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Du bist mit Computer, Internet und Handys aufgewachsen und benutzt die digitalen Medien tagtäglich und ganz selbstverständlich? Dann gehörst du zu den so genannten Digital Natives. Gemeint ist damit die junge Generation, die von klein auf mit den Technologien des digitalen Zeitalters aufgewachsenen ist. Im Gegensatz dazu stehen die so genannten Digital Immigrants, die vor 1980 geboren wurden und somit den Umgang mit den neuen Technologien erst im Erwachsenenalter kennen gelernt haben. Doch wie ticken eigentlich die heutigen jungen und älteren Generationen der digitalen Gesellschaft? mitmischen.de wollte es genauer wissen und befragte zwei, die es wissen müssen: "Digital Native" Sophie (20) und "Digital Immigrant" Ilka (35). Das Ergebnis ist ein beispielhafter Einblick, wie die Natives und die Immigrants ihre digitale Welt erleben.
Der Alltag der heute heranwachsenden Generation ist geprägt von den digitalen Medien. Sie nutzt die vielfältigen Kommunikationsmöglichkeiten im Netz und muss mit einer enormen Informationsfülle zurechtkommen. In Deutschland ist die Jugend zudem digital gut ausgestattet. Laut JIM-Studie 2009 ist in 100 Prozent der Haushalte, in denen 12- bis 19-Jährige heute aufwachsen, ein Computer vorhanden, in 98 Prozent der Haushalte ein Internetanschluss. Drei Viertel der Jugendlichen besitzen sogar selbst einen Computer oder ein Laptop, mehr als jeder Zweite kann vom eigenen Zimmer aus ins Internet gehen. Das Internet nutzen sie vor allem als Kommunikationsmedium - so verbringen sie knapp die Hälfte ihrer Zeit vorm Bildschirm in sozialen Netzwerken, halten Kontakt über Instant Messenger, schicken Mails oder chatten. Vor allem Online-Communities und soziale Netzwerke sind beliebt. Doch obwohl hier persönliche Informationen, Fotos und Filme hinterlegt werden, macht nicht einmal die Hälfte der Jugendlichen ihre Informationen nur einem selbst definierten Nutzerkreis zugänglich. Fehlt folglich den heutigen "Digital Natives" das Bewusstsein für die Gefahren in der virtuellen Welt? Oder haben sie einfach andere Vorstellungen und Denkmuster? Native Sophie gibt uns einen Einblick:
© DBT / icomediasDie 20-jährige "Digital Native" Sophie ist mit digitalen Medien aufgewachsen.Welche digitalen Medien nutzt du wie häufig und wofür?
Sophie: Internet und Handy benutze ich sowohl privat als auch für die Arbeit den ganzen Tag über - also sehr häufig! Für die Arbeit nutze ich das Internet für Recherchen und zur Kommunikation mit Kunden und Kollegen. Auch privat nutze ich das Internet für Recherchen, vor allem für die weitere Tagesplanung, zum Beispiel wenn ich mich mit Freunden treffen will.
Welchen Stellenwert haben soziale Netzwerke, Blogs oder Foren in deinem Alltag?
Sophie: Einen sehr hohen Stellenwert! Ich bin vor kurzem zum Studieren in eine andere Stadt gezogen und jetzt sehr weit entfernt von meinen alten Freunden und Verwandten. Deshalb finde ich soziale Netzwerke super, denn sie verschaffen mir eine weitere Kontaktmöglichkeit. Blogs finde ich auch sehr praktisch, denn darüber kann ich allen Lesern Neuigkeiten und Geschehnisse mitteilen. So wissen alle Freunde unmittelbar Bescheid, was bei mir gerade so los ist.
Wie oft und wie lange kommunizierst du mit deinen Freunden über Medien? Wie wichtig sind dir persönliche Treffen mit Freunden?
Sophie: Seitdem ich von zuhause weggezogen bin, telefoniere ich nicht mehr oder weniger mit Freunden. Aber: Die Telefonate und Mails werden wichtiger. Weil ich den Kontakt halten möchte, wenn man sich schon nicht persönlich treffen kann. Aber natürlich finde ich Treffen mit Freunden netter und persönlicher, da ich die Person sehen und umarmen kann - deshalb sind Treffen mir auch wichtiger.
Zu welchen Gelegenheiten bevorzugst du "alte" Kommunikationsmöglichkeiten, wie etwa das persönliche Gespräch, der Brief oder das Telefonat?
Sophie: Wenn es nur darum geht, dass man sich absprechen muss, dann finde ich Telefonate am sinnvollsten. Denn dabei kann man sich schnell und unkompliziert austauschen und muss zum Beispiel nicht hin und her mailen.
Möchte ich jemandem eine Freude machen, zum Beispiel eine Freundin überraschen oder mich entschuldigen, dann bevorzuge ich die Form des Briefs. Damit zeige ich, dass ich mir Zeit genommen habe. Das ist etwas ganz anderes, als mal eben eine kurze Mail während der Arbeitszeit zu schreiben.
Persönliche Gespräche finde ich vor allem bei traurigen oder sehr freudigen Nachrichten schöner und besser, weil man die Reaktion des anderen wahrnehmen kann.
Wie gehst du im Internet mit persönlichen Daten und dem Hochladen von Fotos um?
Sophie: Ich versuche vorsichtig zu sein. Bei Facebook und StudiVZ zum Beispiel bemühe ich mich, nicht allen Leuten Einsicht meiner Daten zu ermöglichen. Aber es ist letztlich immer gefährlich, Daten im Internet freizugeben, da viele Schutzmaßnahmen umgangen werden können. Nur Telefonnummern oder Adressen würde ich nicht ohne weiteres freigeben.
Welche Möglichkeiten bietet dir das virtuelle Leben?
Sophie: Es vereinfacht meinen Tagesablauf. Und ich muss kein schlechtes Gewissen haben, wenn ich jemanden nicht angerufen habe, denn ich kann ihr oder ihm eine Mail schicken.
Ich kann immer in Kontakt bleiben, Neuigkeiten verbreiten und mich in einer gewissen Art und Weise präsentieren, Bilder hochladen oder ein Profil von mir erstellen. Und das so, wie andere mich sehen sollen.
Welche Gefahren siehst du im virtuellen Leben?
Sophie: Die große Gefahr liegt darin, eine Art Zweitleben oder ein Leben fern von der Realität zu führen, also quasi ein unechtes Bild von sich zu schaffen und den persönlichen Kontakt zu verlieren. Auch der Begriff "Freund" kann sich verändern, da er zu schnell und zu oft angewendet wird. Der Stellenwert und die Bedeutung von Freundschaften verändern sich.
Eine Woche ohne Computer, Internet und Handy - ein Problem für dich?
Sophie: Eine Woche oder mehr – zum Beispiel wenn ich im Urlaub bin – wäre kein Problem. Das wäre bestimmt auch mal entspannend. Aber bei der Arbeit? Das würde auf keinen Fall ohne gehen!
Hier geht's zum Interview mit der "Digital Immigrant" Ilka