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USA-Stipendiat
Fabian, 17, Texas

02.10.2018 |

Fabians erste Wochen in den USA waren turbulent – Städte besichtigen, Krokodile streicheln und sich in der Schule zurechtfinden – im Blog des Bundestags-Stipendiaten könnt ihr auch lesen, was er im Drills-Training gelernt hat.

September 2018: Krokodile hautnah

Fabian vor einem Graffiti

Fabian hat in den ersten Wochen schon viel erlebt, hier erkundet er die texanische Hauptstadt Austin. – © privat

Fabian mit Baby-Alligator in der Hand

Auf der Sumpftour in New Orleans konnte Fabian Alligatoren nicht nur beobachten, sondern durfte auch einen in den Händen halten. – © privat

Fabian vor bunten Häusern und einem Straßenumzug

New Orleans hat Fabian besonders gut gefallen, in den Restaurants gab es meist Livemusik. – © privat

Ich bin jetzt schon fast zwei Monate in den USA und habe wirklich viel gesehen und erlebt. Ich war unter anderem auf meinem ersten Football Game, bin mit meiner Gastfamilie wandern gegangen und habe mit ihnen die texanische Hauptstadt Austin erkundet.

Die Sprache ist für mich manchmal ein Problem und ich muss noch ab und zu nachfragen. Die Schule gefällt mir bis jetzt wirklich gut und ich weiß mittlerweile, wo alle meine Klassenzimmer sind. Das war am Anfang gar nicht so einfach, da ich in einer relativ großen Schule mit circa 3.000 Schülern bin. Ich belege folgende Fächer: Englisch, amerikanische Geschichte, Psychologie, Astronomie, Theater, kreatives Schreiben, Mathe und Spanisch. Auch mit meiner Fächerwahl bin ich sehr zufrieden.

Highlight New Orleans

Anfang September bin ich mit meiner Gastfamilie für zwei Nächte nach New Orleans (Louisiana) gefahren, um die Stadt zu erkunden. Wir waren viel unterwegs, sind herumgelaufen und waren in einem Museum, das den Zweiten Weltkrieg thematisiert.

Am letzten Tag haben wir eine sogenannte Sumpftour unternommen, während der wir von einem Boot freilebende Alligatoren beobachten konnten. In den Restaurants war es üblich, dass nebenbei Livemusik, überwiegend Jazz, gespielt wurde und die Atmosphäre der Stadt war wirklich großartig.

Nachmittags: Kulturklub

Da ich mich bewusst gegen ein Sportteam entschieden habe, war es mir wichtig, dass ich einigen außerschulischen Aktivitäten beitrete, die trotzdem in der Schule stattfinden. Die Auswahl dafür ist an meiner Schule wirklich riesig und für mich war es gar nicht so einfach, eine Entscheidung zu treffen. Ich habe mich nach langem Überlegen schließlich für einen deutschen und einen chinesischen Kulturklub entschieden, da es mich sehr interessiert, wie die Amerikaner über andere Kulturen denken.

Hip-Hop-Kurs

In den Kulturklubs sprechen wir hauptsächlich über verschiedene Feste und Traditionen der jeweiligen Länder und verbringen Zeit miteinander. Klubs sind wirklich eine großartige Möglichkeit, neue Leute kennenzulernen. Außerdem habe ich mich für einen Hip-Hop-Klub entschieden, da ich unbedingt noch etwas Neues ausprobieren wollte. Ich habe zuvor noch nie getanzt, aber habe viel Spaß dabei und habe auch schon meine erste Performance mit meiner Gruppe hinter mir.

"Drill"-Trainig

Dadurch, dass man in keiner festen Klasse ist, sondern in unterschiedlichen Kursen, die man zu Beginn des Schuljahres gewählt hat, war es für mich anfangs eher schwierig, Anschluss zu finden. Viele haben schon ihren festen Freundeskreis und interessieren sich kaum für neue Schüler. Die Schulgemeinschaft ist in viele kleinere Gruppen unterteilt.

Zum Glück habe ich aber auch schon einige Schüler getroffen, die sich sehr für Austauschschüler und auch für Deutschland interessieren und bei denen ich mich wirklich wohlfühle. Auch die sogenannten "Drills" sind neu für mich. Dass man lernt, wie man sich verhält, wenn jemand in der Schule Amok läuft, war wirklich eine neue, aber auch schockierende Erfahrung für mich. Mir ist bewusst geworden, wie schlimm es ist, dass sich Schüler in der heutigen Welt darum sorgen müssen.

August 2018: Bald geht es los!

Fabian in blauem Shirt.

Vor der Abreise trifft Fabian sich nochmal mit Freunden und Verwandten. – © privat

Hallo, ich heiße Fabian, bin 17 Jahre alt und wohne in Unterfranken, in der Nähe von Würzburg. Ich werde das kommende Schuljahr 2018/2019 in den USA im Bundesstaat Texas verbringen, denn ich bin Teilnehmer des Parlamentarische Patenschafts-Programm (PPP) vom Deutschen Bundestag. Zusammen mit meiner Gastfamilie werde ich in einer Stadt namens Round Rock mit circa 70.000 Einwohnern leben. Meine Gastfamilie, das sind meine Gasteltern, ihr 16-jähriger Sohn und ihre 10-jährige Tochter. Sie kommen ursprünglich aus Indien und leben seit circa zehn Jahren in den USA.

Erst im zweiten Anlauf

Auf das PPP bin ich durch eine Bekannte aufmerksam geworden, die selbst mit dem Programm in die USA gereist ist. Ich hatte mich schon im Vorjahr für das PPP beworben und bin im Verfahren auch in die zweite Auswahlrunde gekommen. Leider hat sich mein Abgeordneter für einen anderen Bewerber entschieden. Dann habe ich beschlossen, es einfach noch einmal zu versuchen - und diesmal hat es geklappt.

Vorfreude überwiegt

Meine Wünsche an das Auslandsjahr sind vor allem, Erfahrungen zu sammeln und mich persönlich weiterzuentwickeln. Ich versuche, nicht zu viel zu erwarten. Denn ich habe gelernt, dass sie einen oftmals daran hindern, sich für Neues zu öffnen und einen vielleicht sogar bremsen könnten. Natürlich freue ich mich aber auch darauf, neue Kontakte knüpfen zu können und mit verschiedensten Menschen ins Gespräch zu kommen.

Die Vorfreude überwiegt momentan eindeutig vor meinen Befürchtungen. Natürlich hoffe ich, schnell Anschluss zu finden, die Sprachbarriere zu überwinden und mich möglichst problemlos dort einzuleben. Dennoch glaube ich fest daran, dass man sehr weit kommen kann, wenn man einfach versucht, Tag für Tag offen und vor allem man selbst zu sein.

Letzte Tage genießen

Es gibt so vieles, an das ich vor dem Abflug noch denken muss. Sei es, die wichtigsten Dokumente zusammenzustellen, die Gastgeschenke noch rechtzeitig einzupacken oder die letzten Einkäufe für das Auslandsjahr zu erledigen. Es setzt einen schon ein wenig unter Druck, wenn man genau weiß, dass bis zu einer gewissen Deadline alle Vorbereitungen getroffen werden müssen. Häufig stelle ich mir die Frage, ob ich denn nicht doch noch irgendetwas vergessen habe oder ob ich das überhaupt alles schaffen kann.

Deutschland genießen

Trotz allem versuche ich dennoch, meine letzten Tage in Deutschland zu genießen. Da ich mich dazu entschieden habe, keine Abschiedsfeier zu organisieren, treffe ich mich vor allem noch einmal mit meinen einzelnen Verwandten und mit meinen besten Freunden.

Auf der anderen Seite freue ich mich aber auch wirklich auf die kommende Zeit. Momentan ist alles so aufregend, spannend und neu für mich, ich habe schon jetzt einige Erfahrungen gesammelt und bin sehr dankbar, dass ich diese großartige Chance bekommen habe. Ich glaube, dass ich mich für die USA nun wirklich bereit fühle.

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