Katastrophenschutz

Wie gut sind wir für mögliche Krisen gewappnet?

20.01.2020 – Dürre-Perioden, Waldbrände, Krankheitswellen: Wie fit ist Deutschlands Katastrophenhilfe? Darüber sprachen Experten im Innenausschuss und machten Lücken aus.
Brennende Wälder
Seit Monaten brennen in Australien die Wälder. Auch Deutschland muss auf eventuelle Katastrophen vorbereitet sein. © shutterstock.com/WanderWolf Images

Der Klimawandel führe dazu, dass es mehr Umweltkatastrophen gebe, darin sind sich fast alle Wissenschaftler einig. So schlimm wie derzeit in Australien ist es hierzulande nicht. Aber auch in Deutschland gab es im letzten Jahr große Waldbrände. Unter das Stichwort „Zivil- und Katastrophenschutz“ fallen darüber hinaus noch ganz andere Notsituationen, zum Beispiel tödliche Krankheitswellen oder Cyber-Attacken, die die Datensicherheit vieler Menschen gefährden. 

Jedes Jahr spielen Wissenschaftler verschiedene Gefahren-Szenarien durch. Diese heißen offiziell Berichte der Bundesregierung zur Risikoanalyse im Bevölkerungsschutz. Die beiden aus den Jahren 2017 und 2018 wurden kürzlich im Bundestag vorgestellt.

Die Wissenschaftler überlegen zum Beispiel: Was würde passieren, wenn aus einem Kraftwerk in Deutschland radioaktive Stoffe austräten? Oder wenn Deutschland unter einer mehrjährigen Dürre litte? Welche Bereiche wären betroffen, mit wie vielen Verletzten müsste man rechnen, hätten wir genug Krankenhausplätze oder Vorräte? Daran lässt sich dann erkennen, wo noch Handlungsbedarf ist. 

Das sagen Katastrophen-Experten

Unter anderem diese Berichte wurden am 13. Januar in einer Anhörung des Innenausschusses mit Experten besprochen. Eingeladen waren etwa Vertreter des Technischen Hilfswerks, der Feuerwehr und des Roten Kreuzes.  

Deutschland sei beim Katastrophenschutz schon gut aufgestellt, befanden die Experten. Aber sie benannten auch einige mögliche Gefahren, auf die wir vielleicht noch nicht ideal vorbereitet seien. Darunter waren zum Beispiel Angriffe mit sogenannten ABC-Waffen – das sind atomare, biologische oder chemische Waffen, mit denen man sehr viele Menschen töten kann. Die Experten nannten auch die Trinkwasser- und Notstrom-Versorgung bei langen Dürre-Zeiten.  

Eine Schwierigkeit sei außerdem, dass die Einsatzkräfte Probleme hätten, genug Nachwuchs zu finden. Die Experten plädierten dafür, ehrenamtliche Vereine besser zu unterstützen, die sich in Notfällen um Verletzte kümmern könnten. Außerdem meinten sie, die Bürger müssten besser darüber aufgeklärt werden, wie sie im Katastrophenfall selbst Verantwortung übernehmen könnten. 

Antrag der FDP 

Die FDP hat zu dem Thema einen Antrag vorgelegt, der ebenfalls diskutiert wurde. Darin fordert die Fraktion, Deutschland müsse jederzeit auf Katastrophen vorbereitet sein und im Notfall viele Menschen unterbringen und versorgen können. Der Bund müsse deshalb Reserven an Lebensmitteln und Medikamenten, Stromaggregaten, Kraftstoff und Trinkwasser anlegen.

Außerdem schlägt die FDP vor, ein Konzept für die Risiko- und Krisen-Kommunikation zu entwickeln, Hilfsorganisationen technisch besser auszustatten und untereinander vernetzen.  

Hier seht ihr die Ausschuss-Anhörung im Video:  

(DBT/jk) 

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