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Meinung
Europa ist...

Europäische Flagge, neben der französischen und der deutschen

– © DBT/Studio Kohlmeier

... Shakespeare, Akropolis, Konrad Adenauer oder Spaghetti? Was macht die europäische Kultur aus? Das wollte das Goethe-Institut wissen. In einer Onlineumfrage hat der gemeinnützige Verein, der deutsche Kultur und Sprache im Ausland fördert, 2013 die Meinungen von rund 16.500 Europäern und rund 4.000 Menschen aus potenziellen EU-Ländern eingeholt. Insgesamt 17 Fragen sollten Aufschluss geben, etwa: Wer ist oder war die wichtigste europäische Persönlichkeit, welches ist das wichtigste Gebäude? Die Ergebnisse sind nicht repräsentativ, aber sie verbildlichen eine "europäische Gemütslage", ein Gefühl für den Staatenbund, der mehr bedeutet als Finanz-, Währungs- und Wirtschaftsfragen. Im Frühjahr 2014 findet dazu eine Abschlusskonferenz mit Intellektuellen, Politikern und Künstlern aus den beteiligten Ländern statt, bei der auch Jugendliche ihre Ideen zu Europa vorstellen. Wir haben unsere Top-10 der Umfrage-Ergebnisse für euch zusammengefasst.

Ein Dirigent steht vor einem jungen in schwarz gekleideten Orchester

– © dpa

... vor allem Kultur – da sind sich die Beteiligten der EU-Staaten und Nachbarländer einig. Auf die Frage, was Europa für sie persönlich bedeute, landete diese Antwort auf Platz eins. Aber auch die klassischen europäischen Werte wie Gemeinschaft, Vielfalt und Freiheit werden oft mit Europa verknüpft.

Portrait von Leonardo da Vinci

– © picture alliance/ akg

Wo die Kultur wichtig ist, kennt man seine Künstler. Leonardo da Vinci (Foto), Schöpfer der "Mona Lisa" und Universalgenie, ist bei den Befragten der bedeutendste europäische Künstler. Dicht gefolgt ist er vom spanischen Maler Pablo Picasso. Der deutsche Komponist Johann Sebastian Bach landete immerhin auf dem sechsten Platz

Zwei Männer beim Spaghetti-Wettessen

– © dpa / Bildfunk

... Esskultur. Ob Spaghetti Bolognese, Pizza Caprese oder Lasagne al Forno: Unter den Europäern ist die Italienische Küche die beliebteste. Die Franzosen bevorzugen allerdings ihre eigene exquisite Küche. Die italienische Kochkunst landet bei ihnen nur auf Platz zwei.

Menschen stecken einen Wahlzettel in eine Wahlurne

– © DBT/Melde

Der bedeutendste Beitrag zu Weltkultur sieht jedoch ganz anders aus: Die Befragten wählten die Demokratie und verwiesen damit klassische Musik, Literatur und Philosophie auf die hinteren Plätze. Fragt man aber die Nachbarländer der EU, wird die Literatur als wichtigster Beitrag angesehen.

Angela Merkel an ihrem Platz im Bundestag

– © DBT/Unger

Eine Überraschung gab es auch: Angela Merkel wird als die wichtigste Politikerin Europas gesehen. Überraschend, denn die Konkurrenz war nicht zu unterschätzen. Auf Platz zwei landete Winston Churchill, der im zweiten Weltkrieg England verteidigte. Napoleon Bonaparte landete auf dem achten Platz.

Ein Flugzeug mit der Aufschrift "Deutschland"

– © dpa

Deutschland hat sich in der europäischen Krise wirtschaftlich und politisch sehr gut gehalten. Das macht offenbar Eindruck: 49 Prozent der Befragten finden, dass Deutschland am meisten die Zukunft Europas verkörpert. Das spiegelt sich auch im Urteil über Sprachen wider. Deutsch landete auf Platz eins der Sprachen, in der man etwas mehr als "Danke" und "Bitte" sagen können sollte – neben Englisch.

Berlin bei Nacht mit Fernsehturm

– © dpa

Deutschland ist attraktiv. 28 Prozent der Befragten können sich vorstellen, eine Weile in Deutschland zu leben. Dafür ist vielleicht auch die attraktivste Stadt Europas verantwortlich: Berlin landete noch vor Paris und London auf Platz eins.

Der Eiffelturm am Abend

– © picture alliance / Robert Harding

Als bedeutendstes europäisches Bauwerk gilt weder das Brandenburger Tor, noch der Fernsehturm: Der Eiffelturm wird von den Befragten in und außerhalb der Europäischen Union am häufigsten genannt.

Drei Junge Menschen mit Beuteln mit der Aufschrift: "We are Europe, Baby"

– © dpa

Überhaupt scheinen sich die Europäer wirklich mit Europa zu identifizieren. Mehr als 80 Prozent fühlen sich als Europäer. Fast die Hälfte, nämlich 47 Prozent, sagen sogar, sie fühlten sich als "Vollbluteuropäer". Aber auch außerhalb der Europäischen Union fühlt man sich Europa zugehörig. Selbst in Ägypten fühlen sich 47 Prozent eigentlich schon als Europäer.

Ein großes Eurosymbol vor der Europäischen Zentralbank mit Blumenwiese

– © picture alliance / dpa Themendienst

Europa hat mit Problemen auf vielen Ebenen zu kämpfen. Über die Zukunft Europas sind die Befragten geteilter Meinung. Knapp 45 sehen die Zukunft als "schlecht" oder "geht so" an. Aber immerhin 55 Prozent der Befragten sehen die Zukunft Europas aller Krisen zum trotz als "gut" oder sogar "sehr gut" an.

Kommentare

 

svenja schrieb am 17.10.2014 14:45

peace

 

 

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