Ausschuss-Diskussion

Verschlimmert der Klimawandel den Welthunger?

13.06.2019 – Wie hängen der Klimawandel und die Welternährung zusammen? Darüber diskutierten Experten im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung kontrovers.
Ein Kind wird in Somalia wegen Mangelernährung im Krankenhaus behandelt.
Dieses Kind wird in Somalia wegen Mangelernährung aufgrund einer Dürre im Krankenhaus behandelt. © shutterstock.com/Mustafa Olgun

Alle zehn Sekunden stirbt ein Kind an den Folgen von Hunger. Mehr als 800 Millionen Menschen hungern weltweit. 2 Milliarden leiden an Mangelernährung. Diese Zahlen stammen von der Welthungerhilfe. Der deutsche Generalsekretär der Organisation war am 5. Juni mit anderen Experten zu einer Anhörung im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung des Bundestages eingeladen, die drei Stunden dauerte. 

Wo liegt das Problem? 

Der Klimawandel führt zu Landverlusten. So die These eines Großteils der Experten im Ausschuss. Dürren, Weltbrände und Flutkatastrophen zerstören Land – vor allem in Entwicklungsländern –, das dann fehlt, um Lebensmittel anzubauen. Insofern verschlimmere der Klimawandel den Welthunger. 

Der Direktor des Zentrums für Entwicklungsforschung (ZEF) sagte, es gebe jetzt schon nicht genug Essen, um die ganze Weltbevölkerung gesund zu ernähren. Hochrechnungen hätten ergeben: Wenn wir bis 2030 eine Welt ohne Hunger haben wollten, müssten wir jährlich rund 22 Milliarden Dollar für Ernährungshilfen in Entwicklungsländern ausgeben. Mit den wachsenden Klimarisiken sogar noch mehr.  

Was kann man dagegen tun? 

Der Generalsekretär der Deutschen Welthungerhilfe vertrat die Auffassung, die Landwirtschaft müsse weltweit ökologischer und nachhaltiger werden. Außerdem müssten wir unsere Ernährungsgewohnheiten überdenken und die Politik müsse dabei helfen. Zum Beispiel äßen wir zu viel Fleisch. Für die Tiere und die Futterproduktion bräuchten wir zu viel Fläche. Um dem entgegenzuwirken, schlage die Welthungerhilfe eine CO2-Steuer vor. So müssten Landwirte für die Tierhaltung eine zusätzliche Steuer bezahlen. Dadurch würde Fleisch teurer und infolgedessen weniger gegessen.  

Skeptische Gegenstimme 

Einer widersprach den anderen Experten: Der Journalist Edgar Ludwig Gärtner meinte, Öko-Landwirtschaft sei nicht geeignet, um mehr Ernährungssicherheit zu schaffen. Er sprach sich stattdessen für „Kunstdünger und moderne Gentechnik“ aus. 

(DBT/jk)

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