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Pro und Contra
Mindestlohn erhöhen?

21.03.2018 |

Linke und Grüne möchten den Mindestlohn von 8,84 Euro pro Stunde erhöhen. Ronja findet das richtig, motivierend und gut für die Altersvorsorge. Henrik sagt, die Politik solle sich aus der Höhe heraushalten und Schlupflöcher schließen.

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Contra

Henrik, 22: Politik soll sich raushalten

Er gilt als die universelle Trumpfkarte der Großen Koalition: der Mindestlohn. Anfangs als Jobkiller verteufelt, hat der Mindestlohn seine Kritiker rasch verstummen lassen. Rund vier Millionen Jobs werden laut Statistischem Bundesamt seit seiner Einführung im Jahr 2015 besser bezahlt. Jeder einzelne von ihnen macht deutlich, warum eine flächendeckende einheitliche Mindestbezahlung ebenso richtig wie wichtig ist.

Marktschreier im Parlament

Viel zu lange hat die Politik zugesehen, wie aus einem Sumpf aus schlechter Bezahlung der größte Niedriglohnsektor in Westeuropa entstehen konnte. Wie schnell jedoch eine gute Sache zu einem parteipolitischen Wettbieten verkommen kann, zeigt die aktuelle Debatte über die Erhöhung des Mindestlohns. Zwölf Euro lautet das aktuell heißeste Gebot unter den Marktschreiern im Parlament und es kommt von der Linken.

Die hat dabei aus den Augen verloren, in wessen Händen die Anpassung des Mindestlohns liegt. Für dessen Anpassung ist eine Kommission zuständig. Aus gutem Grund entscheiden Experten und nicht Parlamentarier über die angemessene Höhe. Abhängig von der aktuellen Einkommens- und Tarifentwicklung wird auch der Mindestlohn alle zwei Jahre angepasst. Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite sitzen sich dabei mit jeweils drei Vertretern gegenüber.

Politik außen vor

Tarifautonomie heißt das Modell, bei dem Politikern die Zuschauerrolle zukommt. Das beste Gespür für den angemessenen Lohn haben immer noch diejenigen, die ihn tagtäglich auszahlen beziehungsweise ausgezahlt bekommen – Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Dass beide Seiten nicht nur kontrovers diskutieren, sondern auch handfeste Beschlüsse fassen können, hat die Kommission bereits unter Beweis gestellt. Anfang 2017 wurde der Mindestlohn von 8,50 Euro auf 8,84 Euro erhöht. Die nächste Anpassung ist Anfang 2019 fällig.

Schlupflöcher schließen

Immer noch zu wenig – motzen Kritiker. Ob acht oder neun Euro – solange der Stundenlohn einstellig bleibt, ist es unmöglich, finanzielle Rücklagen zu bilden, lautet ihr Argument. Und damit haben sie erst einmal Recht. Muss im Umkehrschluss deshalb die Maxime lauten: "Viel hilft viel?" – mitnichten. Noch immer wird es Arbeitgebern viel zu leicht gemacht, den Mindestlohn zu umgehen. Gerade in schwer kontrollierbaren Branchen wie dem Taxigewerbe, dem Baugewerbe oder der Gastronomie sind Löhne unterhalb der Mindestlohngrenze keine Seltenheit. Statt einen höheren Mindestlohn braucht es im ersten Schritt einen "besseren" Mindestlohn, einen Mindestlohn ohne Schlupfloch.

Jeder Tag ist in zweimal zwölf Stunden eingeteilt, jedes Jahr hat zwölf Monate. Genug Zeit für die Politik, um den bestehenden Mindestlohn zu einem ausnahmslosen Gewinn für alle zu machen. Gedanken an die zwölf als Mindestlohn in Euro müssen dabei erstmal nicht verschwendet werden.

Soll der Mindestlohn ab sofort bei 12 statt 8,84 Euro liegen?





Kommentare

 

Anonym schrieb am 25.06.2018 16:52

Ja, ich denke auch, dass der Mindestlohn eine gute Sache ist. Gerade in Berufen,die nicht so super bezahlt werden, ist der Mindestlohn von großem Nutzen!

 

 

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