mir berichtet, dass Eltern (sie eingeschlossen) hier in der Regel bereits früh anfangen, Erspartes für die Zukunft des Kindes, insbesondere fürs Studium, zur Seite zu legen. Zusätzlich ist mir bei Umfragen unserer Professoren in meinen Businesskursen aufgefallen, dass nahezu alle Studenten neben dem Studium mindestens in einem Job arbeiten, oft im Service.

Kaum Alternativen zu Studium

Die Zeit fehlt ihnen dementsprechend, um sich voll aufs Studium konzentrieren zu können. Mir ist bewusst, dass auch in Deutschland viele Studenten für ihren Lebensunterhalt kämpfen müssen, aber ich habe den Eindruck, dass das Ganze hier definitiv eine andere Dimension hat, da die Kosten für ein Studium sich in einer höheren Liga abspielen als bei uns.

Leider gibt es kaum eine Alternative zum Studium, da meines Wissens nach ein Ausbildungssystem, wie wir es kennen, in den USA nicht annähernd in vergleichbarem Umfang existiert. Somit muss der Spagat gemeistert werden – sehr unpraktisch allerdings, wenn man Lehrer hat, die Punkte für die Anwesenheit geben. Richtig gelesen – in den USA gibt es Punkte für die Anwesenheit, Punkte fürs Hausaufgaben abgeben, Punkte fürs Erscheinen in bestimmten Schulclubs – schlicht und einfach Punkte für alles.

Abwechslungsreiche Kurse

Mir gefällt das Collegeleben insgesamt sehr gut. Meine berufsbezogenen Kurse (Organizational Behavior, also Organisationstheorie, Marketing, Career Development) sind sehr interessant und behandeln ähnliche Themen: wie Menschen sich im Wirtschaftsbereich verhalten. Nur jeweils unterschiedliche Teilaspekte, mal individueller, mal genereller. Dazu kommen meine "Spaßkurse" (Zumbatanzen, Creative Writing also Kreatives Schreiben) sowie die Teilnahme an drei Clubs (vergleichbar mit hiesigen Arbeitsgemeinschaften): German, Marketing und Unternehmertum.

Das ist der größte Vorteil am Collegeleben: es ist immer was los. Unsere Professoren betonen auch immer wieder, dass die Collegezeit die Zeit ist, in der man sich einbringen kann und sollte. Aktionen wie ein Fünf-Kilometer-Lauf mit anschliessendem Foodtruckauflauf, Musikveranstaltungen und Homecomingevents (Feier für Ehemalige) runden mein Collegesemester ab und machen es zu einem unvergesslichen Erlebnis!

Waffenverbotsschild

Überall sieht Marisa in ihrer Umgebung Waffenverbotsschilder. Sicher fühlt sie sich dadurch nicht. – © Marisa Wulf

Meine Waffe – mein Recht

Bevor ich nach Amerika geflogen bin, war eine Angst definitiv präsent: Was ist, wenn ich in einen Staat, in eine Gegend, zu einer Familie komme, in der Waffen zum Alltag gehören? Beiträge in den deutschen Nachrichten über amerikanischen Waffenfanatismus, Amokläufe und andere Vorfälle mit Schusswaffen haben diese Angst nicht unbedingt beruhigt. Aber wie sagt man so schön: "Man kann erst über etwas urteilen, wenn man es sich selbst angeschaut hat".

Ein Aspekt vorweg: Wer sich für ein Auslandsjahr in Amerika entscheidet, wird wohl oder übel früher oder später mit dem Thema "Waffen" konfrontiert werden, da es zur amerikanischen Kultur dazu gehört. Obwohl ich glücklicherweise in einem eher ruhigeren Vorort Chicagos bin, mache auch ich so meine Erfahrungen mit dem Waffenfanatismus in diesem Land.

Waffen im Supermarkt

Ich werde wohl nie einen meiner ersten Walmart-Besuche vergessen, wo ich mit meiner Host Mom Gartenstühle kaufen wollte und direkt in der Nachbarabteilung einen gesamten Gang mit Schusswaffen aller Art und daneben sogar Interessenten erspähte. Walmart ist ein gewöhnlicher amerikanischer Supermarkt – und die Waffen sind nicht besonders gesichert, teilweise in Glasvetrinen verstaut, teilweise noch nicht mal das. Die Auswahl ist riesig und selbst pinke Modelle sind dabei. Für mich eine seltsame Vorstellung, neben Eiern, Milch und Waschmittel eine Waffe in meinen Einkaufswagen zu legen, für Amerikaner anscheinend nicht.

Als wir neulich Bekannte besucht haben, wurde ich von einem Schild mit einer Waffe und dem Hinweis "We don't dial 911" ("Wir rufen nicht die Polizei") begrüßt. Auf die Frage, ob das ernst gemeint sei kam die Antwort "Der Schrank steht in der Garage. Er ist Jäger".

Typisch menschlich

Das Phänomen ist für mich erschreckend, gerade wenn ich an die Nachrichtensendungen denke, die voll sind von Berichten über Vorfälle mit Schusswaffen in allen Teilen Amerikas, Chicago mit unter den führenden Gegenden. Es gibt zwar starke Kritiker, die sich für schärfere Waffengesetze einsetzen, aber bislang scheint Amerika nicht bereit zu sein, sein Recht auf Waffenbesitz abzugeben.

Ich muss sogar sagen, ich kann es irgendwie verstehen. Amerika hat eine andere Waffenkultur als Deutschland, aber für Amerika ist diese eben nicht ungewöhnlich. Wann immer ich über Unterschiede zwischen Deutschland und Amerika (auch in anderen Bereichen) nachdenke, steht unterm Strich mein Fazit: es ist "normal", womit man aufwächst und niemand hat das Recht, dies als "richtig" oder "falsch" zu bezeichnen. Für Amerikaner ist Waffenbesitz ein durch die Verfassung garantiertes Grundrecht und wer einmal ein Recht hat, möchte es nicht mehr missen, warum auch? Das ist für mich nicht typisch amerikanisch, sondern menschlich.

Überall sehe ich Waffenverbotsschilder an Colleges, Restaurants und öffentlichen Einrichtungen. Mir vermitteln sie aber nur bedingt ein Gefühl von Sicherheit. So hat an meinem College vor wenigen Wochen trotz Waffenverbot ein bewaffneter Überfall auf eine Frau stattgefunden. Reaktion: noch mehr Campuspolizei und Verhaltenstipps.

deutsche und amerikanische Flaggen

Marisa bewundert in Amerika auch die Hingabe an die Nation – © privat

Make the World great again

Direkt während der Fahrt von der Union Station in Chicago zu meinem Platzierungsort, dem Vorort Warrenville, fiel mir bei all den neuen, vielfältigen Eindrücken eine Sache besonders auf: Überall begegnete meinen Augen die amerikanische Flagge. Naiv und noch ein wenig zögerlich sprach ich es im Auto laut aus "That is typical of America, isn't it?". Nach den ersten Wochen kann ich die Frage nun selbst beantworten: "It is.".

Die Sache mit dem Nationalstolz

An jedem Wohnhaus ist sie mindestens einmal zu finden, die Flagge der Vereinigten Staaten. Bei jedem öffentlichen Event wird die Hymne gespielt und mitgesungen. Für alle Amerikaner ist sie normal, die Verbundenheit zur eigenen Nation. Ich weiß, es klingt ein wenig übertrieben, aber dass diese Übertreibungen Realität sind, hat mir ein Erlebnis besonders verdeutlicht.

Während meiner Freiwilligenarbeit in der fünften Klasse einer Elementary School wurde ich von den Kindern gebeten, etwas auf Deutsch zu sagen und als Wunsch kam der Pledge of Allegiance. Die Augen der Kinder, als ich erklärte, dass es einen solchen Treueschwur zur eigenen Flagge in Deutschland lediglich bei Soldaten gäbe, sprach Bände. Auch dass wir unsere Nationalhymne nur unter bestimmten Bedingungen singen und es viele gibt, die sich nicht schämen, den Text nicht zu kennen, wirkt für Amerikaner, die ihre eigene Hymne mit der Muttermilch aufzusaugen scheinen, unvorstellbar. Mich hat diese Begegnung sehr zum Nachdenken angeregt, über Deutschland, die USA und vor allem darüber, was Nationalstolz eigentlich bedeutet.

Deutschland – USA: same story, different ways

Natürlich bin ich mir dessen bewusst, dass Deutschland in vielen Köpfen immer noch als "Nazideutschland" abgestempelt wird und dass unsere Vergangenheit viel dazu beigetragen hat, wie wir heute mit unserer eigenen Nationalität umgehen. Aber "schämen" ist da genau der falsche Weg. Jedes Land hat seine Geschichte, jedes Land hat seine Fehler und jedes Land kann sich verändern, was in Deutschland seit 1945 zum Glück passiert ist. Wir sind multikulturell, wir leben Vielfalt.

Im Grunde genommen ist die Situation in den USA nicht viel anders. Auch hier gab und gibt es Probleme. Amerika war eine Hochburg was Sklaverei anbelangt, Amerika ist in Kriege involviert und auch Konflikte in Bezug auf Rassendenken und -diskrimierung sind noch lange nicht vollständig beseitigt. Doch wer spricht darüber jeden Tag, abgesehen von den Nachrichten – niemand.

Stattdessen wird der Wahl entgegengefiebert, in der ein Kandidat "make America great again" verspricht und dafür von vielen bewundert, von den meisten zumindest toleriert wird. Genau dort liegt der entscheidende Unterschied. Deutschland lässt sich für seine Probleme von anderen und gerade von sich selbst oft runtermachen, während in Amerika egal, wie groß die Probleme sind, ein Glaube immer bleibt: der Glaube an die Stärke der eigenen Nation.

Einfluss auf die Mentalität

Während es für uns in Deutschland selbstverständlich ist, uns in einer globalisierten Welt über andere Nationen und ihre Geschichte zu informieren, um bloß keine Fettnäpfchen zu erwischen, kennen viele Amerikaner nur eins: die Vereinigten Staaten von Amerika. Dies führt teilweise zu Situationen, wo ich nicht mehr weiß, ob Lachen oder Kopfschütteln das richtige ist: IKEA wird für deutsch gehalten; wenn es die Deutsche Mark nicht mehr gibt, dafür Cents, sind wir wohl beim Dollarsystem angekommen und überraschte Blicke beim Aufeinandertreffen mit dunkelhäutigen Deutschen sowie Kommentare à la "I didn't know you had any black people in Germany." Ich lasse diese Erlebnisse jetzt mal unkommentiert.

Mein Wunsch

Ich glaube, beide Modelle stellen ziemliche Extreme dar. Was Amerika angeht, finde ich es bewundernswert, wie viel Hingabe man seiner eigenen Nation geben kann, aber erschreckend, dass vieles auf diese limitiert ist. Was Deutschland angeht, würde ich mir wünschen, dass die Welt sieht, dass Deutschland sich verändert hat, dass die Welt sieht, dass auch wir eine Nation sind, die stolz auf sich sein kann.

Ich wünsche mir ein Deutschland, das in der Gegenwart lebt und nicht in der Vergangenheit, und dabei aus den Fehlern dieser für die Zukunft lernt. Ich möchte sagen können: "Ja, ich komme aus Deutschland und ja, ich bin stolz darauf.". Wir lassen uns als Menschen von klein auf predigen, dass das Wichtigste ist, an sich selbst zu glauben, warum zeigen wir dies dann nicht als Nation?

Marisas Gastfamilie

Marisas Gastfamilie. Nur Hund und Katz' fehlen. – © privat

Willkommen und doch fremd

Meine Gastfamilie empfing mich bereits am Bahnhof und schien genauso freundlich und herzlich zu sein, wie bereits in den Mails und während der Skype-Konferenz. Und ich wurde nicht enttäuscht, sondern direkt voll in die Familie integriert. Und die versucht alles, um mir den Einstieg so einfach wie möglich zu machen. Anders als zu Hause, wo ich alleine mit meinen Eltern ein eher ruhiges Leben führe, habe ich hier mit zwei Gastgeschwistern im Teenageralter, einer Katze und einem Hund immer Action.

Wir wohnen in Warrenville, einem gemütlichen Vorort Chicagos, in dem Nachbarschaft wirklich Nachbarschaft bedeutet. Wer jetzt denkt, super, dann hat sich doch alles erledigt und das Jahr geht so weiter, den muss ich enttäuschen. Klar, ich fühle mich sehr wohl und sehr willkommen, aber man darf nicht vergessen, ich bin dennoch in einem anderen Land bei eigentlich fremden Menschen und muss den ganzen Tag eine andere Sprache sprechen als sonst.

Man fühlt sich zum einen wohl, ist glücklich über alles, was die Gastfamilie mit einem teilt und wie sie einen unterstützt, aber man fühlt sich dennoch erstmal anders, weil man sich an alles erst gewöhnen muss. Man isst plötzlich anders, man wäscht plötzlich anders und man redet plötzlich anders, aber hey, das gehört dazu, denn Amerika ist nunmal nicht Deutschland und ich bin guter Dinge, dass sich das alles bald eingespielt hat.

Kommunikation ist alles

Um sich wirklich schnell und gut zu akklimatisieren, kenne ich eigentlich nur einen Tipp: REDEN. Klingt vielleicht banal, aber das hilft. Ich glaube, jeder stößt mit seinem Englisch gerade am Anfang mal an Grenzen, aber das ist nicht weiter tragisch, denn nur an Grenzen kann man wachsen. Wenn man Fragen hat, sollte man fragen, wenn man Antworten sucht, wird man sie auch irgendwie bekommen.

Man sollte nie vergessen, ein Austausch ist zweiseitig, das heißt, nicht nur ich als Austauschstudentin begebe mich in eine vollkommen fremde Familie, nein, eine Familie nimmt auch mich als vollkommen fremde Austauschstudentin bei sich auf. Beide Seiten haben da ihre Wünsche, ihre Sorgen und ihre Vorstellungen, aber nur, wenn man darüber redet, kann man die Dinge klären. Glücklicherweise sieht meine Gastfamilie das ganz genauso, weshalb ich bisher auf keine Probleme bei irgendwelchen Themen gestoßen und einfach nur dankbar dafür bin, dass ich so herzlich aufgenommen wurde.

Was war, was ist, was kommt

Da meine Gastfamilie mich bei allem sehr fleißig unterstützt, haben wir bereits eine Menge geschafft: Social Security Number beantragt (braucht man in Amerika für gefühlt alles), Auto gekauft und versichert, Bankkonto eingerichtet, Handykarte bestellt und so weiter. Zudem verbringen wir eine Menge Zeit zusammen, waren unter anderem auch schon ehrenamtlich bei "Feed my starving Children" aktiv. Während meines Jahres werde ich insgesamt 40 Stunden gemeinnützige Arbeit ableisten und euch natürlich davon berichten. Außerdem werdet ihr informiert werden, wie es am College so läuft. Meine Koordinatorinnen sind auch hier super offen und hilfsbereit, und ich bin mir sicher, mich schnell einleben zu können. Aber dazu dann später mehr.

Bis zum nächsten Mal,

Marisa

eine junge Frau mit blonden Locken schaut in die Kamera.

Marisa, 21, tauscht ihre Heimat Paderborn gegen Warrenville in Illinois. – © privat

Hallo, ich bin Marisa!

Hallo zusammen,

ich bin Marisa, 21 Jahre jung, und komme aus dem kleinen, aber feinen Paderborn in Nordrhein-Westfalen. Ermöglicht durch das Parlamentarische Patenschaftsprogramm des Bundestages und den Abgeordneten Dr. Carsten Linnemann (CDU/CSU), verbringe ich ab August 2016 ein Jahr auf der anderen Seite des Teiches, in den USA. Dort werde ich ein halbes Jahr zum College gehen, ein halbes Jahr Arbeiten und zwischendrin noch eine Menge anderer Dinge erleben. Wer mich begleiten moechte, ist hiermit herzlichst eingeladen, mir auf meiner Reise zu folgen.

Wie alles begann

Es war September 2015, meine Ausbildung zur Industriekauffrau sollte nur noch ein halbes Jahr dauern, und ich wusste noch nicht wirklich, wie es danach weitergehen sollte. Ich wusste bereits ziemlich am Anfang meiner Ausbildung, dass mir diese auf Dauer nicht reichen würde, ich wollte mehr, somit sollte zumindest noch ein Studium folgen, aber was genau war dann die nächste Frage. Zufällig las mein Papa morgens in der Tageszeitung einen Artikel à la "Junge Berufstätige für Auslandsstipendium gesucht" – und das war der Startschuss. Mir blieb zwar nicht mehr viel Zeit, um meine Bewerbung zu erstellen, aber diese wurde effektiv genutzt. Im November folgte die Auswahltagung in Bonn und im Januar kam der erlösende Anruf des Abgeordneten: "Frau Wulf, Sie wollen in die USA fliegen? Dann werden Sie das tun!".

Warum ich dieses Auslandsjahr mache

Ich denke, es gibt verschiedene Gründe, zumal ich schon zu Schulzeiten darüber nachgedacht habe, aber es gibt nur einen, warum ich es gerade jetzt mache: es ist der ideale Zeitpunkt. Den Ausbildungsabschluss in der Tasche, sowohl nach deutschem als auch nach amerikanischem Recht volljährig und bereit, für ein Jahr eine Pause in meinem "alten" Leben einzulegen. Für mich geht es darum, neue Erfahrungen zu sammeln und vor allem einfach mal zu begreifen, wie andere Menschen in anderen Kulturen leben, denken und fühlen, was sie in ihrem Alltag beschäftigt. Es gibt auf beiden Seiten viele vorgeprägte Stereotype, aber meiner Meinung nach kann man sich erst erlauben über etwas zu urteilen, wenn man es selbst erlebt hat. And here I am – ready for experiences.

Den Schritt wagen

Nur die Bereitschaft, sich auf das Abenteuer einzulassen, reicht leider nicht. Nachdem man etliche Wochen in Vorbereitungen investiert hat, gefühlt jede Woche sich um irgendwelche anderen Dokumente gekümmert hat und nebenbei auf dem Vorbereitungsseminar in Deutschland vielen der anderen Stipendiaten Gleichgesinnte gefunden hat, muss man den Mut aufbringen zu fliegen.

Ja, ich weiß, das klingt nach Drama und ich weiß auch, dass jeder anders in so einer Situation tickt. Bei mir kam die Nervosität vergleichsweise spät (drei Wochen vorher) und wurde dann bis zum Tag vorm Abflug immer schlimmer. Versteht mich nicht falsch, nicht dass ich zu irgendeinem Zeitpunkt zurücktreten wollte, nur es ist einfach ein durch und durch ambivalentes Gefühl da. Die Freude auf das Jahr teilt sich ihren Platz mit der Angst vor dem Ungewissen, der Wille, es durchzuziehen, kommt einher mit der Unsicherheit, ob man wirklich an alles gedacht hat, alles geplant hat, nichts vergessen, und das "Hallo neues Leben" bedeutet gleichzeitig ein "Tschüss" gegenüber Familie, Freunden und alten Gewohnheiten.

Ankunft in den Staaten

Aber ich habe den Schritt gewagt und bin zusammen mit den übrigen Stipendiaten am 2. August von Frankfurt aus nach New York geflogen. Ich persönlich war ein bisschen erschlagen von all den Wolkenkratzern und der ganzen Atmosphäre, kann aber jedem nur empfehlen, sich die Stadt einmal von oben anzuschauen, denn das verursacht Gänsehaut. Ich glaube, zu diesem Zeitpunkt hat immer noch niemand von uns realisiert, dass dies erst der Anfang eines ganzen Jahres sein wird. Zu sehr waren alle eingenommen von den neuen Dingen, inklusive der folgenden Reise zum Platzierungsort. Diese startete am 5. August und war für jeden individuell zusammengestellt worden. Meine führte mit dem Amtrak-Zug und 34 weiteren Teilnehmern über 18 Stunden Richtung Chicago und dann war ich da: in meinem neuen zu Hause, bei meiner neuen Familie und in meinem neuen Lebensabschnitt.

Kommentare

 

nathalie schrieb am 22.05.2017 14:03

toll

 

 

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