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Blogprojekt
Mit Youtubern gegen Onlinesucht

17.06.2016 |

Lifehacks, Likes und echte Freunde: Bei einem Blogprojekt der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sammeln Blogger und Medienmacher Netzgeschichten über Offline-Zeit, Nachbarschaftshilfe und Datingapps. Blogger Mats ist mit dabei.

Drei Personen mit einem Ladebalken, einem Mauszeiger und einer Sanduhr statt Köpfen.

Der #Echtzeit-Blog: eine Kampagne der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung mit Fakes, echten Freunden und Achterbahn. – © fotolia/Grafik: Juliane Dorn

"Ich habe in den letzten Jahren selbst erlebt, wie Freunde und Bekannte teilweise im Internet versunken sind und kann gut nachvollziehen, wie schmal manchmal der Grat zwischen normalem Teenageralltag und Onlinesucht sein kann", sagt Mats (19). Er steckt hinter dem Youtube-Channel "LetsDenk" mit fast 50.000 Abonnenten und hat dort vor knapp zwei Wochen ein Video zum Thema "Reale und virtuelle Freundschaften" hochgeladen. Damit unterstützt der Youtuber ein Projekt der Kampagne "Ins Netz gehen" der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Onlinesucht seit sieben Jahren Thema

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ist eine Bundesbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit und hat die Aufgabe, das Gesundheitsbewusstsein der Bürger zu fördern. Aidsprävention, Sexualaufklärung und eben Suchtprävention gehören zu ihren Schwerpunkten. Die Kampagnen "Alkohol? Kenn dein Limit." oder "Gib Aids keine Chance" kommen beispielsweise aus dem Hause BZgA. Das Thema Onlinesucht hat die Bundeszentrale erst seit ein paar Jahren auf der Agenda. "Nach einer repräsentativen Schülerbefragung im Jahr 2009 weisen 4,3 Prozent der befragten Mädchen und 15,8 Prozent der Jungen ein exzessives Computerspielverhalten auf", erläutert die Projektleiterin Dr. Anne Pauly. 2012 ging deshalb das Portal www.ins-netz-gehen.de online.

Macht den Test!

Das Portal ist Teil der BZgA-Präventionsmaßnahme "Online sein mit Maß und Spaß", die einen verantwortungsvollen Umgang mit Computerspielen und Online-Angeboten bei Jugendlichen fördern soll. Auf der Seite findet sich unter anderem eine Datenbank mit Adressen von Beratungs- und Hilfeeinrichtungen in Deutschland sowie ein interaktiver Selbsttest, mit dem ihr herausfinden könnt, ob euer Onlinekonsum problematisch ist.

Fast alle Jugendlichen zwischen 14 und 19 sind jeden Tag oder mehrmals pro Woche online. Facebook, WhatsApp, Google Maps, Instagram, Snapchat – ihr kennt es selbst. Das alleine ist aber noch nicht besorgniserregend. Ein problematisches Nutzungsverhalten liegt erst dann vor, wenn ein unwiderstehliches Verlangen nach dem Internet oder Computerspielen besteht oder wenn jemand nicht mehr kontrollieren kann, wie lange er sich in der virtuellen Welt aufhält. Aufmerksam sollen Jugendliche und ihr Umfeld laut BZgA auch dann werden, wenn wichtige Lebensbereiche wie Freundschaften, Hobbys oder Schule durch den intensiven Computer- und Internetgebrauch leiden.

#Echtzeit-Blog

Dass sich die BZgA mit ihrer Kampagne zu Onlinesucht ausgerechnet online präsentiert und gerade den Blog "Echtzeit" ins Leben gerufen hat, an dem auch Instagramer und Youtuber wie Mats mitwirken, ist laut Anne Pauly kein Widerspruch: "Es besteht das Problem, dass zuerst Angehörige von Betroffenen die ersten Warnzeichen erkennen. Für Betroffene ist die eigene Problemeinsicht häufig lange Zeit nicht existent", sagt sie. Daher sollen die Gefährdeten genau dort angesprochen werden, wo sie sich aufhalten und eingeladen werden, ihr Verhalten zu reflektieren und mehr Offline-Tätigkeiten in ihren Alltag einzubauen.

Reisen, Fakes und Nervenkitzel

Im Blog gibt es deshalb Artikel und Videos über echte Freunde, Reisen, Nervenkitzel oder Onlinefakes, die von Mats und seinen Kollegen über Youtube, Twitter, Instagram und Snapchat verbreitet werden. Auch auf das Gewinnspiel, bei dem Nutzer noch bis Mitte Juli eine Badeinsel, ein Airwheel, einen Profi-Kickertisch und einen Ausflug in einen Freizeitpark gewinnen können, machen Mats, Marcel, Marie und Co. ihre Community aufmerksam. Seine Fans haben auf das "Echte Freunde"-Video überwiegend positiv reagiert, sagt Mats.

Positives Feedback für Youtuber

"In den Kommentaren unter meinem Video habe ich viele persönliche Geschichten meiner Zuschauer gelesen", sagt er. Es herrsche ein reger Erfahrungsaustausch über die Bedeutung rein virtueller Freundschaften, Enttäuschungen oder Erlebnisse mit realen Freunden. Was echte Freundschaft für euch bedeutet, könnt ihr deutlich machen, indem ihr ein entsprechendes Foto bei dem Blog hochladet. Auf der Startseite des Blogs könnt ihr euch anschauen, was anderen Usern zum Thema #echtefreunde einfällt – und der eine oder andere Onlinefake ist auch dabei.

(af)

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