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Jungpolitiker Union
Anzug statt Arztkittel

21.10.2017 |

"Stark durchgetaktet und jede Menge Informationen", so beschreibt Stephan Pilsinger (30) seine ersten Stunden im Bundestag. Der Mediziner von der CSU will vor allem die Gesundheitspolitik voranbringen.

Stephan Pilsinger

"Wow, ich darf meine Heimat im Bundestag vertreten", freut sich Stephan Pilsinger. – © PR

Als Sie die Nachricht bekamen, dass Sie in den Bundestag einziehen, was ging Ihnen da als erstes durch den Kopf?

Wow, ich darf meine Heimat im Bundestag vertreten!

Haben Sie gefeiert und wenn ja, wie?

Mit der Familie, Freunden und Unterstützern in einem Biergarten in meinem Wahlkreis Müchen-West/Mitte. Aber nicht bis in die frühen Morgenstunden. Immerhin ging es kurz darauf nach Berlin.

Warum sind Sie Politiker geworden? Gab es ein spezielles Erlebnis, das Sie auf diesen Weg gebracht hat?

Ich bin Arzt und habe in der letzten Wahlperiode festgestellt, dass unter den über 600 Abgeordneten nur sechs Ärzte sind – das fand ich zu wenig. Ich wollte etwas dafür tun, um unser Gesundheitssystem und die Arbeitsbedingungen in den Krankenhäusern zu verbessern.

Sie haben sich bereits mit Ihren Parteifreunden in Berlin im Bundestag getroffen. Wie waren die ersten Stunden im Hohen Haus?

Stark durchgetaktet und jede Menge Informationen. Und es war natürlich insgesamt beeindruckend.

Drei Sätze, kurz und knapp: Was sollte in Deutschland am Ende Ihrer ersten Legislaturperiode anders sein als am Beginn?

Erstens: Wir sollten eine Antwort haben, wie wir die Rente über Jahrzehnte zukunftsfähig machen. Zweitens: Wir sollten erhebliche Schritte beim Thema Digitalisierung geschafft haben. Drittens: Wir sollten die Pflege noch einmal einen Schritt weiter gestärkt haben.

Bei der Juniorwahl in den Schulen hat die CDU/CSU mit 27,0 Prozent schlechter abgeschnitten als bei der "richtigen" Bundestagswahl, bei der sie auf 32,9 Prozent kam. Wie erklären Sie sich das?

Auch bei der Juniorwahl wurde die Union stärkste Kraft, insofern bildet die Juniorwahl im Prinzip die Wahl der Erwachsenen ab. Allerdings zeigt sich wieder der Effekt, dass bei der Juniorwahl mehr Stimmen an Parteien gehen, bei denen im allgemeinen schon zum Wahlzeitpunkt davon auszugehen ist, dass diese die Fünf-Prozent-Hürde nicht erreichen werden – das verringert den Anteil der "etablierten Parteien".

Stephan Pilsinger (*1987) stammt aus München, wo er bei der Bundestagswahl 2017 ein Direktmandat gewann. Er hat Humanmedizin studiert und zuletzt als Arzt an einem kommunalen Krankenhaus gearbeitet.

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