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Kaffee, Stress und ganz viel Spaß

Die Tagesredaktion bei "Jugend und Parlament" musste vor allem eines: aktuell sein. Und wie bei den richtigen Hauptstadtjournalisten konnte da auf Kaffee, Hektik und Diktiergerät nicht verzichtet werden. Nachwuchsjournalisten belieferten mitmischen.de mit Ticker-Meldungen, Blog-Einträgen und Fotos – Autorin Anne war eine von ihnen.

 

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Beim Jugendmedienworkshop schlüpft ihr in die Rolle von Hauptstadt-Journalisten. – © Florian Gehm


Stehen Redner der Arbeiterpartei Deutschlands (APD) oder der Christlichen Volkspartei (CVP) am Pult im Plenum des Bundestages, dann ist das kein Missverständnis. Und schon gar kein Aprilscherz, immerhin ist der Juni angebrochen. Vielmehr fanden sich die Teilnehmer von "Jugend und Parlament" in diesen fiktiven Parteien zusammen.

Geschniegelt und gestriegelt

Die Aktentasche unterm Arm, Smartphone am Ohr, geschäftstüchtiger Blick. Die Mehrheit im Anzug, krawattiert und mit edlem Schuhwerk. Was für ein Anblick! Der ein oder andere Besucher des Bundestages kassierte da Halsverrenkungen. Und den echten Abgeordneten wurde klar: Potenzieller Nachwuchs ist im Anmarsch!

Unter all den Vorzeige-Parlamentariern waren wir Presseleute schnell auszumachen: mit Notizblock bewaffnet – mal mehr, mal weniger lässig. Süßes und Schokoladiges stets griffbereit. Zucker ist schließlich gut für Hirn und Nerven und hält die Konzentration auf Trapp, weiß jeder gescheite Nachwuchsjournalist. Und Geistesblitze sind ja wohl bedeutender als Hüftgold.

Druckfrisches Früchtchen

Die "Tagesredaktion" gehörte ebenso zum Planspiel wie die ÖSP oder die Fraktionsvorsitzenden. Wir begleiteten die Veranstaltung publizistisch, der Grund dafür liegt auf der Hand. In Bezug auf die Politik erfüllen Medien nämlich eine grundlegende Funktion: Sie sind das Bindeglied zur Bevölkerung. Die mediale Politberichterstattung präsentiert das Pro und Contra in einer Debatte, politische Ziele und Programme werden erst durch die Medien öffentlich zugänglich gemacht.

Und genau darum produzierten wir täglich die "politikorange" – eine Art Flugblatt, auf dem sich die Ereignisse des vorherigen Tages wiederfanden. In zwei Redaktionsräumen wurde recherchiert, redigiert, teilweise philosophiert. Ab und zu auch geflucht, zumindest wenn der Rechtschreib-Fehlerteufel arges Kopfzerbrechen bereitete. Die Themen richteten sich nach den parlamentarischen Ereignissen: Auf das Vorstellen der Gesetzesvorlagen folgten beispielsweise Statements der Fraktionsvorsitzenden.

Schlaf vs. Stolz

Oft verließ die Redaktion weit nach 23 Uhr das Bundestagsgebäude. Doch Schlafentzug und Augenringe waren dann beim Anblick von Selbstproduziertem schnell vergessen. Ab 6.30 Uhr am jeweils darauffolgenden Tag positionierten wir uns am Eingang zum Frühstücksraum. Das Ziel: den verschlafenen Parlamentariern die neusten "politikorange"-Ausgaben in die Hände drücken. Neben Brötchen und Orangensaft gab es also Gedrucktes. Der blättrige Snack kam an: Hie und da lobte man unsere Berichterstattung, dankte für die Informationen.

Herr Ernst zu Besuch

Die Nachwuchsparlamentarier nahmen ihre Rolle sehr ernst. So ernst, dass Mann sich selbst bei Anrufen zu später Stunde mit dem Namen der fiktiven Rolle meldete. Bei Interviews war Siezen ausdrücklich erwünscht, DIN-A4-Seiten füllende Pressemitteilungen flatterten in unser Büro und das Telefon klingelte beinahe ständig. Ob Politiker auch in Jogginghosen schlüpfen? Ich bin mir da nicht sicher: Bei den jungen Abgeordneten galt auch nachts noch die Anzugpflicht. Manch kunstvolle Satzkonstruktion, versehen mit endlos vielen Kommas, lief drei Mal durchs Diktiergerät, ehe wir die Aussage verstanden.

Hitzig ging es bei der Plenarsitzung zu, die wir stilecht von der Pressetribüne aus verfolgten. Bundestagsvizepräsident Eduard Oswald (CDU/CSU) musste den Redefluss bremsen, wenn die Neu-Parlamentarier loslegten, schwadronierten, sich reinsteigerten. Übrigens: Wer besonders politisch klingen möchte, der sollte das Wort Konsens in seine Rede einbauen. "Für jeden 'Konsens' drehe ich mich eine Runde!", beschloss Redakteurskollege Jeremy. Glück für ihn, dass er so viel Nonsens doch nicht durchzog und still auf dem Drehstuhl sitzen blieb. 

Diskutantenstadl

Wesentlich zeitaktueller ist man heutzutage im sowie mit dem Internet. Und damit die Parlamentarier auch stets wussten, was ihre Gegner so trieben, lief hier auf mitmischen.de ein Liveticker. Die Kurzmeldungen wurden dann auf Flachbildschirmen verfolgt, bewertet und kommentiert. So sorgte die Einladung der Liberalen Reformpartei (LRP) zur Feierabend-Party bei der Partei der sozialen Gerechtigkeit (PSG) für Unmut und Kritik an deren "eher fragwürdigen Prioritäten". Dass sich einige Mitglieder der Opposition dann doch bei der Feierlichkeit blicken ließen, ist das Ergebnis guter Recherchearbeit vor Ort.

Mädels an die Macht

Blickt man auf die - mit besonderer Macht ausgestattete - Regierungsebene, dann sind die Kabinette in den letzten Jahren zwar durchaus "weiblicher" geworden, dennoch dominieren nach wie vor eindeutig die Männer. Das war auch bei "Jugend und Parlament" der Fall. Männer und die, die es sein wollen, sah man zur Genüge, junge Frauen dagegen weniger. Auch bei den Fraktionsvorsitzenden dominierten die Franks und Ottos. Victoria Weber (PSG) und Magdalena Meier (CVP) schafften es immerhin auf den Posten der Vizevorsitzenden.

Recht konträr sah der Frauenanteil im zweiten Redaktionsraum aus. Chefredakteurin Kristin, drei Mädels und ein junger Herr gehörten zum Redaktionsteam der "Dokumentation". Die Truppe produzierte eine 24-seitige "politikorange"-Ausgabe, die im Nachlauf an alle Teilnehmer und Abgeordneten verschickt wird.


Kommentare

 

gruensindallemeinekleider schrieb am 08.06.2011 22:07

Liebes Presseteam, ihr ward toll. Wir haben staendig überm Liveticker gehangen! Ich freue mich schon auf die Zeitschrift.

 

Nicolas schrieb am 09.06.2011 20:46

Servus, ich wurde vom Dokuteam für ein Kurzporträt fotografiert. Kann mir vielleicht jemand das Bild per Mail zukommen lassen? Muss einen Bericht schreiben und da bietet sich so ein schickes Bild doch an. :D Spielname: Philipp Famos. Gruß Nicolas

 

Jeremy Scheibe schrieb am 10.06.2011 13:55

Schöner Beitrag Anne ;) Dieser Artikel beinhaltet in der Tat mehr Konsens als Nonsens Viele liebe Grüße

 

Lenna schrieb am 24.10.2011 12:50

Surpriinsgly well-written and informative for a free online article.

 

Coralyn schrieb am 24.10.2011 14:04

I thuohgt I'd have to read a book for a discovery like this!

 

Stew schrieb am 24.10.2011 16:50

Superbly illuminating data here, tahkns!

 

Matilda schrieb am 25.10.2011 09:45

There's nothing like the relief of fiidnng what you're looking for.

 

Jorja schrieb am 25.10.2011 09:59

You've rellay captured all the essentials in this subject area, haven't you?

 

Ollie schrieb am 10.01.2012 12:50

Wow, that's a really clever way of thiinnkg about it!

 

Dillon schrieb am 17.02.2012 23:00

alles Gute zum Geburi!!! schonen Tag gbeaht bis jetzt? Bluewin hat Problem, desshalb hast du wohl kein Mail erhalten. Wann habt ihr Zeit zum Skipen? lg monika

 

Mon schrieb am 18.02.2012 00:40

Wir sind doch die groYten Deppen, dass wir mit uensren Gehaltern heimgehen......;-) Wenn wir ein paar Hirnzellen wegwerfen wurden, bekamen wir viel mehr *fg

 

Gwendal schrieb am 18.02.2012 00:49

dragonhaert1966 sagt:hat zwar ntihcs mit dem Thema zu tun,aber schaut euch mal dieses Video an:Warnung: Bin Ladens Tod Al-Qaida schwort Rache? Anschlag? auf Berlin? -? Inside job like 9/11

 

Joshna schrieb am 18.02.2012 07:25

sagt:Ich slltee mit Freude fest, dass es durchaus kreative und schone Namen gibt. Nicht das ubliche Minka, Muschi, Miezi, was man glaubt zu kennen.

 

Ivaneide schrieb am 18.02.2012 11:35

Ich gebe Dir vellkommon recht: Es gibt keinen positiven Stress, wenn er nicht ausgeglichen werden kann durch Entspannung, Abreaktion und durch Innehalten. Das habe ich auch erst viel zu sp t kapiert.W nsche Dir weiterhin viel Erfolg!

 

Ahmed schrieb am 20.02.2012 04:38

Hi Barbara I like that you look on the brhigt side, and remember the good :)Hope your Christmas was very merry & brhigt! I love your new rose~Sophy's perpetual its such a gorgeous shade of pink! All of your flowers & photo's of them are just beautiful!!Wishing you a very Happy New Year..and a very Happy New Gardening Year!! Cat

 

Maria schrieb am 20.02.2012 05:48

Hallo Kathrin,ist doch schon grewoden!!! So viel L(e)ichtigkeit :)Ich kenn das aber, wenn man mit dem, was man selber macht, nie so richtig zufrieden ist ;)LG Kathrin

 

Leah schrieb am 20.02.2012 07:38

I love your blog! I rlaley like your style and have enjoyed looking through your posts. I'm hoping I can get some inspiration from you as I've been feeling a little blah since my move here. Hopefully in a few months I can read your Deutsch version instead of the English one :)

 

 

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Die Autorin

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Anne Juliane Wirth (20)
studiert in Berlin Politikwissenschaft







 

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Jugend und Parlament wird von der Deutschen Bahn gesponsert. Mit dem Veranstaltungsticket "Umwelt-Plus" reisen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer CO2-frei nach Berlin.