Sommer-Serie Teil 3

Türen im Bundestag: Die Wasserschotten

26.07.2019 – Den Sommer über zeigen wir euch jede Woche eine andere Tür im Deutschen Bundestag. Heute: die Tore, die den Autotunnel zwischen zwei Bundestagsgebäuden im Notfall vor Wasser schützen.
Tunnel mit Schutztoren und Auto im Vordergrund
Diese Schutztore unterhalb der Spree schließen sich im Notfall. © Tim Lüddemann

Tief unter den Bundestagsgebäuden befinden sich drei Wasserschotten. Wasserschotten? Nein, das sind keine schwimmfreudigen Nordbriten, das sind große Stahltore in einem Tunnel zwischen zwei Gebäuden des Parlaments, dem Jakob-Kaiser-Haus und dem Marie-Elisabeth-Lüders-Haus.

Der Autotunnel, der die beiden Gebäude miteinander verbindet, verläuft nicht nur unterirdisch. Er unterquert auch die Spree, den großen Fluss in Berlin. Das erklärt auch den Namen Wasserschotten: Die drei stählernen Schutztore haben die Aufgabe, das Tunnelsystem und die daran angeschlossenen Bundestagsbauten vor einströmendem Wasser zu schützen.

Natürlich schließen sich die Wasserschotten nur im Notfall. Überwacht und gesteuert werden sie von Mitarbeitern des Bundestages, die für die Sicherheit zuständig sind. Die Stahltore sind knapp elf Meter breit und etwa viereinhalb Meter hoch, also so breit und so hoch wie der Tunnel selbst. Sie wiegen jeweils circa 12,5 Tonnen – das entspricht etwa dem Gewicht von fünfeinhalb VW-Bussen. 

Dass tatsächlich einmal Wasser von der Spree in das sogenannte Unterirdische Erschließungssystem des Bundestages (UES) eindringt, ist aber sehr unwahrscheinlich. Der Beton dort ist ungefähr einen Meter dick und unterhalb des Flusses ist die Tunneldecke zusätzlich noch mit einer massiven Schicht aus Steinen und einer 35-Zentimeter-dicken Metallplatte geschützt.  

Das UES des Bundestages ist eine eigene Welt für sich. Es ist insgesamt etwa einen halben Kilometer lang und verbindet alle Parlamentsneubauten und das Reichstagsgebäude miteinander. 2001 wurde es für circa 102 Millionen DM gebaut. Unter der Erde herrscht den ganzen Tag über reger Betrieb. Zum Beispiel werden alle Anlieferungen und Abholungen dort abgewickelt: Angekarrt werden etwa die Technik oder das Catering für Sonderveranstaltungen oder das Büromaterial. Auch die Müllentsorgung erfolgt dort unten. 

Über das Unterirdische Erschließungssystem gelangt man außerdem auch zu den drei Tiefgaragen mit den insgesamt etwa 700 unterirdischen Parkplätzen des Bundestages. 

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