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Tierschutz
Auf die Weide

25.08.2017 |

Mehr Geld für eine andere Form der Landwirtschaft forderten die Grünen kürzlich in einem Antrag. Damit kämen Kühe zum Beispiel raus aus dem Stall und auf die grüne Wiese.

Kühe auf Weide

Mit Fördermitteln wollen die Grünen Kühe auf die Weide schicken – © picture alliance/APA/picturedesk.com

Vor rund drei Jahren urteilte ein Richter, Sandra sei das Menschenrecht auf Freiheit zu gewähren und sie müsse aus ihrer "ungerechtfertigten Gefangenschaft" entlassen werden. Sandra wurde in einem Zoo in Buenos Aires gefangengehalten – denn Sandra ist ein Orang-Utan. Tierschützer hatten das Gerichtsverfahren angeleiert, mit dem Argument, dass Sandra zwar biologisch kein Mensch sei, emotional aber schon.

In Deutschland gelten für Tiere zwar keine Menschenrechte, aber immerhin steht Tierschutz seit rund 15 Jahren im Grundgesetz, auch ein Tierschutzgesetz gibt es. Die Grünen verlangten kürzlich in einem Antrag, die Nutztierhaltung zu verbessern – und dafür Fördermittel umzuschichten.

Grüne: Beim Tierschutz passiert nix

Im Koalitionsvertrag von Union und SPD hatten sich die beiden größten Bundestagfraktionen das Ziel gesetzt, die "tiergerechte Haltung in Deutschland zu fördern". Allerdings sei auf diesem Gebiet bislang nichts passiert, meinen die Grünen und fordern finanzielle Unterstützung für die Bauern, damit diese bessere Bedingungen für ihre Tiere schaffen können. Denn alleine schafften das die Bauern nicht, so die Grünen, weil sie wegen zu niedriger Lebensmittelpreise sowieso schon unter wirtschaftlichem Druck stünden.

Das Sechsfache für den Tierschutz

Die grüne Fraktion hat auch schon einen Topf gefunden, aus dem sie das Geld nehmen will. Für die Landwirtschaft hält die sogenannte Gemeinsame Agrarpolitik der EU nämlich zwei Fördertöpfe gefüllt. Aus dem einen werden die Bauern durch direkte Subventionen unterstützt, der andere dient der "Entwicklung des ländlichen Raumes". Aus dem ersten Topf wollen die Grünen 750 Millionen Euro in den zweiten Topf packen, "um Projekte für eine nachhaltige, ökologische und tiergerechte Landwirtschaft zu unterstützen". Außerdem sollen 400 Millionen Euro direkt aus dem ersten Topf in "tier- und umweltfreundliche Produktionsweisen wie Weidehaltung in Gebirgsregionen" fließen. Daneben fordert die Fraktion, die Mittel für den Tierschutz auf das Sechsfache zu erhöhen und einen Bundesbeauftragten für Tierschutz einzusetzen.

All diese Maßnahmen sollen dazu dienen, den Artikel 20a des Grundgesetzes mit Leben zu füllen und den Tierschutz in Deutschland voranzubringen. Sandra wird das alles erst mal nicht helfen, denn die sitzt ja in Argentinien – übrigens immer noch in einem Käfig. Weil niemand weiß, wohin mit ihr. Da sie ihr gesamtes Leben in Zoos verbracht hat, kann man sie nicht einfach im Dschungel aussetzen. Aber das nur am Rande.

(DBT/ah)

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