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JuLis
"Und abends: feiern!"

03.08.2018 |

Warum sollten junge Leute bei der Jugendorganisation einer Partei mitmachen? Fragen wie diese haben wir jungen Abgeordneten aller Fraktionen gestellt. Diesmal: Katrin Helling-Plahr (FDP) über die JuLis.

Helling Pahl

"Lernen, wie Politik funktioniert": Katrin Helling-Plahr (FDP). – © Marius Hoppe

Sie engagieren sich bei den JuLis. Warum?

Politik darf nicht nur Interessenvertretung alter Menschen sein. Als junger Mensch ist es aber manchmal gerade vor Ort schwer, gleichaltrige Menschen mit ähnlichen politischen Anliegen zu finden. Die politischen Jugendorganisationen bieten eine hervorragende Möglichkeit, nicht nur das politische Handwerkszeug zu erlernen, sondern auch wirklichen Einfluss zu üben. Die JuLis sind oft gradliniger und klarer in ihren Positionen als Teile der FDP selbst und tragen so dazu bei, dass diese auf ihren Parteitagen die richtigen Entscheidungen trifft.

Hilft Ihre Erfahrung von dort bei Ihrer Arbeit im Bundestag?

Auf jeden Fall. Bei den JuLis lernt man, wie Politik funktioniert, und zwar handwerklich (Stichwort Geschäftsordnung) wie hinsichtlich Mehrheiten. Darüber hinaus baut man sich quasi automatisch ein Netzwerk in der Partei auf. Wenn man längere Zeit bei den JuLis aktiv war, erwirbt man ein gutes Verständnis dafür, wer warum wie handelt. Die Bedeutung meiner Erfahrungen bei den JuLis für meine politische Arbeit ist daher sehr groß.

Wie unterscheiden sich die JuLis von der Mutterpartei FDP?

Die Jungen Liberalen sind zwar die offizielle Jugendorganisation der FDP, aber organisatorisch wie inhaltlich völlig unabhängig. Das ist auch gut und wichtig so. Zum einen beschäftigen wir uns inhaltlich oft schon vor der FDP mit wichtigen Themen. Zum anderen können die JuLis politische Fragen auch eher auf Grundlage einer tatsächlich rein liberalen Sichtweise betrachten und müssen sich weniger von Fragen der Außenwahrnehmung, der kurzfristigen Umsetzbarkeit oder gar den Befindlichkeiten eines Koalitionspartners leiten lassen.

Welche Rolle spielen die JuLis aktuell für Sie? Oder Sie für die JuLis?

Ich gehöre zwar nicht mehr dem JuLi-Bundesvorstand an, bin aber natürlich weiterhin aktives Mitglied. Wenngleich sich die eigene Rolle im Laufe der Zeit logischerweise etwas verändert: So bin ich derzeit etwa Vorsitzende des Landesschiedsgerichts NRW, eine typische Position für Leute, die schon etwas länger dabei sind. Vor allem aber verstehe ich mich als einer der parlamentarischen Ansprechpartner für die JuLis.

Wir haben ja das Glück, dass ein nicht unerheblicher Teil der FDP-Abgeordneten aus den Reihen der JuLis kommt. Wir JuLis-Parlamentarier halten natürlich den Kontakt zum Verband, treffen uns mit den Gremien und Mitgliedern der JuLis und sind auch für jedes Basismitglied "greifbar". So können gute Ideen aus den Reihen der JuLis direkt in unsere parlamentarische Arbeit einfließen und wir Abgeordnete bekommen auch direkt eine ungefilterte Rückmeldung aus dem Verband zu dem, was wir in Berlin so machen.

Warum sollte man bei den JuLis mitmachen?

Politisches Engagement bei den JuLis macht einen Riesenspaß. Tagsüber auf dem Kongress über Hochschulpolitik, Kryptowährungen oder Drogenpolitik diskutieren, abends mit Freunden anstoßen und feiern. Man lernt enorm viel, und zwar in einer Atmosphäre, in der man hart in der Sache und freundschaftlich im Umgang ist. Außerdem haben die JuLis die beste politische Position, die ich mir vorstellen kann: Freiheit.

Über Katrin Helling-Plahr:

Katrin Helling-Plahr, 32, hat in Münster Rechtswissenschaften studiert und ist seit 2005 Mitglied der FDP. Von 2012 bis 2014 war sie stellvertretende Bundesvorsitzende der Jungen Liberalen. Seit 2017 sitzt sie im Bundestag und ist dort in den Ausschüssen für Recht und Verbraucherschutz sowie für Gesundheit tätig. Ihr Wahlkreis ist Hagen – Ennepe-Ruhr-Kreis I in Nordrhein-Westfalen.

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