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Standpunkt // Die Linke.

Monika Knoche

Monika Knoche ist Sprecherin für Drogenpolitik der Bundestagsfraktion Die Linke und stellvertretendes Mitglied im Gesundheitsausschuss des Bundestages. Ihr Standpunkt zum Thema "Sucht & Drogen":

Die Bundestagsabgeordnete Monika Knoche (Die Linke.) © monikaknoche.deMonika Knoche (Die Linke.)Die Schaffung einer "drogenfreien Welt" ist illusorisch. Dem seit über 30 Jahren geführten "Krieg gegen Drogen" ist es nicht gelungen, den weltweiten Konsum von Drogen zu reduzieren. Es sind heute Drogenmafia, Warlords und Paramilitärs, die mit Drogenanbau und -handel 400 bis 500 Milliarden Euro pro Jahr Gewinn machen. Mit Hilfe dieses Geldes üben sie auch politische Macht aus und verhindern friedliche und rechtsstaatliche Entwicklungen ganzer Staaten. Die Probleme, die einerseits durch den Konsum, andererseits aber auch durch das Geschäft mit den Drogen auf der ganzen Welt existieren, können nur überwunden werden, wenn endlich Lösungsstrategien auch jenseits der Prohibitionslogik diskutiert werden.

Zur Drogenmündigkeit erziehen
Besonders bei Jungendlichen schlägt eine Dämonisierung und Kriminalisierung von Drogen meistens nicht an. Stattdessen muss die Erziehung zur Drogenmündigkeit im Mittelpunkt stehen. Nur eine sachliche und glaubwürdige Aufklärung über die Wirkung und Risiken von Drogen kann dazu beitragen, einen selbstverantwortlichen Umgang mit Rauschmitteln zu entwickeln. Dies gilt im Übrigen auch für Alkohol.

Wenn Drogenkonsum problematische Ausmaße annimmt, muss schnell und unkompliziert Hilfe in Form von geeigneten Beratungs- und Therapieangeboten geleistet werden. Auch bei Spiel- und Onlinesucht oder Essstörungen ist dies notwendig. Der trotz aller Verbote stattfindende Konsum illegaler Drogen muss so geregelt werden, dass den Betroffenen möglichst wenig gesundheitliche Schäden entstehen.

Diamorphin für Heroinabhängige
Deshalb kämpft Die Linke unter anderem dafür, dass schwerstabhängige Heroinkonsumenten mit Diamorphin behandelt werden können. Diese Therapieform hilft am besten, die Jahre in der Sucht gesundheitlich stabilisiert zu überleben. Leider verweigert sich die CDU als einzige Fraktion im Deutschen Bundestag diesem Schritt aus ideologischen Gründen immer noch.

Im Bereich "Partydrogen" - Ecstasy, Speed etc. - will Die Linke Drug-Checking-Projekte einführen, damit KonsumentInnen von Ecstasy und Amphetaminen wirkungsvoll vor gefährlichen Verunreinigungen geschützt werden können. Der Konsum dieser Substanzen hat in den letzten Jahren trotz des Verbots immer weiter zugenommen.

Projekte gegen Cannabismissbrauch fördern
Junger Mann baut einen Joint © pixelio/ H.-H. RammCannabiskonsum legalisieren?Die Linke tritt für eine staatliche Regulierung des Cannabismarktes nach dem Vorbild der Niederlande unter der Gewährleitung des Jugendschutzes ein. Zusätzliche Therapieangebote müssen für diejenigen geschaffen werden, die eine Suchtproblematik entwickeln - gerade bei Cannabis ist dieser Personenkreis in den letzten Jahren immer jünger geworden. Der Staat und die Krankenkassen müssen deshalb mehr Gelder für Initiativen wie etwa das Dresdner Modellprojekt gegen Cannabismissbrauch "Candis" zur Verfügung stellen und eine bessere Aufklärungs- und Präventionsarbeit leisten.

Alle sozialen Schichten sind betroffen
Drogenmissbrauch findet in allen sozialen Schichten statt. Dennoch spielt die soziale Frage beim Drogenmissbrauch von Jugendlichen häufig eine zentrale Rolle. Keine Zukunftsangst oder Erfahrung mit sozialem Abstieg zu haben, beugt in diesem Sinne auch Drogenmissbrauch vor. Gelder für die Bildungs- und Jugendarbeit zu kürzen, kann besonders in so genannten "Problemvierteln" mittelbar zu einem größeren Drogenkonsum führen. Diese übergeordneten Zusammenhänge darf man nicht außer Acht lassen.

Aufklärung und Hilfe statt Repression
Es ist falsch, Drogenprobleme strafrechtlich lösen zu wollen. Die deutsche Drogenpolitik setzt fälschlicherweise den Schwerpunkt aber auf repressive Mittel: Deutschland gibt im europäischen Vergleich mit 84 Prozent den höchsten Anteil seiner Ausgaben im Drogenbereich für die Strafverfolgung aus. Zielführend sind aber nur therapeutische und präventive Hilfen und Angebote. Für die stehen aber leider viel zu wenig Mittel zur Verfügung.


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