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Vom Konzertflügel ins Parlament

Sie sagt, sie sei in der Schule immer diejenige gewesen, die Diskussionen angestachelt hat. Die ihre Meinung gesagt hat und sich einmischen wollte. "Wer nicht den Mund aufmacht, der darf nachher auch nicht motzen", findet Agnes Krumwiede, die Einmischen inzwischen zum Beruf gemacht hat. Aus der engagierten Schülerin ist eine Bundestagsabgeordnete der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen geworden. Doch ihr Weg führte sie keineswegs schnurstracks in die Politik – trotzdem ist er "klassisch": Agnes Krumwiede ist ausgebildete Konzertpianistin.


Einmischen auf Bundesebene

Kurze Verschnaufpause: Agnes Krumwiede, Jahrgang 1977, im Restaurant im Reichstagsgebäude.
Ein Element zurück

Kurze Verschnaufpause: Agnes Krumwiede, Jahrgang 1977, im Restaurant im Reichstagsgebäude. – © Carolin Weinkopf



Schon als Sechsjährige hat sie Klavierunterricht bekommen, später musische Gymnasien besucht und Orgel gelernt. Nach ihrem Abitur hat sie an der Musikhochschule in Würzburg Klavier studiert, dann am Stadttheater Ingolstadt gespielt und später eine Klavierschule gegründet.

Gleichzeitig hat Politik schon immer eine wichtige Rolle in ihrem Leben gespielt. "Mein Papa war politisch aktiv und 2001 bin ich dann auch Mitglied der Grünen geworden." Agnes Krumwiede hat die Grüne Jugend Ingolstadt mitgegründet, war Stipendiatin der Heinrich Böll Stiftung, hat für den Stadtrat Ingolstadt und den Bayerischen Landtag kandidiert und stand dann 2009 auf der bayerischen Landesliste für den Deutschen Bundestag.

"Die Arbeit hier ist wie ein eigener Kosmos"

"Natürlich war das etwas, was ich gerne erreichen wollte. Aber eine Karriere als Politikerin, die lässt sich nicht planen", sagt sie. Und so sei es ihr bei ihren ersten Tagen in Berlin wie vielen anderen Bundestags-Neulingen ergangen: "Die Arbeit hier ist wie ein eigener Kosmos. Alles bewegt sich in einem Wahnsinns-Tempo."

Ihre vorherige Ausbildung sieht sie hier als Vorteil: "Auch als Musiker muss man mutig sein, wenn man auf eine Bühne tritt. Man gibt viel von sich preis, braucht Disziplin, Konzentration und Fleiß." All das helfe ihr bei ihrer jetzigen Arbeit, bei der sie nach wie vor mehr mit Musik zu tun habe, als sie sich erhofft habe. Agnes Krumwiede gibt zum Beispiel Konzerte in grünen Kreisverbänden. "Musik verbindet die Menschen. Sie öffnet die Herzen und das Bewusstsein für Kultur.“

"Mehr frische Gesichter zwischen den grauhaarigen Anzugträgern"

Bei ihrem politischen Einsatz für die Kultur beschäftigt sich die 34-Jährige unter anderem mit der sozialen Lage von Künstlern. Auch kulturelle Bildung ist ihr wichtig: Dass Musik, Kunst und Theaterspielen fest im Unterricht verankert werden. Und zwar nicht nur theoretisch.

Sie setze auf pragmatische, durchführbare Konzepte und wolle den Jugendlichen etwas an die Hand geben, um sie für das Leben zu wappnen. "Ich kann den Frust und die Verdrossenheit vieler junger Leute verstehen", sagt sie. "Aber wer sich nicht bewegt, der verändert auch nichts. Es wird Zeit, dass zwischen den grauhaarigen Männern in grauen Anzügen, die unser Land regieren, mehr frische Gesichter auftauchen."

Jung sei natürlich nicht gleich ein Qualitätsurteil. "Aber über die Zukunft sollten auch solche entscheiden, die die Zukunft betrifft", sagt Agnes Krumwiede, für die an diesem Tag noch einige Entscheidungen anstehen. In wenigen Minuten muss sie zu einer namentlichen Abstimmung ins Plenum. Bis zum Nachmittag wird sie unter der gläsernen Kuppel sitzen. Danach gibt Agnes Krumwiede der fünfjährigen Tochter einer Kollegin Klavierunterricht – der "klassische" Weg ins Wochenende eben.


Kommentare

 

Moruschka schrieb am 19.12.2011 12:42

Die Frau ist total hübsch!!!!!!!!!!!!!

 

 

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