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31.05.2017 |

Streit, Strategie, Stress: Wie erlebten die 313 Jugendlichen das 4-Tages-Planspiel "Jugend und Parlament" im Bundestag? Lest hier die Blog-Beiträge der Jung-Politiker auf Zeit!

Jonas

Jonas im Plenarsaal – © privat

Jonas mit Verteidigungsministerin von der Leyen

Jonas mit Verteidigungsministerin von der Leyen – © privat

Resümee: Jonas, 18 Jahre, Harburg

Am Ende des 4-Tages-Planspiels "Jugend und Parlament" des Deutschen Bundestages ging alles ganz schnell. Jeder musste Zug, Bus oder Flieger bekommen und hatte kaum Zeit sich zu verabschieden. Im Zug begann ich erst zu realisieren, was ich die letzten Tage erlebt habe und je länger ich darüber nachdachte, desto mehr erschien mir das Erlebte wie ein Traum.

Planspiel-Verteidigungsausschuss, Fraktionssitzung der Fantasie-Partei BBP, Simulation der Landesgruppensitzung NRW, Planspiel-Abstimmung im Plenarsaal, Pressegespräche, Treffen mit dem echten MdB (Mitglied des Bundestages), im Fahrstuhl mit echten Ministern, Diskussionsrunde mit echten Fraktionsvorsitzenden, Reden des – echten – Bundestagspräsidenten Norbert Lammert und das ganze Planspiel in den echten Räumen, Sälen, Ebenen und an historisch bedeutenden Orten.

Ein Highlight jagte das andere. Eine einmalige Erfahrung übertraf die andere. Wobei mich persönlich besonders die Abschlussworte von unserem Bundestagspräsidenten beeindruckt haben. Politik sei nicht das Wichtigste, aber dennoch bestimme die Politik unsere Bedingungen der Zukunft und unsere Generation sei am längsten von den aktuellen Entscheidungen betroffen. Besondere Worte, wie ich finde.

Erwartungen übertroffen

Als ich nach Berlin gefahren war, hatte ich nicht so richtig gewusst, was mich erwarten würde. Den Gesetzgebungsprozess verstehen und nachspielen, die Arbeit der Bundestagsabgeordneten kennenlernen und dabei Spaß haben, waren meine Erwartungen. Die haben sich erfüllt und mehr noch, sie wurden übertroffen. In Bezug auf den Gesetzgebungsprozess ist mir klargeworden, dass vor jeder Entscheidung in der Fraktion, im Fachausschuss und im Plenarsaal diskutiert wird – auf der Suche nach einem Kompromiss. Deswegen dauert es auch länger bis aus einem Gesetzesentwurf ein Gesetz wird.

Kein leichter Job

Über Bundestagsabgeordnete wird oft gesagt, sie hätten einen angenehm entspannten Job. Nach vier Tagen muss ich dem jedoch widersprechen. Informieren, taktieren, argumentieren, überzeugen, abstimmen und dabei immer das gleiche Prozedere, nur an immer anderen Orten. Dabei das Gefühl zu haben, man würde sich im Kreis drehen. Dann in der Opposition diese Erfolglosigkeit. Das Berufsleben eines Abgeordneten in Berlin ist wohl doch schwieriger, als von vielen gedacht.

Neue Freunde

Meine Erwartungen wurden aber auch deswegen übertroffen, weil ich Jugendliche aus ganz Deutschland getroffen habe, die alle politisch interessiert sind. Am Anfang kannte ich niemanden, am Ende habe ich neben den tollen Erfahrungen und Erinnerungen eben auch Freunde gefunden. Jeden der über 300 Teilnehmer hätte ich gerne besser kennengelernt.

Auch wenn wir aus wirklich jeder Ecke der Republik kommen und im realen Leben unterschiedliche Interessen und politische Ansichten haben, so wurden wir doch zu Freunden und hatten Spaß zusammen. Uns verbindet nun vor allem eines: Die coolen Erfahrungen der letzten Tage. Die werden bleiben, deswegen möchte ich mich abschließend bei allen bedanken, die "Jugend und Parlament" jedes Jahr ermöglichen.

Jugendliche im Plenum.

Bei den Debatten um die Grundgesetzänderungen ging es heiß her. – © Jonas Walzberg

Abstimmung im Plneum

Für eine Zweidrittelmehrheit hat es allerdings nciht gereicht. – © Jonas Walzberg

Jugendlicher checkt Mials

Das Ende eines alngen Tages bei der Bewahrungspartei: nochmal schnell Mails checken. – © Jonas Walzberg

Letzter Tag: Clara , 19 Jahre, Tübingen

Dienstagmorgen um 6 Uhr früh klingeln bereits die Wecker in unserem Hostelzimmer – heute ist der letzte Tag des 4-Tages-Planspiels "Jugend und Parlament" beim Deutschen Bundestag. Unterwegs in der S-Bahn schreibe ich noch weiter an meiner Rede, die ich als Sprecherin der Arbeitsgruppe Integration in der Plenarsitzung halten soll. Meine Partei, die PEV (Partei für Engagement und Verantwortung), ist der kleinere Koalitionspartner.

Als um 9 Uhr die Sitzung im Deutschen Bundestag beginnt, geht es gleich am Anfang um den Gesetzesentwurf, an dem ich im Integrationsausschuss mitgearbeitet habe. Deutsch soll als Fundament der Verständigung in Deutschland ins Grundgesetz aufgenommen werden. Doch leider können wir die Opposition, die BBP (Bürgerliche Bewahrungspartei), nicht davon überzeugen. Uns fehlt genauso wie bei dem darauffolgenden Entwurf zu Volksentscheiden die erforderliche Zweidrittelmehrheit und unsere Vorschläge werden damit abgelehnt. Zwei andere Gesetze können wir jedoch verabschieden. In den Reden debattieren wir sehr heftig und stellen zahlreiche Zwischenfragen. Zwischenrufe gibt es eigentlich die ganze Zeit, manchmal ein bisschen zu offensiv meiner Meinung nach, aber dadurch wird es immerhin nie langweilig!

Podiumsdiskussion mit den Fraktionsspitzen

Nach drei intensiven Stunden sind wir alle jedoch ziemlich erschöpft und es ist Zeit für eine kurze Mittagspause. Um 12.30 Uhr folgt eine Podiumsdiskussion mit den echten Fraktionsspitzen von CDU/CSU (Michael Kretschmer), SPD (Carola Reimann), Die Linke (Dietmar Bartsch) und Bündnis 90/Die Grünen (Anton Hofreiter). Besonders gut gefällt mir, dass Bartsch, Hofreiter und Reimann alle drei das Wahlrecht ab 16 befürworteten, als danach gefragt wird.

Zum Schluss betritt sogar noch Bundestagspräsident Norbert Lammert das Rednerpult und hält eine Abschlussrede. Nach der Möglichkeit, endlich mal Selfies im Plenarsaal zu schießen, sowie einer kurzen Feedbackrunde in den Landesgruppen, folgt schweren Herzens der Abschied.

"Wenn man sich Mühe gibt, kann man mit jedem reden"

Mich persönlich haben die Erfahrungen der letzten Tage sehr bereichert. Zum einen habe ich politische Entscheidungsprozesse als (bisher) Parteilose noch nie so intensiv miterleben dürfen wie in dieser Zeit, zum anderen konnte ich mich auch noch nie mit so vielen Jugendlichen aus unterschiedlichen Parteien über Politik unterhalten. Ich habe erkannt, wie wichtig Meinungspluralismus in einer Demokratie ist.

Mein Fazit: Auch wenn es mal anstrengend ist, so scheint es die einzig sinnvolle Möglichkeit, den Dialog untereinander zu suchen. Man kann nämlich, wenn man sich Mühe gibt, eigentlich mit jedem reden.

Podiumsdiskussion

© DBT

Zweite und Dritte Lesung

© DBT

Tag 3: Niklas, 18 Jahre, Bergisch Gladbach

Auch der dritte Tag des 4-Tages-Planspiels "Jugend und Parlament" im Deutschen Bundestag begann wieder relativ früh. Doch stehen Bundestagsabgeordnete tatsächlich bereits um 5.30 Uhr auf? Einige mit Sicherheit! Das zeitige Aufstehen könnte wohl eines der wenigen Dinge sein, um die ich die Abgeordneten nicht beneide.

Contra für die Koalition

Als erstes begaben wir uns wieder in den Plenarsaal. Diesmal, im Gegensatz zur Eröffnung am Samstag, als Abgeordnete in unseren fiktiven Rollen. Im Rahmen einer ersten Beratung wurden nun die Ausschüsse eingesetzt und die einzelnen Gesetzentwürfe zur näheren Beratung an die Ausschüsse überwiesen.

Nach dieser ersten Plenarsitzung begaben wir uns in die jeweils einberufenen Ausschüsse. Es sollte das erste Mal sein, dass die Fraktionen der BBP, PGS und PEV mit ihren unterschiedlichen Interessen aufeinandertreffen. Für die Bürgerliche Bewahrungspartei, der ich in meiner Rolle als Dr. Janik Lange angehöre, ist klar, dass man die Oppositionsrolle sehr ernst nehmen wird und den Koalitionsfraktionen der PEV und PGS das Leben so schwer wie möglich macht.

Insbesondere für die beiden geplanten Verfassungsänderungen ist die Regierung auf die stärkste Fraktion im Parlament, die BBP, angewiesen, da dafür eine Zweidrittelmehrheit erforderlich ist. Nur wenn die Koalition der BBP weit entgegenkommt, besteht eine Chance, dass die BBP, die mehr als ein Drittel der Sitze inne hat, die Verfassungsänderungen mitträgt.

Wie wird es ausgehen?

Wie erwartet, zeigte sich unter anderem im Innenausschuss, der sich mit dem Antrag "Direkte Demokratie" beschäftigte, dass die BBP und die Koalitionsfraktionen nur zu kleineren Zugeständnissen bereit waren und in ihren Kernthesen kaum Kompromissbereitschaft aufzeigten. Deshalb wird dieser Antrag in der morgigen Sitzung höchstwahrscheinlich von der BBP abgelehnt werden und damit die notwendige Zweidrittelmehrheit verfehlen.

In den Arbeitskreisen wurden danach die Ergebnisse der Ausschusssitzungen aufbereitet und eine Empfehlung für die Abstimmung in der morgigen Plenarsitzung erarbeitet. Dann wird es spannend! Wer wird seine Interessen durchsetzen können?

Der politische Gegner von Niklas' BBP: die PGS-Fraktion – © Jonas Walzberg

Im Ausschuss werden die Gesetzentwürfe diskutiert. – © Jonas Walz

Weiß auf Schwarz: Jugend und Parlament ist Programm im Plenum des Bundestages. – © Jonas Walzberg

Tag 2: Moritz, 17, aus München

Heute ist Tag 2 des 4-Tagesplanspiels "Jugend und Parlament" (JuP) des Deutschen Bundestages. Mit 313 Jugendlichen simulieren wir Parlamentsarbeit. Nachdem wir unser erstes Frühstück gegessen hatten, fuhren wir zum Deutschen Bundestag und läuteten die Landesgruppensitzung mit Wahl der Schriftführer ein. Anschließend kamen die Fraktionen zusammen und wählten den Fraktionsvorsitzenden in einer groß angelegten Wahl. Das Prozedere ging reibungslos vonstatten und alle waren mit dem Ergebnis zufrieden.

Feuer frei!

Nach einem leckeren Mittagessen im Paul-Löbe-Haus hieß es: Los geht's in den Arbeitskreisen. Ich bin im Innenarbeitskreis. Dort behandelten wir das Thema "direkte Demokratie". Als Abgeordneter Dr. Roman Hagenbeck gehöre ich der Bürgerlichen Bewahrungspartei an. Und die will dies natürlich verhindern!

Wir schafften letztendlich in einer tollen Debatte einen guten Konsens. Doch dann stand die Fraktionssitzung an und viele weigerten sich, dem Kriegseinsatz, zu dem es einen weiteren Gesetzentwurf gab, zuzustimmen. Aufgrund der unklaren Verhältnisse wurde ein "Hammelsprung" inszeniert. (Leider) reichte es nicht und der Kriegseinsatz wurde letztendlich befürwortet.

#jup17

Zum Abend hin wurde es dann etwas entspannter. Zum Beispiel bei dem Besuch der Reichtagskuppel. Alles in allem ein guter Tag und so langsam kommt der Stein ins rollen! Ich freue mich auf rege Plenarsitzungen bei #JuP17

Erste Sitzung

© DBT

Tag 1: Mara, 20, aus Hanau

Das 4-Tages-Planspiel des Deutschen Bundestages "Jugend und Parlament" startete für mich als eine der 313 Teilnehmer mit einem Zug voller Fußballfans. Trotz der euphorischen Fans und der genervten Gesichter anderer Mitreisender, schweifte ich mit meinen Gedanken immer wieder ab in Richtung Bundestag. Wie wird es dort wohl sein? Ist meine Kleidung seriös genug? Wie werden sich die jungen Leute untereinander verstehen? Aber was mich am meisten beschäftigte war die Frage danach, in welcher Partei ich wohl sein würde und was für einen Lebenslauf ich hätte. Denn die Biografie der Person, die wir in den nächsten Tagen verkörpern werden, erfahren wir erst vor Ort.

Zusammen mit den Fußballfans

In Berlin angekommen war ich die grölenden Fußballfans dann los und schloss mich mit anderen Teilnehmern kurz. Wir trafen uns vorm Hauptbahnhof und machten uns auf den Weg Richtung Paul-Löbe-Haus, einem Gebäude des Bundestages. Viele Männer in Anzug, ich fühlte mich nicht wohl. Mir wurde zum ersten Mal klar, wie ernst es wurde als ich das Paul-Löbe-Haus durch die Sicherheitskontrolle betrat. Meine Tasche wurde gecheckt und auch ich. Ausweis, Anmeldung. Welche Partei würde es sein?

Wer bin ich?

Nun hatte ich meine Mappe in der Hand mit allen Informationen, die ich ab jetzt benötigte. Das Paul-Löbe-Haus ist wie ein großer Glaskasten und da saß ich nun. Mila Sommer war jetzt mein Name, den hatte ich mir vorher selber ausgesucht. 39 Jahre und ledig, keine Kinder. Zusammen mit einem Lehrer wohne ich in Soest und studiere in Köln Englisch und Politik auf Lehramt. Bereits seit sieben Jahren bin ich Abgeordnete des Bundestages. Meine Partei ist die PGS: Partei für Gerechtigkeit und Solidarität.

Ich bin im echten Leben Juso, also bei der Jugendorganisation der SPD, von daher sagte mir das direkt zu. Auch über die vier parlamentarischen Initiativen, darunter die Entscheidung über einen Bundeswehreinsatz in Afrika, lagen in der Mappe, die mir von meinem Ansprechpartner in meiner Landesgruppe Nordrhein-Westfalen ausgehändigt wurde.

Wie sind die anderen?

Zudem erhielt ich weitere Informationen über meine Partei selbst. Sie setzt sich für eine offene Gesellschaft ein, in der die Starken auch die Schwächeren mittragen. Besser kann es doch gar nicht sein, dachte ich. Auch das erste Treffen mit meiner Landesgruppe verlief super, ich fand gleich Anschluss und wir sicherten uns die besten Plätze im Plenarsaal, ganz links natürlich.

Viel erlebt

Nachdem wir alle freundlich begrüßt wurden, bekamen wir eine kleine Führung durch das Gebäude. Beeindruckt hat mich hierbei die Architektur. Alt und neu ergänzen sich perfekt. Hier ist schon viel passiert. An einer Wand kann man die „Kritzeleien“ von Soldaten aus der Sowjetunion sehen. Überall sind Tafeln, die darüber informieren, was hier mal passiert ist und die Säle sind nach bedeutenden Personen der Geschichte benannt.

Nach der Führung durch die Fraktionssitzungsräume gab es endlich Essen. Hier fiel mir auf, wie weit die Meinungen von Jugendlichen doch auseinander gehen können. Bereits an Tag eins wird heftig über politische Themen diskutiert.

Weiter ging es, die Fraktionen der einzelnen Parteien trafen sich. Wir sollen uns als Einheit verstehen auch wenn es verschiedenen Landesgruppen gibt. Morgen soll eine oder ein Fraktionsvorsitzender gewählt werden. Dafür gibt es jeweils einen Vorschlag aus der jeweiligen Landesgruppe. Ich bin mal gespannt.

Sonnenuntergang mit Kuppel

Dann saßen wir wieder in den Landesgruppen zusammen. Jeder stellte sich vor und wir bekamen unsere Zimmerkarten. Bevor es endlich ins Hostel ging, durften wir uns bei einem atemberaubenden Sonnenuntergang noch die Kuppel des Bundestages ansehen. Berlin war in rotes Licht getaucht und man konnte die Bühne des Kirchentages von oben bewundern. Die Architektur haute mich einmal mehr um und ich begriff, dass hier an diesem Ort wirklich Geschichte geschrieben wird.

Diskussionen angeheizt

Durch das volle Berlin ging es direkt ins Hostel, dabei machten wir weiter vor politischen Diskussionen nicht halt. Durch die Bundestagswahl scheinen diese nochmal mehr angeheizt zu sein. Es wurde über Koalitionen und Inhalte rege diskutiert. Ich hoffe, dass das in den nächsten Tagen weiter anhält und bin gespannt darauf was mich erwartet.

Jugendliche mit Koffer

Einchecken im Paul-Löbe-Haus: Aus den Jugendlichen werden dort für das Planspiel Abgeordnete mit neuen Identitäten. – © Jonas Walzberg

Jugendliche lesen Unterlagen.

Die Teilnehmer studieren ihre Unterlagen gründlich, damit sie ihre Rollen verinnerlichen. – © Jonas Walzberg

Jugendliche im Plenum

Plenum-Premiere: Die Teilnehmer nehmen im Plenarsaal des Bundestages Platz. – © Jonas Walzberg

Jugendliche diskutieren

In Arbeitskreisen und Fraktionssitzungen diskutieren die Teilnehmer die Gesetzentwürfe. – © Jonas Walzberg

Jugendlicher wirft Zettel in eine Box.

In Fraktionssitzungen wählen sie ihre Vorsitzenden. – © Jonas Walzberg

Sonnenuntergang Kuppel Bundestag

So viel Zeit muss sein: Von der Kuppel des Reichstagsgebäudes aus genießen die Teilnehmer den Sonnenuntergang über Berlin. – © Jonas Walzberg

Junge Frau lächelt in die Kamera.

Melissa freut sich auf die Wortgefechte unter der Kuppel des Reichstagsgebäudes. – © privat

Vorher: Melissa, 18, aus Berlin:

Der Countdown läuft. Bald werde ich, wie über 300 weitere Jugendliche aus ganz Deutschland, als "Abgeordnete" im Deutschen Bundestag politische Diskussionen erleben und austragen dürfen. Ich nehme am 4-Tages-Planspiel "Jugend und Parlament" des Deutschen Bundestages teil. Dann heißt es – wie beim Fechten – "En Garde", in dem Sinne, dass man zwischen Kontroversen und Kompetenzgerangel versucht, seine Meinung in den zahlreichen Wortgefechten innerhalb und außerhalb seiner Partei zu vertreten.

Nicht aus der Rolle fallen

Aber wie bereitet man sich in kurzer Zeit auf die Arbeit als Bundestagsabgeordneter vor? Meiner Meinung nach sollte man sich "nur" seiner eigenen politischen Position bewusst werden und gleichzeitig gefasst sein, auch andere vertreten zu müssen, denn schließlich werden wir einer Partei und somit vielleicht einer ganz anderen Einstellung zugeordnet.

Außerdem werde ich in die Rolle einer bestimmten Person schlüpfen müssen. Ganz wichtig dabei: nicht aus der Rolle fallen! Vier Tage lang werde ich Carina Andres sein und diese Identität werde ich mir einverleiben müssen. Details zu meinem Lebenslauf oder meiner politischen Position werde ich erst vor Ort erfahren. Die beste Vorbereitung ist folglich, flexibel zu sein. Des Weiteren bin ich gespannt darauf, wie es ist, im Plenarsaal des Bundestages zu sitzen. Ich stelle mir vor, dass man dann ein besonderes Gefühl von Wichtigkeit spürt. Man sitzt nicht auf der Besuchertribüne, sondern auf den Bundestags-blauen Stühlen, auf denen man sonst nur die Politiker im Fernsehen sieht. Es scheint mir deswegen schon wahrscheinlich, dass ich wirklich mein alltägliches Leben vergesse und in die Welt politischer Debatten eintauche.

Besonders freue ich mich dabei darauf, die anderen Teilnehmer kennenzulernen. Ich hoffe, dass wir uns unter der Kuppel des Bundestages fordern, anstacheln und anerkennen werden. Inwiefern wir dieser Anforderung gerecht werden können, wird sich zeigen.

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