Alljährlich können Jugendliche zwischen 16 und 20 Jahren beim Planspiel "Jugend und Parlament" Politik selbst gestalten. Rund 300 Jugendliche aus dem gesamten Bundesgebiet kommen nach Berlin und erhalten vier Tage lang hautnah einen Einblick in die Arbeit des Deutschen Bundestages. Gleich nach ihrer Ankunft schlüpfen sie in die Rollen von fiktiven Bundestagsabgeordneten, erhalten eine neue Identität und sind fiktiven Fraktionen zugeordnet, die an die realen angelehnt sind. Am letzten Tag geben die Fraktionsvorsitzenden der Volkspartei (KVP), der Arbeiterpartei Deutschlands (APD), der Liberalen Reformpartei (LRP), der Ökologisch-Sozialen Partei (ÖSP) und der Partei der sozialen Gerechtigkeit (PSG) traditionsgemäß eine Pressekonferenz.
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Die Teilnehmer des Planspiels nehmen den Platz der Abgeordneten ein"Wo geht's denn hier raus?", fragt ein etwa 18-jähriger Junge mit einer Reisetasche über der Schulter einen Mitarbeiter des Bundestages im Erdgeschoss des Reichstagsgebäudes. Etwas verzweifelt sucht der Teilnehmer des Planspiels "Jugend und Parlament" den Ausgang aus dem großen Gebäude, in dem er vier Tage lang mit etwa 300 Gleichgesinnten Politik gemacht hat. Während der Teilnehmer nach leichten Schwierigkeiten den Ausgang gefunden hat, führt der Weg für acht andere noch nicht aus dem Gebäude, sondern zum Großen Protokollsaal. Die diesjährigen Fraktionsvorsitzenden präsentieren sich am letzten Tag des Planspiels der Presse und berichten von ihren Erfahrungen und Erlebnissen.
Drei Doppelspitzen in diesem Jahr
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Pressekonferenz mit den Vorsitzenden der FraktionenVor dem Großen Protokollsaal ist eine hellblaue Wand aufgestellt. Unter dem Schriftzug "Deutscher Bundestag" ist ein Foto der Kuppel zu sehen. Die acht Fraktionsvorsitzenden stehen gelassen, teilweise müde, aber auch sichtlich stolz auf ihre Leistung vor zwei Mikrofonen und stellen sich vor. Seit vier Tagen haben sie neue Identitäten und verkörpern Abgeordnete: Michael Kühn (KVP) und Sebastian Lehmann (APD) vertreten die Koaltionsfraktionen. Alle Oppositionsfraktionen haben in diesem Jahr eine Doppelspitze. Für die LRP setzen sich die "Abgeordneten" Markus Heider und Marie-Sophie Graf ein. Lara Weissner und Bernhard Gluckheimer bilden die Fraktionsspitze der ÖSP und Alexander Elsner und Sophie Alsmann vertreten die PSG.
Themen aus dem Leben gegriffen
Die acht Teilnehmerinnen und Teilnehmer sprechen zwar jetzt über ihre persönlichen Erfahrungen, ihre Identitäten bleiben aber natürlich auch während der Pressekonferenz erhalten. Sebastian Lehmann betont, dass er es sehr gut findet, sich in eine Rolle hineinversetzen zu müssen, die die neue Identität mit sich gebracht hat. Man müsse sich richtig einleben und sehe andere Meinungen aus einem anderen Blickwinkel, sagt er. Das helfe auch, andere besser zu verstehen. Sophie Alsmann lobt die Authentizität des Planspiels. Es sei in den diskutierten Gesetzentwürfen um grundsätzliche Fragen gegangen, die sich auch im wahren Leben stellen würden. Darunter war die Beimischung von Biokraftstoffen, die Gleichstellung von Frauen und Männern in der Privatwirtschaft, das Wehrpflichtgesetz und der deutsche Sitz im Weltsicherheitsrat. "Es ist schön, 300 Leute getroffen zu haben, die sich für Politik interessieren", freut sie sich.
Die Erfahrungen bleiben...
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PSG: Alexander Elsner und Sophie AlsmannMarkus Heider und Marie-Sophie Graf bedanken sich für das Vertrauen seitens des Bundestages. Sie fanden es aufregend, dass sie sich in dem gut geschützten Parlament frei bewegen konnten. "Das Planspiel hat uns gezeigt, dass politisches Engagement richtig und wichtig ist", stellt Marie-Sophie Graf abschließend fest. Mit dieser Erkenntnis beenden die Fraktionsvorsitzenden die Pressekonferenz. Wenn sie in Kürze das Reichstagsgebäude verlassen, werden sie zwar ihre Identitäten zurücklassen, aber nicht die vielen Erfahungen, die sie in den vergangenen vier Tagen im Deutschen Bundestag gesammelt haben. Das Planspiel, so der allgemeine Tenor, war eine Ermutigung für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer und es motiviert, das Interesse für Politik an andere Jugendliche weiterzugeben.
Bewirb dich für 2009!
Du bist neugierig auf das Planspiel "Jugend und Parlament" geworden? Dann wende dich an die oder den Bundestagsabgeordnete/-n deines Wahlkreises und versuche einen Platz bei Jugend und Parlament 2009 zu ergattern. Viel Erfolg!
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