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Kleine Anfrage
Was kosten Polizeihunde?

06.08.2018 |

Flughäfen und Bahnhöfe sind ihr Revier: die Diensthunde der Bundespolizei. Dank einer Kleinen Anfrage der AfD wissen wir nun sehr viel mehr über sie.

Polizeihund

Gestatten: Kim. Rund 500 von Kims Artgenossen sind bei der Bundespolizei im Einsatz. – © dpa

Im Jahre 2016 starben weltweit in 28 Staaten 5.650 Menschen bei 469 terroristischen Anschlägen von 800 Selbstmordattentätern. So steht es in einer Kleinen Anfrage der AfD. Verglichen mit der Zahl der weltweiten jährlichen Verkehrstoten (über eine Million) ist diese Zahl eher unerheblich, aber natürlich ist jedes Terrorismusopfer eines zu viel. Die AfD hat sich deshalb Gedanken gemacht, wie sich diese Zahl verkleinern lässt. Da viele Selbstmordanschläge mit Sprengstoff verübt werden (die AfD verweist in ihrem Antrag beispielhaft auf Islamisten und die Antifa), will die Fraktion nun wissen, wie es um das Diensthundewesen der Bundespolizei bestellt ist. Denn mit Diensthunden, zumindest mit entsprechend ausgebildeten, lässt sich Sprengstoff aufspüren.

Das Detektionsmittel Hund

Medienberichten zufolge, so schreibt die Fraktion in ihrer Kleinen Anfrage, konnten die Sprengstoffspürhunde der Bundespolizei zeitweise den Sprengstoff TATP nicht erkennen, "weil die Konditionierung der Hunde ausgesetzt worden war". Auf gut Deutsch: Bei der Ausbildung der Hunde sei also offenbar geschlampt worden. Nach Auffassung der AfD ist das fatal, denn sie ist der Meinung, "dass es sich bei den Diensthunden um ein jahrelang bewährtes, klassisches Führungs- und Einsatzmittel handelt, das einen hohen Stellenwert in der Bundespolizei haben sollte". "Das Detektionsmittel Hund" sei nicht hoch genug zu schätzen.

Einsatzbereitschaft: hoch

Die Bundesregierung hat nun den 27-teiligen Fragenkatalog der AfD zum Thema "Detektionsmittel Hund" beantwortet. Einige der Ergebnisse: Es gibt bei der Bundespolizei aktuell 505 aktive Diensthunde ("ohne Pensionshunde"), davon sind 454 einsatzfähig.

Nur Billighunde am Start?

Aus der Antwort der Bundeswehr geht nun auch hervor, was so ein Diensthund kostet: rund 1.700 Euro. Zu wenig? Die Fraktion fragt weiter: "Wie steht es um die Bemühungen der Bundespolizei, sich den Kaufsummen der Polizeien der Länder oder der Bundeswehr je Diensthund von 2.500 Euro bis 4.000 Euro anzunähern?" Wir versuchen das zu übersetzen: Die Landespolizeien und die Bundeswehr geben für ihre Hunde im Durchschnitt deutlich mehr aus. Die Bundesregierung antwortet darauf, dass es sich bei den 1.700 Euro um einen Durchschnittswert handelt, der auch mal überschritten werden kann.

Sprengstoff vom Fachmann

Für die weiteren Details zum Diensthundewesen der Bundespolizei verweisen wir an dieser Stelle auf die Antwort der Bundesregierung. Es geht darin unter anderem um Einsatz-, Alarmierungs- und Anfahrts- sowie Fortbildungszeiten der Diensthunde, das Diensthunde-Soll und darum, ob es wegen der Terroristen mehr Diensthunde geben sollte. Es geht um die "Neuausrichtung des Diensthundewesens" und ein "strukturiertes Junghundeprogramm". Eine Frage allerdings, wollen wir euch mit Blick auf den Fakt vom Einstieg noch mitgeben: Woher kommt eigentlich das TATP, mit dem die Diensthunde üben? Die Bundespolizei lässt den Sprengstoff von einer Fachfirma herstellen.

(DTB/ah)

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