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Kunst im Bundestag
Auschwitz abstrakt

24.10.2017 |

Seit kurzem hängt im Reichstagsgebäude der Bilderzyklus "Birkenau" von Gerhard Richter. Entstanden ist er nach Fotos, die Häftlinge heimlich im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau gemacht hatten.

Mit dem Zyklus "Birkenau" ist nun schon das zweite Werk von Gerhard Richter im Bundestag. – © DBT

Der Maler, Bildhauer und Fotograf Gerhard Richter setzt sich bereits seit rund 50 Jahren mit den großen traumatischen Erfahrungen der deutschen Geschichte auseinander. Die NS-Zeit von 1933 bis 1945 ist eine davon.

2014 fertigte Richter den Zyklus "Birkenau" an, der aus abstrakten Übermalungen von vier Zeichnungen besteht, die auf den 1944 aus dem Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau geschmuggelten Fotografien von Holocaustopfern und Leichenverbrennungen basieren. Das Konzentrationslager war das größte deutsche Vernichtungslager während der Zeit des Nationalsozialismus. Etwa 1,1 Millionen Menschen, darunter eine Million Juden, wurden dort ermordet.

Geschenkt

Gerhard Richter stellt die fotografisch umgesetzten Bilder dem Deutschen Bundestag als Schenkung zur Verfügung, andernfalls wäre es für den Bundestag vielleicht teuer geworden: Gerhard Richter ist einer der bekanntesten Maler in Deutschland – und einer der teuersten. Seine Bilder werden auf dem Kunstmarkt für zweistellige Millionenbeträge gehandelt.

Zwischen "Schwarz Rot Gold" und Holocaust

Bereits zur Wiedereröffnung des Reichstagsgebäudes hatte der Künstler für die Eingangshalle die abstrakte Farbkomposition "Schwarz Rot Gold" geschaffen. Zur Einweihung des Birkenau-Zyklus sagte der damalige Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert: "Jeder, der jetzt an diesen Platz der deutschen Demokratie will, muss hier hindurch – zwischen Birkenau und Nationalflagge".

(DBT/ah)

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