Inhalt

 

Die Autorin

Maxi Köhler

Maxi Köhler (18)
ist Abiturientin

Europäisches Jugendportal
"Mehr Europäerin als Deutsche"

23.08.2017 |

Melanie Welters arbeitet für das Europäische Jugendportal, einer Plattform von und für junge Menschen in Europa. Worum es da geht und was ihr da findet? Maxi erklärt es euch.

Welters

Melanie Welters ist Redakteurin des Europäischen Jugendportals und überzeugte Europäerin. – © Marcus Gloger

"Neue kostenlose Broschüre zu Auslandspraktika", "EU-Übersetzerwettbewerb für Jugendliche", "Freiwillige für Weltklimakonferenz im November gesucht" – diese und andere Nachrichten für Jugendliche, die gerne auch mal über die Ländergrenze schauen, finden sich derzeit auf dem Europäischen Jugendportal. "Dein Englisch noch ein bisschen verbessern? Die Französischkenntnisse aufmöbeln? Anfangen schwedisch zu lernen? Wie und wo das online und kostenlos geht, verraten wir dir hier", lässt sich unter der Rubrik "Lernen" nachlesen. Außerdem gibt es etwa Veranstaltungshinweise, eine Möglichkeit, Fragen zu stellen und Reisetipps.

28 Sprachen

Das Europäische Jugendportal ist eine gemeinsame Plattform für alle Jugendlichen in Europa, entstanden auf Initiative der Europäischen Union. Für jedes europäische Land gibt es eine eigene Seite mit länderspezifischen Inhalten und Informationen in der jeweiligen Landessprache. In 28 Sprachen können sich junge Menschen über acht Themenbereiche informieren.

Eine Mammut-Projekt, zu dessen Verwirklichung sich vor 15 Jahren verschiedene Staaten zusammengeschlossen haben. Nach einem Vorschlag an die Euroäpische Kommission, vielen Diskussionen und einigen Vorläufern ging das Portal dann 2013 online. Es bringt alle EU-Länder auf einer Seite zusammen.

Leben, lernen, arbeiten

Melanie Welters, 26, arbeitet bei Eurodesk Deutschland und betreut die deutsche Länderseite des Europäischen Jugendportals. Im Bonner Büro von Eurodesk ist sie eine von vier Projektkoordinatorinnen. Die deutsche Länderseite richtet sich an deutsche Jugendliche sowie junge Menschen aus anderen Ländern, die sich für Deutschland interessieren. Das Portal ist dazu gedacht, jungen Menschen ihre Chancen innerhalb Europas aufzuzeigen. Die Schwerpunkte dabei sind: Leben, Lernen, Arbeiten. Doch Informationen gibt es auch über außerschulisches Lernen, darüber, wie man sich beteiligen und engagieren oder wie man kulturell und kreativ ein Teil Europas werden kann, was man auf Reisen in Europa beachten muss, über Umweltschutz und darüber, welche Rechte Jugendliche haben.

Welters schätzt an Europa besonders die Reisefreiheit innerhalb der EU und den Zusammenhalt. Gerade in ihrem Studium der European Studies und in ihrem Auslandsjahr in Irland sei ihr das bewusst geworden. Deshalb sagt sie von sich selbst: "Ich fühle mich mehr als Europäerin anstatt als Deutsche."

Die Zielgruppe

Das Europäische Jugendportal richtet sich vor allem an junge Menschen von 13 bis 30 Jahren, die mehr über ihr eigenes Land, aber auch über andere europäische Länder erfahren wollen. Außerdem kann es eine Hilfe für Eltern, Lehrer oder Fachkräfte sein, die mit Jugendlichen arbeiten. Es soll eine Möglichkeit bieten, sich in und über Europa zu informieren.

Wohl auch deshalb fühlt Welters sich beim Europäischen Jugendportal mehr als wohl. Sie hat, schon bevor sie ihre Stelle bei Eurodesk antrat, Projekte für Jugendliche durchgeführt, unter anderem eins zum Thema Datenschutz im Internet. Die Idee hinter dem Portal finde sie super, meint sie, weil es in ihren Augen wirklich etwas zum gemeinsamen Leben in Europa beitragen kann.

Der Aufbau

Zu ihrer Hauptaufgabe zählt das Aktualisieren der deutschen Länderseite. Das Jugendportal ist nämlich in zwei Ebenen aufgeteilt. Die erste ist die Sprachebene, die zweite ist die Länderebene. Das bedeutet, dass jedes europäische Land eine eigene Seite hat, die die jeweilige Redaktion nach ihren Vorstellungen bespielen kann. Stellt man aber beispielsweise Englisch als Seitensprache ein, kann man alle Artikel lesen, die im gesamten Portal auf Englisch veröffentlicht wurden. Oft werden Artikel, die länderübergreifend als wichtig befunden werden, nämlich ins Englische übersetzt.

Die Eurodesk-Koordinatoren der einzelnen Länder sind über ein Intranet miteinandewr verbunden und können so Ideen, Artikel und Best-Practice-Beispiele austauschen. Und zweimal im Jahr trefen sie sich live, dann ist natürlich auch das Europäische Jugendportal immer ein Thema.

Die Inhalte

Im Europäischen Jugendportal gibt es viele verschiedene Rubriken, wie Freiwilliges Engagement, Arbeiten, Lernen, Kultur und Kreativität, Soziale Eingliederung, Global Denken und Reisen. Man kann also Artikel über unbezahlte Praktika, Festivals oder eine neue Erasmus-App finden – eine bunte Mischung also. Die Rubriken orientieren sich zum Teil an der EU-Jugendstrategie von 2009, in der die Jugendminister der EU-Staaten einen Rahmen für die Zusammenarbeit im Bereich Jugendpolitik festgelegt haben. Das Portal bietet auch eine Suche zu europäischen Freiwilligenprojekten.

Jugendredaktion Deutschland

In Deutschland sorgt auch eine Jugendredaktion für Artikel auf der deutschen Länderseite des Europäischen Jugendportals. Doch das ist nicht überall so, wie Melanie Welters erzählt. "Wir haben uns vor einigen Jahren dafür entschieden, weil wir als Jugendportal natürlich auch wissen wollen, was Jugendliche wirklich interessiert." Teil der Jugendredaktion kann jeder schreib- und europabegeisterte Jugendliche werden. Welters betreut die Jugendredaktion mit regelmäßigen Online-Konferenzen und gibt Feedback auf geschriebene Artikel.

Neben der Betreuung der Jugendredaktion ist sie auch noch für das Recherchieren, Verfassen und Übersetzen von Artikeln und News sowie das Aktualisieren des Terminkalenders verantwortlich. Dabei arbeitet sie eng mit dem Eurodesk-Netzwerk zusammen, einem europäischen Informations- und Beratungsnetzwerk mit Koordinierungsstellen in 34 Ländern.

Wer Interesse hat, sich an der Jugendredaktion zu beteiligen, kann sich an eurodeskde@eurodesk.eu wenden.

Kommentare

 
 

Dein Kommentar



Artikel bewerten: