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USA-Stipendiatin
Paula, 17, Texas

15.03.2017 |

Was ist das Schwierige daran, ein US-Senator zu sein? Das hat Paula bei ihrer Reise nach Washington D.C. die Mitarbeiter von Senatoren gefragt. Die 17-jährige Stipendiatin des Patenschaftsprogramms des Bundestages erhielt eine überraschende Antwort.

Eine Woche in Washington D.C.

Paula mit anderen Stipendiaten in Washington D.C. vor dem Kapitol - dem Sitz des Kongresses in den Vereinigten Staaten. – © privat

Paula hat sich unter anderem auch mit Leuten auf einer Anti-Trump-Demonstration unterhalten. – © privat

Nicht nur Geschichte und Politik stand in Washington auf dem Programm - Paula hatte auch die Gelegenheit sich ein NBA-Spiel live anzuschauen – © privat

Auf geht’s nach Washington D.C.

Am 29. Januar begann in aller Frühe meine Reise nach Washington D.C.. Gleich am ersten Tag dort ging es für mich und noch einige andere in das National Museum of Natural History. Am folgenden Montag besuchten wir als erstes das Newseum, ein Journalismus-Museum, welches mich sehr beeindruckte – insbesondere eine Bildergalerie über Flüchtlinge.

Am nächsten Tag sind wir zum U.S. Department of State (dem Außenministerium der USA) gefahren. Dort haben wir eine Simulation mitgemacht, die sich mit Diplomatie und Flüchtlingen beschäftigt. Am Rest des Tages waren wir noch im neuen National Museum of African American History, bei einigen Denkmälern (Lincoln Memorial, Jefferson Memorial und Martin Luther King Memorial) und zuletzt bei einem NBA-Spiel (NBA ist die amerikanische Basketball-Liga): Es spielten die Washington Wizards gegen die New York Knicks.

Capitol Hill Day

Der Mittwoch war der wichtigste und auch tollste Tag der ganzen Woche. Wir haben das Kapitol besucht und hatten die einzigartige Möglichkeit, Senatoren zu treffen. Bei diesem Treffen hatten wir die Aufgabe, das Parlamentarische Patenschaftsprogramm zu repräsentieren und konnten den Senatoren beziehungsweise ihren Vertretern auch Fragen stellen. Ich habe mit Vertretern von Senator John Cornyn, vom Abgeordneten Michael Burgess und von Senator Ted Cruz gesprochen und erklärte ihnen, was das Programm ist und welche Arbeit ich hier als Juniorbotschafterin leiste. Sie alle waren sehr beeindruckende Persönlichkeiten.

Sieben Tage die Woche

Um euch Antworten auf einige Fragen, die ich gestellt habe, zu geben, habe ich hier zwei Beispiele: Auf die Frage, welche Schwierigkeiten es mit sich bringen würde, ein Senator zu sein, antwortete der Vertreter von John Cornyn, dass es wohl sehr schwer sei, immer auf Zack zu sein. Ein Senator arbeite meist sieben Tage die Woche und es gäbe immer etwas zu tun. Cruz' Vertreter konnten mir auf die Frage, ob er noch einmal als Präsident kandidieren würde, keine genaue Antwort geben, da man so etwas nicht der Öffentlichkeit preisgeben dürfe. Am Ende des Tages besichtigten wir noch das Airforce Memorial.

Was ich dazulernte

Dann war auch schon der letzte Tag angebrochen und ich muss sagen, die Zeit rannte einfach nur an mir vorbei! Wir besuchten noch das Smithsonian National Museum of American History, welches auch sehr interessant war. Am besten hat mir dort eine Ausstellung der Kleider der First Ladies gefallen. Zuletzt fuhren wir zum Ronald Reagan Building, wo wir ein Seminar über internationale Verbindungen und Geschäfte hatten.

Mit nur drei Stunden Schlaf ging es am nächsten Tag dann auf zum Flughafen und zurück nach Texas. Ich konnte unglaublich viel Neues in diesen sechs Tagen lernen und viele neue Leute kennenlernen – und bin unglaublich dankbar für diese Chance!

Jahresende mit Prinzessinnen und Santa Claus

Vier Menschen stehen vor einem großen Weihnachtsbaum.

Paula war mit ihrer Gastfamilie im weihnachtlich geschmückten Disneyland Kalifornien. Und weil es dort sommerlich warm war ... – © privat

Zwei Mädchen in der gleichen dicken Jacke stehen vor Skulpturen aus buntem Eis.

... ging es noch in eine Eisskulpturen-Ausstellung. – © privat

Disneyland

Ein paar Tage vor Weihnachten hieß es für meine Gastfamilie und mich: auf geht's nach Disneyland in Kalifornien. Ich war tierisch aufgeregt, weil das mein erster Besuch in einem Disneyland war. Und die Aufregung war definitiv gerechtfertigt! Weil es kurz vor Weihnachten war, war alles unglaublich toll geschmückt mit Lichterketten und Weihnachtsbäumen.

Natürlich war die Situation aber ganz schön komisch: Wir hatten um die 25 Grad und das sind sicherlich keine Temperaturen, die ich vom deutschen Winter kenne. Ich traf Cinderella, Rapunzel und viele andere Prinzessinnen und dabei wurde ich wieder zum kleinen Mädchen, das ebenso gerne eine Prinzessin sein wollte.

Geschenke, Santa Claus und Familie

Am 25. Dezember war es dann auch soweit: Weihnachten! Es war ziemlich komisch Weihnachten nicht wie gewohnt am 24. zusammen mit meiner deutschen Familie zu verbringen, aber natürlich war es auch so ein tolles Erlebnis – Weihnachten mal anders.

Morgens gab es die Bescherung. Und auch wenn wir uns gegenseitig versprochen hatten, uns nicht zu viel zu schenken, gab es unglaublich viele Geschenke, die auf uns warteten. All die schönen Sachen zauberten uns ein Lächeln auf unsere Gesichter.

Am Abend gab es dann auch noch unglaublich gutes Essen. Am Ende des Tages war ich traurig, dass die Weihnachtszeit so schnell an mir vorbeigerannt ist, aber ich habe jede Sekunde genossen und ich werde amerikanische Weihnachten auf jeden Fall mit nach Deutschland bringen.

Gaylord Texan ICE

Gaylord Texan ICE ist eine Ausstellung, in der eine Geschichte mit beeindruckenden Eisskulpturen nachgestellt wird. Dieses Jahr gab es "Santa Claus is Comin' to Town", nach einem Film, den ich erst kurz zuvor das erste Mal gesehen hatte. Es war eine sehr beeindruckende Sache, vor allem fühlte ich dort auch endlich das erste Mal diesen Winter die Kälte fühlte, die ich so sehr vermisse.

Happy New Year und 2017

Vor ein paar Tagen war dann auch das Jahr 2016 vorbei. Ein Jahr voller Erlebnisse und ein Jahr, das mir immer in Erinnerung bleiben wird. Aber auch in 2017 warten sicherlich viele spannende Erfahrungen auf mich und noch weitere sechs Monate meines Auslandsjahres.

Der Himmel blieb an Silvester jedoch leider dunkel, da es in meiner Gegend illegal ist, Feuerwerk zu zünden, weil die Gefahr eines Feuers wegen der Trockenheit viel zu hoch ist. Trotzdem hatte ich einen tollen Abend zusammen mit meiner Gastfamilie.

Nun sind meine Ferien fast vorbei und die Schule geht wieder los. Es sind nur noch zwei Wochen des ersten Schulhalbjahres übrig. Es gibt noch einiges zu tun, ich bin aber schon sehr gespannt auf meine neuen Kurse im neuen Halbjahr, wie zum Beispiel Kochen.

Vorfreude auf das Fest

Socken am Kamin

Nicht nur diese Socken am Kamin lassen bei Paula die Vorfreude auf Weihnachten steigen. – © privat

Wohltätigkeitsarbeit

Amerika ist bekannt für superreiche Menschen, jedoch gibt es auch viel Armut. Um das zu bekämpfen gibt es hier viel Wohltätigkeitsarbeit. Es hat mich sehr überrascht wie viele Menschen hier dazu bereit sind, anderen Menschen unter die Arme zu greifen, die benachteiligt sind. Das wird aber auch dringend benötigt, weil viele Menschen sehr arm sind oder keine Arbeit finden können. Trotz des Versicherungsprogrammes (Obama Health Care), das US-Präsident Barack Obama eingeführt hat, sind Versicherungen immer noch sehr teuer.

Es wird also viel gespendet und gerade während der Weihnachtszeit werden warme Mäntel und Geschenke für Kinder gesammelt. Mein Schwimmteam hat auch eine Familie zugeteilt bekommen und wir werden dafür sorgen, dass diese Kinder Geschenke bekommen. Ihre Eltern können sich keine leisten. Während Thanksgiving wurde auch viel Essen gespendet, damit Obdachlose auch eine tolle und warme Mahlzeit bekommen. Ich finde es sehr beeindruckend wie hilfsbereit viele Menschen hier sind!

Jugendliche und soziale Projekte

Auch viele Jugendliche setzen sich hier ehrenamtlich ein und verbringen teilweise ihr gesamtes Wochenende damit, anderen Menschen zu helfen. Das kenne ich so nicht aus Deutschland und es inspiriert mich sehr: Ich werde hundertprozentig versuchen, mich nach meinem Auslandsjahr auch mehr ehrenamtlich einzusetzen. Aber auch jetzt setze ich mich schon ehrenamtlich ein, da ich jeden Mittwoch nach der Schule zwei Kindern Nachhilfe in Deutsch gebe. Das macht mir sehr viel Spaß und ich werde versuchen noch andere Projekte zu finden, wo ich anderen Menschen helfen kann.

Weihnachtsmänner, Jingle Bells und eine riesige Lichtershow

Nur noch ein paar Tage, dann ist schon Weihnachten. Hier fing "Weihnachten" aber irgendwie schon viel früher an. Seit November laufen im Radio und Fernsehen nur noch Weihnachtsmusik und Weihnachtsfilme. Ich liebe das und werde es sehr vermissen! Und vor kurzem fing auch das Schmücken an, was mir sehr gut gefällt. Es fühlt sich so an, als würde ganz Amerika nun leuchten, wegen all der Lichterketten. Auch die sonstige Deko ist einfach nur atemberaubend! Riesige Schneemänner, Sterne und Krippen schmücken die Vorgärten hier und ich würde am liebsten jeden Abend durch die Straßen fahren um dieses Spektakel zu sehen. In einer Woche geht es für mich dann auch nach Disneyland. Darauf freue ich mich besonders! Ich werde für Weihnachten jedoch wieder zurück in Texas sein. Es gibt auch eine Tradition, die wir nicht in Deutschland haben, nämlich die Socken die am Kamin hängen. Diese Socken findet man eigentlich in jedem amerikanischen Haushalt. Da packt man für jeden in der Familie ein kleines Geschenk rein. Das Essen wird sicher auch grandios und danach werde ich vermutlich aussehen wie ein riesiges Fleischklößchen.

Halloween und die Wahlsensation

Unsere Autorin feiert in den USA mit ihren Mitschülern (und in standesgemäßer Verkleidung) das alljährliche Helloween Spektakel

© privat

Und der neue Präsident ist ...

Donald Trump. Na ja, was soll ich dazu sagen. Am Tag der Wahlen waren natürlich alle sehr aufgeregt und fast alle Prognosen sagten voraus, dass Hillary Clinton die neue Präsidentin wird. Am nächsten Morgen war dann jedoch das Gesicht von Trump in den Nachrichten und wir wussten, dass er der neue Präsident der USA werden wird. Der Großteil meiner Schule war nicht begeistert, jedoch gab es auch ein paar, die sehr begeistert von dem Ergebnis waren.

Das System

Natürlich will ich euch auch noch ein paar Fakten über die Wahlen erklären: Um euch erst einmal das System nahe zu bringen, müsst ihr wissen, dass es Electoral und Popular Votes gibt. Electoral Votes sind die Stimmen der Staaten (jeder Staat hat, an seiner Einwohnerzahl gemessen, eine bestimmte Anzahl von Stimmen. Texas hat zum Beispiel hat 38 Stimmen.) Popular Votes sind dann die Stimmen der einzelnen Einwohner. Würde man ausschließlich die Popular Votes zählen, hätte Hillary Clinton die Wahl gewonnen, weil sie 48 Prozent und Donald Trump nur 47 Prozent dieser Stimmen hatte. Jedoch zählen letztendlich die Electoral Votes (und somit die Anzahl der jeweiligen Wahlmänner aus einem Bundesstaat, welche schlussendlich dann den Präsidenten wählen), wenn es darum geht, wer der neue Präsident wird. Trump hatte 290 und Clinton 228 Electoral Votes.

Das Land vereinen

Mittlerweile gibt es in einigen Städten Demonstrationen gegen das Wahlergebnis. Leute sagen, dass Donald Trump nicht ihr Präsident sei. Vor allem im Internet trifft man auf viel Hass zwischen den beiden Wählergruppen. Einer meiner Lehrer sagte, dass Amerika niemals so gespalten war wie jetzt. Meiner Ansicht nach sollten die USA nun versuchen, das Beste aus dieser Situation zu machen. Hoffentlich schafft es Trump, das Land wieder zu vereinen – so wie er es in seinen Kampagnen versprochen hat. Ich hoffe einfach nur, dass Amerika gerade in dieser Zeit zusammenhalten kann. Gemeinsam ist man immer stärker.

Sport ist alles

Eine der ersten Sachen, die ich hier gelernt habe, ist die Tatsache, dass Sport in den Highschools für Amerikaner sehr wichtig ist.

An erster Stelle steht wohl American Football, weil das der Sport ist, der die ganze Schule verbindet. Es gibt aber natürlich auch ganz viele andere Sportarten, wie zum Beispiel das Schwimmen – und ich bin ein Teil davon. Deswegen muss ich jeden morgen schon um 4.50 Uhr aufstehen, um zum Training zu fahren. Eine Trainingseinheit dauert zwei Stunden. Der Zusammenhalt in unserem Team ist echt toll und besonders die Wettbewerbe sind großartig! Letztes Wochenende war einer der wichtigsten Wettbewerbe von unserem Team. Dafür sind wir nach Houston zum Texas A&M College gefahren. Wir waren zwar alle völlig übermüdet, hatten jedoch sehr viel Spaß und konnten den zweiten und fünften Platz (von sieben) belegen.

XXL-Kürbisse und Gruselfratzen

Dann war auch noch Halloween: Das war selbstverständlich ein gruselig tolles Erlebnis! Alle Häuser waren schon zwei Wochen vorher geschmückt und vor den Türen konnte man XXL-Kürbisse, Gruselfratzen und einiges mehr sehen. Natürlich durfte da auch eine Halloween-Party nicht fehlen! Und so traf ich mich mit ein paar anderen Austauschschülern und verbrachte mit reichlich gutem Essen einen tollen Abend. Ich konnte sogar einige neue Süßigkeiten probieren, die ich aus Deutschland gar nicht kenne, wie zum Beispiel Candycorn (Körner aus Maissirup). Wir haben auch ein paar deutsche Spiele gespielt (zum Beispiel das Rollenspiel Werwolf) und das war echt witzig!

Trump, TTIP und die Mums

Paula beim Homecoming

Paula mit einigen Freundinnen beim Homecoming-Footballspiel. – © privat

Kurz vor den Präsidentschaftswahlen gibt es hier in den USA mehrere TV-Debatten der beiden Kandidaten, in denen sie über wichtige politische Themen reden. Natürlich habe ich mir die Debatten angesehen, jedoch kann man es wohl eher Komödie als Debatte nennen. Donald Trump (Kandidat der Republikaner) hatte sich schon bei der ersten Debatte nicht richtig vorbereitet und schien daher oftmals sehr unprofessionell und auch die Kommentare beider über die politischen Ziele des anderen waren eher witzig als ernstzunehmen.

Sie sprachen über Themen wie Jobs, Steuern, Rassismus und Handel. Trumps Kommentare waren oftmals sehr unangebracht und das machte das Ganze dann wohl eher zu einer Komödie. Am nächsten Tag ließen sich alle hier über die Debatte aus und lachten darüber. Die politischen Visionen beider waren jedoch sehr interessant anzuhören, da sie sich sehr unterschieden haben.

Viele kenen TTIP nicht

Ich kann auch verstehen, warum es viele Amerikaner gibt, die Trump unterstützen, da die Situation in vielen Bereichen hier sehr kritisch ist. Viele haben keine Jobs und auch die Steuern lösen wütende Gesichter seitens der Amerikaner aus. Was jedoch am interessantesten war, war der Fakt, dass Trump über Handel und somit auch über TTIP gesprochen hat. TTIP ist ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA und seine Umsetzung ist momentan in den Verhandlungen. Viele Europäer sind dagegen und wenn man die Amerikaner fragt, was das TTIP ist, trifft man auf fragende Gesichter.

Ich muss gestehen, ich war sehr schockiert, als mein U.S.-History Lehrer und die gesamte Klasse nicht wusste, was TTIP ist, als ich sie darauf angesprochen habe. Somit wird das TTIP vielleicht scheitern, ohne dass die Amerikaner überhaupt davon wussten. Präsident Barack Obama versucht, das Abkommen im Congress durchzubringen und Trump und Clinton sind dagegen. Trump sagt, dass das TTIP wie auch Nafta (Nordamerikanisches Freihandelsabkommen) ein Disaster sind. Auch Clinton stellt sich gegen TTIP und sagt, dass sie die Verhandlungen sofort stoppen wird, wenn sie Präsidentin wird. Ich denke, die Idee des Abkommens generell ist sehr gut, jedoch scheitert es wohl an der Umsetzung und dem Zweifel der Deutschen und der Amerikaner.

Essen gehen und Riesenblumen tragen

Homecoming (Fest für ehemalige Schüler) – eines der großen Erlebnisse für jeden Austauschschüler. Für mich war es jedoch kein Homecoming, sondern Anti-Homecoming. Was ich davor nicht wusste: Für alle, die älter sind als 14, ist es ziemlich uncool zum Homecoming zu gehen. Und für alle, die älter sind, somit auch ich, gibt es dann Anti-Homecoming. An Anti-Homecoming zieht man sich, wie auch an Homecoming, schick an und geht dann mit Freunden in einem Restaurant fein essen. Natürlich habe ich das, genau wie alle anderen Sachen mitgemacht, wie das Homecoming Footballgame.

Band und Tänzer

Das ist ein großes Football Spiel, bei dem es danach noch eine große Show mit Band und Tänzern gibt. Eine weitere Homecoming-Tradition der Texaner hat mich jedoch sehr geschockt: die Mum's. Aus kleinen Blumen, die an das Kleid gesteckt werden, wurden hier Mum's im Riesenformat. Mum's sind riesige Blumen mit tausenden von Bändern, Glöckchen, Teddies und anderen Sachen daran. Mum's sind teilweise größer als die Mädchen selber und es ist bald schon eine neue Sportart mit diesen Dingern über die Flure zu laufen. Ich hatte wirklich viel Spaß und das wird wohl auch eine der Erinnerungen, die mir ewig im Gedächtnis bleiben wird.

Paula in San Antonio

Paula (rechts) und ihre Gastschwester bei einem Ausflug nach San Antonio vor "The Alamo". – © privat

Nobody for President

Die Zeit rennt! Nun ist es schon mehr als einen Monat her, dass ich zum ersten Mal einen Fuß auf texanischen Boden gesetzt habe und das ist unfassbar. Alles ist immer noch ganz aufregend und neu für mich, aber trotzdem kehrt langsam der Alltag ein.

Vor etwa drei Wochen hat die Schule angefangen und das war ein großer Schritt, weil die Schule die meiste Zeit eines Auslandsjahres in Anspruch nimmt und man dadurch auch meist seine Freunde findet. Ich war also ganz schön aufgeregt, was das angeht. Meine Schule ist ziemlich groß, aber zum Glück finde ich mich relativ gut zurecht, auch dank ganz vieler netter Menschen, die mir helfen.

Erste Schulerfahrungen

Ich muss jeden Morgen ganz früh aufstehen, was echt eine große Qual ist, weil ich um 4:50 Uhr aufstehen muss. Der Grund dafür ist das Schwimmtraining, was schon in aller Frühe anfängt. Das Training ist sehr anstrengend, aber es lohnt sich sehr, da ich viele neue Leute kennenlernen kann und mir dadurch auch vielleicht das ein oder andere Gramm von all dem leckeren Essen abtrainieren kann.

Der Unterricht ist um einiges einfacher als in Deutschland und besonders gut gefällt mir U.S.-History! Ich lerne viel über das Land, in dem ich jetzt lebe und gerade wegen den Präsidentschaftswahlen ist es nochmal um einiges interessanter! Bei der Sprache komme ich auch mittlerweile gut mit, auch wenn es bei der ein oder anderen Frage in einem Test dann mal schief läuft.

Die Cafeteria ist eine Erfahrung für sich, da sie enorm groß ist und auch laut wegen all den Menschen. In der Pause treffe ich dann auch auf Menschen mit "special needs". Das sind geistig behinderte Menschen in meinem Alter, die auch an meiner Schule Unterricht haben. Das finde ich echt bewundernswert und toll.

Ausflug nach San Antonio

Letztes Wochenende habe ich dann auch noch mit meiner Gastfamilie einen Ausflug nach San Antonio gemacht. Wir haben "The Alamo" besichtigt, eine ehemalige Missionsstation, und eine Bootstour über den San Antonio River gemacht und zum Schluss haben wir dann noch in einem alten Gefängnis übernachtet. Natürlich haben wir auch Mexikanisch zu Abend gegessen und für mich gab es leckere Quesadillas – gefüllte Tortilla! San Antonia ist eine atemberaubende Stadt und es war ein wunderbares Wochenende.

"Nobody for president"

Mit dem Spruch "Nobody for president" auf seinem T-Shirt lief letzte Woche ein Junge über die Gänge. Ich kann euch sagen, mich hat nichts mehr geschockt als die letzten Wochen. Wenn man Texas hört, denkt man an Republikaner, Cowboys, den Wilden Westen und alles mögliche. Ich war der festen Überzeugung, als ich hier ankam, dass hier jeder fest von Trump überzeugt ist und aus texanischer Sicht der nächste Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika wird. Doch es ist so anders. Jeder, den ich hier bisher kennengelernt habe, ist ein Anhänger von Hillary Clinton.

In meinem Unterricht höre ich von meinen Lehrern, wie lächerlich Trump doch ist und das wiederholt sich auch bei meinen Mitschülern. Trump hat sich mit seinem Verhalten hier echt nicht beliebt gemacht und sogar Texaner sind nicht auf seiner Seite. Das, was ich hier am meisten zu hören bekomme ist: Hillary ist das kleinere Übel. Die Amerikaner sind von beiden nicht sonderlich begeistert, sagen aber auch, dass diese Präsidentschaftswahlen in die Geschichte eingehen werden, egal was passiert. Entweder wird die erste Frau Präsidentin oder der erste Mann Präsident, der überhaupt keine politischen Vorerfahrungen hat. Es sind nur wenige Prozent, die Clinton und Trump trennen und wer vorne liegt, kann man eigentlich nicht sagen, weil es fast jeden Tag wechselt.

Paula-Selfie

Paula kommt aus Münster und lernt nun an einer Highschool in Texas. – © privat

Welcome Paula

Paula und ihre Gastschwester – © privat

Cowboy & Western Museum

Diese Männer sind Paula nicht auf den Straßen von Texas begegnet – sondern im Cowboy & Western Museum. – © privat

That's me

Hallo, ich heiße Paula und bin 17 Jahre alt. Seit kurzem lebe ich im wunderschönen Flower Mound in Texas. Flower Mound liegt in der Nähe von Dallas und hat etwa 70.000 Einwohner. In Deutschland lebe ich in Münster in Nordrhein-Westfalen, meine neue Heimat ist nun jedoch schon seit rund zwei Wochen ebendieses Flower Mound.

Vor fast einem Jahr bewarb ich mich um ein Stipendium des Bundestages, genauer gesagt, des Parlamentarischen-Patenschafts-Programmes (PPP), und mein Traum vom Auslandsjahr hat sich tatsächlich erfüllt. Dank dem PPP steht mir nun ein Jahr voller neuer Erfahrungen und Spannung bevor.

Let's go

Am 4. August begann mein großes Abenteuer in aller Frühe. Mein erster Flug startete in Düsseldorf gegen 8.30 Uhr, aber vorher musste ich noch einchecken und den Koffer aufgeben. Dann hieß es leider Abschied nehmen. Von Düsseldorf ging es erstmal nach Frankfurt und von Frankfurt dann in die USA nach Chicago. Von dort trat ich meinen letzten Flug nach Dallas/Fort Worth an.

Der Flug war extrem anstrengend aber auch super witzig, weil ich immer mit einigen anderen Austauschschülern unterwegs war. Am Flughafen von Dallas/Fort Worth wurde ich dann von meiner Gastfamilie und einem großen "Welcome to the USA, Paula"-Schild empfangen. Ich habe mich sehr gefreut und nachdem wir meinen zentnerschweren Koffer gefunden hatten, ging es ab zu meinem neuen Zuhause.

My new home

Ich habe mich hier unglaublich schnell eingelebt, was wohl daran liegt, wie toll meine Gastfamilie ist und wie viel Zeit sie sich für mich nimmt. Mein Gastvater muss zwar unter der Woche fast den ganzen Tag arbeiten, dafür sind meine Gastschwester und meine Gastmutter aber da. Wir haben zusammen sogar schon einen Ausflug nach Oklahoma City gemacht und dort ein Cowboy und Western Museum besichtigt, was natürlich ein Muss ist, wenn man in Texas lebt. Das Museum hatte von Cowboystiefeln bis Indianerschmuck echt alles, am besten hat mir jedoch eine nachgestellte Stadt aus dem Wilden Westen gefallen.

Meine neue Schule ist die Edward Marcus Highschool und sie hat rund 4000 Schüler. Das ist echt eine große Umstellung, da meine Schule in Deutschland nur rund 1000 Schüler hat. Vor ein paar Tagen habe ich mich dort angemeldet und schon eine kleine Führung von meiner Gastschwester bekommen. Die Highschool ist wirklich unglaublich groß und ich habe von einer anderen Austauschschülerin gehört, dass ihr Ort gerade mal so viele Einwohner hat, wie meine Highschool Schüler!

Meinen neuen Stundenplan habe ich auch schon und ich freue mich bereits darauf einige neue Fächer kennenzulernen, die wir in Deutschland nicht haben, wie zum Beispiel Kochen und Hochzeitsplanung. Jeden Morgen in der ersten Stunde habe ich Sport und sehr zu meiner Freude bin ich im Schwimmteam meiner Highschool gelandet.

See you soon

Das war es jetzt erstmal, aber wenn die Schule demnächst anfängt, werde ich wieder schreiben und euch auch über den aktuellen Stand der Präsidentschaftswahl aufklären. Die Wahl ist am 8. November, deswegen ist hier momentan ganz schön viel los und man sieht dazu jeden Tag etwas in den Nachrichten, es gibt also einiges zu erzählen!

See you soon and take care,
Paula

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