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4-Tages-Planspiel
Einmal Abgeordneter sein

16.06.2016 |

Einmal selbst in die Rolle eines Bundestagsabgeordneten schlüpfen? Beim Planspiel Jugend und Parlament kein Problem! Immer zwischen März und April habt ihr die Chance, euch für das Planspiel im Sommer zu bewerben.

Jugendliche sitzen im Plenarsaal des Deutschen Bundestages.

Im straffen Programm des Planspiels Jugend und Parlament stehen auch Sitzungen im Plenum – ganz wie bei echten Abgeordneten eben. – © Anna Rakhmanko

Endlich mitentscheiden und mitmischen, wenn sich Politiker um Gesetzentwürfe zoffen: Darum geht es bei der jährlichen Aktion des Bundestages mit dem Namen "Jugend und Parlament" (JuP). Die über 300 Teilnehmer reisen nach Berlin, schlüpfen in die Rollen fiktiver Bundestagsabgeordneter, sitzen im echten Plenarsaal und sprechen unterm Bundesadler an genau dem Rednerpult, das man regelmäßig in den Nachrichten sehen kann.

Neue Identität bekommen

Wenn ihr dann zu den glücklichen 310 auserwählten Probe-Parlamentariern gehört und alles so authentisch wie möglich ablaufen kann, gibt es anfangs für jeden gewissermaßen ein neues Leben. Am ersten Tag werden die Rollen verteilt. Welcher fiktive Bundestagsabgeordnete sie sein werden, können sich die Jugendlichen vorher nicht aussuchen – Name, Partei und politische Ausrichtung werden ihnen zugewiesen. Es kann also durchaus vorkommen, dass sich beispielsweise ein Fan der Linken bei JuP als konservativ ausgeben muss und ein eingefleischter CDU-Wähler sich in einer grünen Fraktion wiederfindet.

Auf zum Fraktionsvorsitzenden

Schon am ersten Tag steht die erste Landesgruppensitzung an – wie im echten Leben treffen sich also die Abgeordneten aus einer Region. Am nächsten Tag ist frühes Aufstehen angesagt: Gleich nach dem Sieben-Uhr-Frühstück beginnt das Programm im Bundestag mit einer weiteren Landesgruppensitzung. Auf diese folgen die ersten Fraktionssitzungen. Hier werden sowohl die Schriftführer als auch die Fraktionsvorsitzenden gewählt.

Natürlich gibt es auch etwas Freizeit, um Berlin kennenzulernen: Bei einer Stadtrundfahrt können die Jugendlichen aus ganz Deutschland die Hauptstadt erkunden – und sich natürlich abseits der neuen Abgeordneten-Identität als "normale" Gleichaltrige kennenlernen.

Diejenigen aber, die zuvor Fraktionsvorsitzende geworden sind, haben nicht ganz so viel Zeit: Sie müssen beim Pressegespräch "Berliner Runde" die Meinung ihrer Fraktion vertreten und den Redakteuren der "politikorange", dem Medienprojekt der Jugendpresse Deutschland, Rede und Antwort stehen.

Neue Gesetze machen

In den folgenden Tagen geht es an die Arbeit mit den Gesetzesvorlagen. Welchen Inhalt die haben, bleibt bis zum Start des Planspiels geheim. In den vergangenen Jahren standen mit dem "Ausbau von Windkraftanlagen", der "Wahlpflicht", der "Transparenz und Kontrolle persönlicher Daten in digitalen Medien" oder der "PKW-Maut" politische Schwergewichte auf der Tagesordnung. Zwei Stunden Zeit haben die Nachwuchsparlamentarier zunächst in ihren jeweiligen Arbeitsgruppen, dann in den Fraktionen. Am Ende sollen die Gesetzesentwürfe fertig sein für die erste Lesung im Plenum.

Das schlaucht? Zwischendrin steht etwas Erholung auf dem Programm: Die Teilnehmer können in der gläsernen Kuppel des Reichstagsgebäudes beim Anblick Berlins den Kopf wieder frei kriegen. Außerdem besuchen die Jugendlichen die Abgeordneten, die sie zum Planspiel eingeladen haben, und erfahren so gleich, wie das Büro eines Parlamentariers aussieht.

Zustimmen oder ablehnen?

Nach der ersten Lesung der Gesetzesentwürfe im Plenum unter Leitung der (echten) Bundestagsvizepräsidenten gehen die Entwürfe gleich wieder in die Planspiel-Ausschüsse zurück, wo die JuP-Teilnehmer sie überarbeiten und sich darüber abstimmen müssen, zu welchen Gesetzentwürfen sie Zustimmung und zu welchen Ablehnung empfehlen.

In weiteren vier Stunden Fraktionssitzungen müssen sie nochmal alles geben: Die Fraktionen müssen sich hier nämlich nicht nur zu jeder einzelnen Empfehlung der Ausschüsse positionieren, sie müssen auch die Redner für die zweite und dritte Lesung im Plenum bestimmen.

Diskutieren mit den "Echten"

Die weiteren Lesungen finden dann am letzten JuP-Tag statt. Wer setzt sich durch? Wer scheitert mit seinen Ideen? Und schon wartet auf die Nachwuchsabgeordneten ein weiteres Highlight: eine Podiumsdiskussion mit allen echten Fraktionsvorsitzenden des Bundestages.

Am Ende steht ein Schlusswort des echten Bundestagspräsidenten auf dem Programm – natürlich mit anschließender Fotomöglichkeit. Zum Schluss werten die JuP-Teilnehmer das Planspiel noch in ihren Landesgruppen aus. Nach vier intensiven Parlaments-Tagen geht es dann wieder nach Hause, zurück in den Alltag.

Abläufe kennenlernen

Ziel der Simulation ist es, dass Jugendliche im Alter von 16 bis 20 Jahren die Arbeit der Abgeordneten kennenlernen – in Landesgruppen, Fraktionen, Arbeitsgruppen und Ausschüssen. Das Planspiel, das jedes Jahr im Juni stattfindet, soll die Arbeitsweise des Bundestages vermitteln, nicht politische Inhalte. Auch üben die Jugendlichen sich im Debattieren und versuchen, Mehrheiten für ihre politischen Anliegen zu gewinnen. Zur Teilnahme nominiert werden sie im Voraus von Mitgliedern des Bundestages.

Die Parlamentssimulation "Jugend und Parlament" ist eine Variante des Planspiels "Parlamentarische Demokratie spielerisch erfahren". Das bietet der Besucherdienst des Deutschen Bundestages insbesondere für Schulklassen ab der zehnten Jahrgangsstufe an.

Ihr wollt wissen, wie ihr bei Jugend und Parlament mitmachen könnt? Dann schaut hier in unsere FAQs!

Kommentare

 

mitmischen.de schrieb am 09.11.2016 14:03

Liebe Frauke, hast du mal versucht anzurufen? Die Telefonnummern findest du meistens auf den Homepages der Abgeordneten. So eine Mail kann schonmal untergehen, vielleicht hilft das. Grundsätzlich sind die Abgeordneten aber genau die richtigen Ansprechpartner. Viel Erfolg!

 

 

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