Inhalt

 

Der Autor

Daniel Heinz 68x68

Daniel Heinz (20)
studiert Sozialwissenschaften und Philosophie

So geht's
Für die Uni bewerben

22.05.2017 |

Keine Angst vor dem NC! Was es mit dem Numerus clausus auf sich hat und wie ihr euch für euren Lieblingsstudiengang bewerben könnt, hat Daniel herausgefunden.

Medizintest

Viele Studierende schwitzen während der Auswahltests vor dem Studium. – © dpa

Wer in Deutschland studieren möchte, braucht dafür zunächst mal eine Hochschulzugangsberechtigung (HZB). Dazu zählt das Abitur oder ein gleichwertiger Abschluss. Manchmal geht auch ein anderer Schulabschluss in Kombination mit einer Aufnahmeprüfung oder entsprechender Vorbildung.

Was ist der Numerus clausus?

Wenn Studiengänge sehr gefragt sind – wie zum Beispiel Medizin und Rechtswissenschaften – und mehr Bewerber als Plätze vorhanden sind, ist ein Studiengang zulassungsbeschränkt. Das bedeutet, man braucht einen bestimmten Abi-Durchschnitt, auch Numerus clausus genannt, um einen Platz zu ergattern. Welche Studiengänge einen NC haben, könnt ihr zum Beispiel hier nachschauen.

So geht ein großer Teil der Studienplätze zum Beispiel an diejenigen, die die besten Abiturzeugnisse haben, so lange, bis alle Plätze besetzt sind. Die Note der Person, an die die letzte Zulassung ging, gilt dann im nächsten Jahr als Numerus clausus (aus dem lateinischen: "beschränkte Anzahl"). Diese Auswahlgrenzen werden also nicht vor dem Bewerbungsstart von den Hochschulen festgelegt. Der NC gibt vielmehr an, über welchem Notendurchschnitt die Bewerber im Jahr davor lagen.

Welche Studiengänge haben einen NC?

Es gibt zum einen die bundesweit zulassungsbeschränkten Studiengänge, wie Medizin, Tiermedizin, Zahnmedizin oder Pharmazie. Für diese bewerbt ihr euch zentral. Bewerbungsschluss für Abiturienten aus diesem Jahr ist dort der 15. Juli 2017.

Der andere Fall sind örtlich zulassungsbeschränkte Studiengänge. Das sind Studiengänge, die nur an bestimmten Hochschulen zulassungsbeschränkt sind. Auch für diese könnt ihr euch zum Teil über die zentrale Stiftung für Hochschulzulassung bewerben. Im Auftrag der deutschen Hochschulen wird hier die Vergabe von Studienplätzen für mehr als 1.000 Studiengänge an rund 130 Standorten koordiniert (zum Beispiel für BWL, Jura oder Psychologie). Manchmal bewerbt ihr euch auch direkt bei der Uni. Es kommt übrigens vor, dass beispielsweise der Philosophie-Studiengang in Köln einen anderen NC als der Philosophie-Studiengang in Gießen hat. Recherchieren lohnt sich.

Note reicht nicht?

Keine Sorge, es gibt mehr als nur die eine Möglichkeit, in euren Wunschstudiengang zu kommen. Neben der reinen Abschlussnote können Universitäten und Hochschulen auch Kontingente offenhalten, also Reserveplätze, für die andere Kriterien gelten. Wenn ihr zum Beispiel Sozialwissenschaften in Berlin an der Freien Universität studieren wollt, dann habt ihr gute Karten, wenn ihr bereits im Abitur Sozialwissenschaften als Leistungskurs hattet. Auch Wartesemester können euch helfen, in euren gewünschten Studiengang zu kommen.

Was sind Wartesemester?

Sobald ihr die Hochschulreife in der Tasche habt und an keiner deutschen Hochschule eingeschrieben seid, sammelt ihr automatisch alle sechs Monate ein Wartesemester. In der Zeit könnt ihr zum Beispiel eine Ausbildung machen oder ein Freiwilliges Soziales Jahr. Je mehr Wartesemester ihr habt, desto wahrscheinlicher ist es, dass ihr angenommen werdet. Aber Vorsicht: Für Studiengänge wie Medizin ist es nicht unüblich, schon mal mehrere Jahre zu warten.

Was, wenn gar nichts klappt?

Bildung ist ein Grundrecht. Euch steht eine freie Berufswahl zu. Dies jedoch steht im Widerspruch zu den Vergabeverfahren der Hochschulen. Aus diesem Grund versuchen immer mehr Bewerber, sich einzuklagen. Dies ist ein teurer und teilweise langwieriger Prozess – kann aber zum Ziel führen.

Außerdem habt ihr noch die Möglichkeit, im Ausland zu studieren: viele Studiengänge, die in Deutschland zulassungsbeschränkt sind, sind in unseren Nachbarländern noch relativ einfach zu bekommen. Deshalb studieren einige Deutsche Psychologie, Kommunikationswissenschaften, Pharmazie, (Tier-)Medizin oder Biologie zum Beispiel in Österreich, Dänemark, in den Niederlanden, aber auch in Osteuropa.

Kommentare

 
 

Dein Kommentar



Artikel bewerten: