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Geld
Knietief im Dispo

10.03.2017 |

Immer mehr Jugendliche verschulden sich. Die Kinderkommission im Bundestag ist alarmiert und lud deshalb eine Expertin ein. Deren Projekt heißt: "Money Talk". Die hatte Tipps – auch für Euch.

Leere Hosentaschen

Shoppen bis der Gerichtsvollzieher kommt – für immer mehr Jugendliche die traurige Realität. – © picture alliance / dpa Themendienst

Das Geld reicht nicht – das Problem kennt fast jeder. Was lässt sich sehr kurzfristig dagegen tun? Lassen wir die Großeltern und die Eltern mal außen vor, bleiben zwei Ansätze. Erstens: Verzicht. Zweitens: Schulden machen. Schöne Sache, denn was interessieren mich heute meine Probleme von morgen. Offenbar denken immer mehr Kinder und Jugendliche so, aber das kann böse enden. Deswegen beschäftigte sich am 8. März nun sogar schon die Kinderkommission (Kiko) des Bundestages mit dem Thema Verschuldung.

Lasst uns über Geld reden

Dazu hatte die Kiko Sabine Prell von der Diakonie Hochfranken eingeladen. Die ist von Hause aus Schuldnerberaterin und hat das Projekt "Money Talk" ins Leben gerufen, mit dem sie die Verschuldung von Jugendlichen verhindern und Eltern sowie Lehrer bei der Erziehung unterstützen will.

Der Wunsch nach bestimmten Dingen und der wirkliche Bedarf von Jugendlichen würden immer weiter auseinanderklaffen, erklärte Prell. Verschärfend kommt hinzu: Die Wunscherfüllung ist praktisch jederzeit möglich, dem Internet sei Dank. Per Online-Shopping ist alles rund um die Uhr verfügbar. "Seit Jahren kommen immer mehr junge Menschen zu mir und sagen: Ich muss in ein Insolvenzverfahren", berichtete Prell.

Tabu-Thema Kohle

Vorwiegende Gründe für die Schulden sind demnach vor allem Handyverträge und Online-Shopping, das häufig ohne Kontrolle der Eltern genutzt wird. Dazu käme, so die Expertin, dass Gespräche über Geld und Finanzen in vielen Familien häufig ein Tabu-Thema seien.

Prells Projekt "Money Talk" hält in Kirchengemeinden, Kindergärten und anderen Einrichtungen dagegen – mit Einzelberatungen, aber auch Veranstaltungen zu den Themen Geld und Finanzen. Neben der Schulung von Jugendlichen zu Themen wie Handyverträgen oder der Finanzierung einer eigenen Wohnung gehe es besonders darum, auch Eltern und Pädagogen zu unterstützen. Sabine Prell glaubt zum Beispiel, dass es im Mathe-Unterricht realistischere Textaufgaben geben müsse, die sich an aktuellen Preisen orientieren.

Aus dem Automaten

Von Girokonten für Kinder und Jugendliche und nur sporadischem Taschengeld rät die Expertin jedoch ab. "Das Geld sollte regelmäßig und in bar an die jungen Menschen übergeben werden. So lernt man, dass das Geld nicht einfach aus dem Automaten kommt." Zur Verwaltung der eigenen Finanzen gebe es zudem Apps, mit denen man Aus- und Einnahmen kontrollieren könne.

(DBT/ah)

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