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Lena Gurevich, 25, aus Israel

Lena Gurevich auf der Bundestagskuppel

IPS-Stipendiatin Lena macht ein Praktikum bei Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau (Die Linke). – © Privat


28. Juni: Der Bundestag und die Knesset

Es ist gerade vier Monate her, dass ich ein Praktikum im Bundestag begonnen habe. Dieses Erlebnis ist besonders für mich, da ich früher schon in einem Parlament gearbeitet habe - und zwar in der Knesset, dem Parlament meiner Heimat Israel. Ich habe in der Knesset als ein Guide gearbeitet, habe den Besuchern vom Gebäude und der Arbeit der Knesset erzählt und war auch für Ehrengäste wie Botschafter und Politiker aus verschiedenen Ländern zuständig.

Meine Eindrücke von beiden Parlamenten möchte ich hier mit euch teilen.

Zunächst mal zum Gebäude: Wie schön das Reichstagsgebäude ist! Es ist nicht nur von Außen beeindruckend, sondern besonders von Innen. Eine Ausstellung über die deutsche demokratische Bewegung in den letzten zwei Jahrhunderten, Graffiti von russischen Soldaten im Zweiten Weltkrieg und die gläserne Kuppel – kein Wunder, dass der Bundestag das meist besuchte Parlament der Welt ist.

Die Knesset ist auch einen Besuch wert, obwohl das Gebäude erst 1966 gebaut wurde. Weil es so neu ist und ein Bezug zu historischen Ereignisse fehlt, war es besonders wichtig, es kreativ zu gestalten. Viele Symbole und Hinweise bemerkt man nicht sofort. Ein Beispiel ist die Wand hinter dem Sitzplatz des Präsidenten der Knesset im Plenarsaal. Auf den ersten Blick sieht diese Wand komisch aus. Die linke Seite der Wand, die wie die Klagemauer aussieht, symbolisiert das himmlische, spirituelle Jerusalem. Die rechte Seite, mit den verschiedenen geometrischen Figuren, die für die Vielfalt der Stadt stehen, symbolisiert das irdische Jerusalem. Damit ist Jerusalem immer vor den Augen der Abgeordneten.

Bei meiner Arbeit in der Knesset war es meine Aufgabe, Ehrengäste zu ihren Treffen zu begleiten. Zehn Minuten vor ihrer Ankunft wartete ich am Eingang auf sie. Besonders spannend war es, die Gäste des Präsidenten der Knesset, Reuven Rivlin, zu begleiten. Der Präsident ist ein beschäftigter Mann, der sehr pünktlich ist und seine Gäste nur zu der verabredenden Uhrzeit akzeptiert. Sehr oft sind seine Gäste zu früh gekommen und ich sollte sie irgendwie beschäftigen. Glücklicherweise gibt es viele Bilder und Fotos an den Wänden auf dem Weg zum Kabinett des Präsidenten – viel Gesprächsstoff für mich. Immer unauffällig am Rand: Eine Mitarbeiterin der Abteilung für Außenbeziehungen, die mir mit Handzeichen signalisierte, ob ich weitermachen sollte oder der Präsident schon frei war.

Auch im Bundestag habe ich Erfahrung mit offiziellen Besuchen gemacht. Neulich traf sich die Abgeordnete und Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau (Die Linke), für die ich arbeite, mit einer Delegation aus der Republik Äthiopien. Diese Delegation von Politikern interessierte sich für die parlamentarische Demokratie in Deutschland, um die Demokratie in ihrem Heimatland zu stärken. Sie haben nach dem Verhältnis zwischen den Aufgaben im Wahlkreis und im Bundestag gefragt und wie Frauen eine größere Rolle in der Politik spielen können. Sie haben viele Notizen gemacht und ich hoffe, dass die Antworten ihnen geholfen haben.

Mein Fazit nach dem Blick hinter die Kulissen von zwei Parlamenten: Dort zu sein, wo wichtige politische Entscheidungen getroffen werden ist spannend – im Bundestag und in der Knesset.

Liebe Grüße aus Berlin!


Kommentare

 

Stefanie Dino schrieb am 16.07.2012 12:14

ich hab dich ganz doll lieb !!!! x333

 

 

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Partystimmung als Dankeschön

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© Silvio Duwe


Mit Schauspiel- und Tanzeinlagen haben sich die 115 IPS-Stipendiaten aus aller Welt bei "ihren" Abgeordneten für die Zeit in Berlin bedankt. Silvio war mit der Kamera dabei.