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USA-Stipendiatin
Paula, 21, Kansas

02.11.2018 |

Donald Trump in Iowa live erleben und mal eben zu den Niagara-Fällen fahren – Paula ist ganz schön viel unterwegs. Was die Industriekauffrau während ihres Bundestags-Stipendiums in den USA sonst noch bisher erlebt, lest ihr hier.

Oktober 2018: Nürnberger Würstchen und Niagara Fälle

Junge Leute vor den Niagara Fällen

16 Stunden Anfahrt haben sich für Paula gelohnt: mit anderen PPPlern hat sie die Niagara-Fälle von der US-amerikanischen und der kanadischen Seite besichtigt. – © privat

Essen auf einem Tisch

Paula hat mit anderen Teilnehmern des Programms ein Deutschland-Wochenende organisiert: Nach dem Essen ging es noch zum Oktoberfest. – © privat

Donald Trump hält vor Zuschauern eine Rede

Paula war beeindruckt, wie Donald Trump verstand, die Leute mit seiner Rede mitzureißen. – © privat

Paula und Nico an einem Verkaufstisch

Paula hilft ihrer Gastmutter Sachen, die sie nicht mehr braucht, auf der Straße zu verkaufen. – © privat

Würstchen mit Ketchup

Am ersten Oktoberwochenende hatten Nico und ich in Kansas Besuch von drei weiteren Teilnehmern des Parlamentarischen Patenschaftsprogramms. Wir veranstalteten ein "Deutsches Wochenende". Wir haben unsere Gasteltern zum Essen eingeladen und für sie ein typisch deutsches Essen – mit amerikanischen Portionen – gekocht: Nürnberger Würstchen mit Kartoffelpüree und Sauerkraut. So konnten sie auch etwas von unserer Kultur kennenlernen. Anschließend haben wir ein Oktoberfest in Kansas City, Missouri, besucht. Es war super gemacht, es lief nur deutsche Musik und die Band stammte ursprünglich aus Bayern. Für uns war es ein Stückchen Heimat.

Trump in Aktion erleben

Einige PPP-Teilnehmer und ich sind außerdem zu einem Auftritt des US-Präsidenten Donald Trump nach Iowa (Bundesstaat im mittleren Westen der USA) gefahren. Wir wollten die Chance nutzen und den 45. US-Präsidenten einmal live miterleben. Es war wahnsinnig interessant zu sehen, wie Donald Trump seine Rede aufgebaut und wie er die Menschen mitgerissen hat.

Darum ging es

Themen seiner Rede waren: die Mauer zu Mexiko, Steuern, Demokraten, die Vorstellungen der Republikaner sowie die Europäische Union und auch die Aufrüstung im Militär. Im Hinblick auf die Zwischenwahlen am 6. November in den USA hat er für die Republikaner geworben und einige Politiker persönlich vorgestellt. Zwischenwahlen finden in den USA nach der Hälfte der Amtszeit statt, also nach zwei Jahren. Es werden ein Teil der Senatoren und das Repräsentantenhaus neu gewählt.

Der Abschluss von Trumps Rede war natürlich der Leitspruch "We make America great again". Unter anderem mit diesem Spruch gab es vor Ort allerhand Souvenirs von Donald Trump (Mützen, Jacken, Buttons, Plakate etc.) Das war alles in allem ein Erlebnis, das ich nie vergessen werde.

Raus aus der Garage

Teil unseres Programms ist es auch, mindestens 40 Stunden Freiwilligenarbeit zu absolvieren. Nico und ich haben vorerst mit einem typischen amerikanischen "Garage Sale" begonnen. In meiner Wohngegend ist es üblich, dass Privatpersonen aus ihren Garagen heraus Dinge, die sie nicht mehr benötigen, verkaufen.

Wir haben also meiner Gastmutter bei ihrem Verkauf geholfen und sie wiederum hat das Geld an eine soziale Organisation gespendet. Viel wichtiger als der Verkauf waren jedoch die unterschiedlichsten Gespräche, die man mit den Gästen geführt hat. Es hat richtig Spaß gemacht, sich mit den Leuten aus der Umgebung zu unterhalten und sie auch über unser Austauschprogramm zu informieren.

Andere Zeit: Niagara Fälle

Sechs weitere Teilnehmer und ich haben uns auf den Weg gemacht, die Niagara Fälle zu besuchen. Ein riesiger Wasserfall an der Grenze zwischen den USA und Kanada. Ich habe einen langen Weg von Kansas nach Chicago (sieben Stunden) und weitere neun Stunden nach New York auf mich genommen, und es hat sich gelohnt.

Es war ein aufregender Trip. Wir hatten auch die Möglichkeit, die kanadische Seite der Wasserfälle zu besuchen und dort einige Erlebnisse zu sammeln. Während dieses Trips wurde mir mal wieder klar, wie groß die USA doch sind. Wir waren für ein Wochenende in einer anderen Zeitzone und das Wetter war auch komplett anders als in Kansas. Ich finde es übrigens toll, wie sich durch solche Programmpunkte auch unter den Teilnehmern Freundschaften bilden.

Job gesucht

Für das zweite Halbjahr des Programms steht ein Praktikum auf dem Plan. Und zwar in dem Berufsfeld, das man in Deutschland in der Ausbildung erlernt hat. Daher bin ich derzeit in der Bewerbungsphase. Ich versuche über Kontakte am College und Beziehungen meiner Gastmutter die Jobmöglichkeiten in der Gegend zu erkunden. Das wird noch eine aufregende Zeit!

September 2018: Auto kaufen

Junge Leute sitzen auf einer Mauer an einem Fluss vor der Skyline New Yorks.

Nach ihrer Ankunft hatte Paula erstmal Zeit, New York zu erkunden, gemeinsam mit den anderen PPPlern. – © privat

Junge Frau läuft über Brooklyn Bridge in New York

Paula hat unter anderem die Brooklyn Bridge besonders gut gefallen. – © privat

Eine junge und eine ältere Frau stehen dicht nebeneinander

Paulas Gastmutter hat schon viel Erfahrung mit Auslandsstudenten, Paula ist ihre elfte Gasttochter. – © privat

Viele junge Menschen posieren für ein Gruppenbild

Ein Mal die Woche trifft Paula sich mit dem International Students Club in Overland Park. – © privat

Nachdem wir am 7. August gut in New York City gelandet sind, haben wir, die 75 berufstätigen Stipendiaten des Bundestages und des US-Kongresses, an einem zweitägigen Seminar im U.S. Department of State (Außenministerium) teilgenommen.

Eine Sight-Seeing-Tour durfte natürlich nicht fehlen. Einige Highlights waren für mich: Time Square, Brooklyn Bridge und One World Trade Center. Für einen atemberaubenden Abschluss ging es zum Sonnenuntergang On Top of the Rock, einem Aussichtspunkt. Die Metropole ist für mich wie eine ganz andere Welt.

Homestay Tour

Am letzten Seminartag haben wir erfahren, wie es für jeden von uns weitergeht. Für die meisten ging es direkt zum Platzierungsort. Für einige Teilnehmer und mich stand die sogenannte "Homestay Tour" auf dem Plan. Das heißt, es geht noch nicht zum finalen Ort, sondern man bleibt noch einige Tage in New York City, um die Stadt und die Umgebung noch näher kennenzulernen.

Ein weiterer Teilnehmer, Nico, und ich durften einen Zwischenstopp in Elizabeth, einer Stadt in New Jersey machen. Dort wohnten wir für fünf Tage bei einer jungen Gastfamilie. So haben wir schon erste Einblicke in den amerikanischen Alltag bekommen können.

Teures College

Am 15. August ging es auch für uns beide zu unserem finalen Platzierungsort, nach Overland Park in Kansas. Wir wohnen nur zehn Minuten Fahrweg auseinander. Am Flughafen Kansas City, Missouri, wurden wir herzlich von unseren Gastfamilien empfangen. Meine Hostfamilie besteht aus einer älteren, sehr liebevollen Dame (79 Jahre). Sie hat schon viele Erfahrungen mit Austauschschülern gemacht und ich bin nun ihre elfte Studentin.

Im Johnson County Community College wurden Nico und ich mit offenen Armen von den Mitstudenten aufgenommen. Allerdings habe ich gemerkt, dass Bildung hier sehr teuer ist, zum Beispiel an den Kosten für Lernmaterialien und Studiengebühren. Am College habe ich zwölf Stunden pro Woche. Meine Fächer sind Business, Management, Public Speaking und zwei Sportkurse. Die Fächerwahl richtet sich danach, welchen Beruf man in Deutschland erlernt hat, in meinem Fall Industriekauffrau.

Auto für Roadtrips

Meine Kurse sind alle dienstags und donnerstags, sodass ich das lange Wochenende für Roadtrips nutzen kann. Wir bekommen viele Hausaufgaben und Tests. Es ist nicht einfach, alles zu verstehen. Das College arbeitet jedoch mit einem Online-Programm, in dem man alle Inhalte noch einmal genau nachlesen kann. Wöchentlich treffen wir uns auch mit dem International Student Club (einem Treff für Auslandsstudenten) und lernen dort viele verschiedene Kulturen kennen.

In diesem ersten Monat habe ich schon viel erledigt. Von meiner Checkliste kann ich nun die ersten Punkte streichen: eine amerikanischen Telefonnummer organisieren, ein amerikanisches Bankkonto eröffnen, die Social Security Card (vergleichbar mit einer Lohnsteuerkarte) ergattern sowie ein Auto plus Versicherung zulegen. Es ist ein SUV geworden, ideal für Roadtrips.

Offenheit und Hektik

In meiner ersten Zeit haben sich unterschiedliche Seiten des Landes gezeigt. In Overland Park sind die Einwohner sehr offen und hilfsbereit. Ganz im Gegenteil zu New York City, wo die Menschen in Hektik sind und eher anonym leben.

In Overland Park haben viele Menschen Verwandtschaft mit deutschen Wurzeln. Somit findet man schnell ein Thema für einen Small Talk. Die Leute, die ich bisher kennengelernt habe, möchten oft über ihre politische Situation reden und Meinungen anderer sowie Kritik und Zustimmung hören. Ich bin gespannt, was ich die nächsten Monate noch erleben werde.

August 2018: Kleidung einvakuumieren

Junge Frau

Paula freut sich auf die Herausforderungen, die in den USA auf sie warten. – © privat

Hallo, ich bin Paula, 21 Jahre alt und wohne in der schönen Altmark, einem Teil von Sachsen-Anhalt. Dort lebe ich in einem kleinen Dorf mit etwa 350 Einwohnern. Nach meinem Abitur 2015 habe ich eine Ausbildung zur Industriekauffrau begonnen und diese auf unserem Landesweingut von Sachsen-Anhalt im Juni 2018 beendet.

Nun bin ich eine der 350 Stipendiaten des Bundestags. Ich werde für ein Jahr in Overland Park, Kansas, leben, einer Stadt mit 170.000 Einwohner. Meine Gastmutter ist eine älteren Dame, die schon viele Erfahrungen mit Austauschschülern hat. Das erste halbe Jahr werde ich am Johnson Community College (JCCC), einer Art Universität, im gleichen Ort absolvieren.

Wie habe ich von dem PPP erfahren?

2017 habe ich mich auf der Messe "Auf in die Welt" in Leipzig über Auslandsaufenthalte informiert und vom Parlamentarischen Patenschafts-Programm erfahren. Die Bewerbungsfrist war nur einige Wochen später (Ende September). Der Flyer hat mein Interesse an der Stelle: "für junge Berufstätige" geweckt und somit fing ich an, die Bewerbung zu schreiben.

Der glücklichste Moment

Nach einer Auswahltagung kam im Januar 2018 die Nachricht, dass ich "nur" Ersatzkandidatin bin. Da ich dachte, dass die Wahrscheinlichkeit gering ist aufzurutschen, habe ich mich anderweitig für einen Auslandsaufenthalt in den USA beworben. Im Februar kam dann jedoch der Anruf, und ich wurde nachnominiert und darf jetzt doch teilnehmen. Das war einer der glücklichsten Momente für mich.

Was ich erwarte

Mein Wunsch war es, ein Programm für die USA zu finden. Warum? Schon in der Schulzeit lernten wir viel über das Land. In den unterschiedlichsten Fächern wurden Vergleiche zwischen den Vereinigten Staaten und Deutschland gezogen. Jetzt möchte ich erfahren, wie die Realität aussieht: Was sind Vorurteile, Gemeinsamkeiten und Unterschiede? Ich freue mich darauf, für ein Jahr Teil dieser anderen Kultur zu sein und ein typisches amerikanisches Leben kennenzulernen und zu führen.

Außerdem möchte ich meine Persönlichkeit stärken. In einem Jahr ein soziales Umfeld in einem fremden Land aufbauen, klingt für mich nach einer wahnsinnig großen Herausforderung, der ich mich mit großer Lust stelle. Natürlich erhoffe ich mir nach dem Aufenthalt auch eine Verbesserung meiner Englischkenntnisse, da ich in der Zukunft international studieren möchte.

Heimweh?

Bei all diesen Erwartungen, mache ich mir natürlich auch Gedanken, ob das alles so klappt, wie ich mir das vorstelle. Besondere Angst habe ich vor dem Gefühl Heimweh. Doch 74 weitere junge Berufstätige machen das Gleiche durch. Das Wissen beruhigt mich sehr, und ich kann ein super Netzwerk mit ihnen aufbauen. Ich freue mich riesig auf die vielen tollen neuen Leute, die ich während der Zeit kennenlernen werde.

Gepäck für ein Jahr

In der letzten Woche in Deutschland konzentriere ich mich überwiegend auf mein Gepäck für die USA. Das ist für mich eine große Herausforderung. Ich werde für etwa zweieinhalb Wochen Kleidung (für warmes und auch kaltes Wetter) sowie eine Winterjacke mitnehmen. Diese werde ich einvakuumieren, um Platz zu sparen.

Freunde-Buch

Des Weiteren dürfen wichtige Dokumente wie Reisepass, Visaantrag, mein internationaler Führerschein, Kreditkarte etc. nicht fehlen. Wichtig ist auch das Gastgeschenk für die Host-Familie. Außerdem nehme ich ein Buch mit, das meine Freunde und Familie über mich geschrieben haben, um in schwierigen Situationen den Optimismus nicht zu verlieren.

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