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Pro und Contra
Reklame für Zigaretten verbieten?

25.07.2018 |

Werbung für Tabakwaren ist in Deutschland sehr eingeschränkt – aber nicht verboten. Die Linken und die Grünen wollen genau das. Auch Caro findet das richtig. Michael hingegen meint, Bevormundung sei der falsche Weg.

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Carolina Pfau – © privat

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Michael Kruse – © privat

Contra

Michael (22): Der Weg in den Nanny-Staat

Noch größere Warnhinweise auf den Schachteln, das Werbe-Aus für Tabak – und als nächstes ein komplettes Zigarettenverbot? Ein Tabak-Werbeverbot ist nur ein weiterer Schritt auf dem Weg in einen Nanny-Staat, ein Staat, der meint zu wissen, was richtig und gut ist. Ein Staat, der meint, der Bürger weiß dies eben nicht. Doch auch beim Thema Tabak gilt: Der Bürger weiß sehr wohl was richtig und gut für ihn ist. Kein Raucher wird sagen, dass Zigaretten gesund sind. Auch die Werbung für Tabakprodukte tut das nicht, das ist nämlich verboten. Tabakwerbung ist so stark reguliert, wie wohl keine andere Werbung. Inzwischen darf im wesentlichen nur noch auf Plakaten, Leuchtreklamen und im Kino geworben werden. Wohlgemerkt geht es hier nicht um illegale Drogen: Zigaretten sind ein legales Produkt, jeder Erwachsene darf sie kaufen.

Was ist mit Zucker?

Und wenn jemand rauchen will, warum nicht? Die Befürworter des Werbeverbots wollen dem mündigen Erwachsenen diese Entscheidung abnehmen. Ihr Argument: Rauchen ist ungesund. Mit dem gleichen Argument lässt sich übrigens Werbung für alle gesundheitlich riskanten Produkte verbieten. Keine Werbung mehr für Schokolade, schließlich sind über die Hälfte der Deutschen übergewichtig! Und das Feierabendbier darf dann auch nicht beworben werden – denn Schätzungen zufolge sterben täglich über 200 Deutsche an übermäßigem Alkoholkonsum.

Nicht bevormunden!

Immer dann, wenn der Politik ein Verhalten oder ein bestimmtes Produkt nicht gefällt, wird die Werbung dafür verboten. Das ist Bevormundung, statt Eigenverantwortung! Zumindest in Bezug auf Tabak und Alkohol wissen junge Menschen offenbar, was schlecht für sie ist. Während der Anteil Übergewichtiger nach wie vor konstant (zu) hoch ist, sinken Tabak- und Alkoholkonsum bei Jugendlichen in Deutschland seit Jahren – und das trotz Werbung. Das Argument, dass die Werbung Jugendliche zum Rauchen oder Trinken verführe, kann also so nicht stimmen.

Staat sollte aufklären

Dabei könnte der Staat mit Argumenten viel mehr gewinnen. Eine überzeugende Aufklärung über Tabakkonsum wird einen Raucher eher zum Nichtraucher machen, als ein Verbot von Plakatwerbung es je könnte. Doch der Staat macht es sich einfach: Er schiebt den schwarzen Peter der Tabak- und Werbeindustrie zu. Das Werbeverbot zeigt somit, wie wenig der Staat seinen Bürgern vertraut, selbst Entscheidungen zu treffen. Dass sich die Unionsfraktion weiter gegen das Werbeverbot stemmt, ist also ein hoffnungsvolles Zeichen dafür, dass Deutschland hier weiter auf Eigenverantwortung setzt – dem Nanny-Staat-Gedanken zum Trotz.

Seid ihr für ein Verbot von Tabakwerbung?





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